geb. am 24.8.1903 in Wien – gest. am 28.1.1985 in Wien; Journalist

Ps.: Franz Schilling, F. Schneider, Hugo Wiener

Der Sohn eines Uhrmachers absolvierte eine Lehre als Juwelier und später als Mechaniker in Wien und betätigte sich mit seinem Bruder Hugo (1900-1922) ab 1919 in der Kommunistischen Jugend (KJVÖ) um Richard Schüller und Oskar Grossmann. Z. publizierte in den Zs. Der Lehrling und Die Proletarierjugend und gab 1924 die kurzlebige Zs. Der junge Grubensklave heraus. Im Jungarbeiterverlag veröffentlichte er die Broschüre Drei Forderungen der werktätigen Jugend. Z. gehörte bis 1925 der Bundesleitung des KJVÖ an, engagierte sich für die Rote Hilfe und trat als Vertreter des Arbeitslosenkomitees 1925 am 8. Parteitag auf. Im selben Jahr wechselte Z. in die Redaktion des KPÖ-Organs Die Rote Fahne, in der er der Gruppe um Johann Koplenig angehörte und für die er auch als Korrespondent vom Streik der Grünbacher Bergarbeiter berichtete. Z. übernahm bis 1930 die Verantwortung für die redaktionelle Betreuung der Arbeiterkorrespondenzbewegung, deren mangelnde Durchschlagskraft er wiederholt kritisierte. 1928/29 zeitweilig als verantwortlicher Redakteur der Roten Fahne, wurde er im September 1928 nach der Veröffentlichung eines Aufrufs zum Protest gegen die Heimwehren unter dem Vorwurf des Hochverrats festgenommen und angeklagt, was auch von der sozialdemokratischen Arbeiter-Zeitung scharf kritisiert wurde. In den Folgejahren musste sich Z. 29 Mal wegen Hochverrats verantworten. 1930/31 gehörte er der Leitung des Bundes der proletarisch-revolutionären Schriftsteller Österreichsum Ernst Fabri an.

In den Dreißigern wiederholt in Organen der Komintern publizistisch vertreten, übernahm Z. nach den Februarkämpfen 1934 die Leitung der Redaktion der seit Juli 1933 illegalen Roten Fahne und fungierte 1935-45 als Leiter der illegalen Parteipresse der KPÖ. So gab er ab 1935 aus dem tschechischen Exil die bis 2000 erscheinende Programmzeitschrift Weg und Ziel heraus. Nach dem Münchner Abkommen von 1938 übersiedelte Z. nach Paris, wo er die als Gegengewicht zur Österreichischen Post gegründete Exilzeitung Nouvelles d’Autriche führte. 1939 übersiedelte er über Istanbul nach Moskau, wo er mit Ernst Fischer, Friedl Fürnberg, Johann Koplenig und Hermann Köhler der Auslandsleitung der KPÖ angehört. Z. arbeitete als Redakteur der Presse- und Rundfunkabteilung des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale und für den deutschsprachigen Sender Österreich. Im Mai 1945 kehrte Z. nach Wien zurück, übernahm die Chefredaktion der ab August erscheinenden Österreichischen Volkstimme und gründete mit Koplenig und Fürnberg den Globus-Verlag, dem er bis 1947 als Geschäftsführer vorstand. Z. bemühte sich um die Rückkehr kommunistischer Publizisten wie Bruno Frei. Wegen seines Engagements für den Oktoberstreik im Zuge der Verhandlungen zum Vierten Lohn-Preis-Abkommen 1950 wurde er aus der Journalistengewerkschaft ausgeschlossen, leitete aber bis zum Ausscheiden aus dem Politischen Büro der KPÖ 1957 die Redaktion der Volksstimme. Darüber hinaus war Z., bis 1965 Mitglied des KPÖ-Zentralkomitees, für die in Prag erscheinende Zs. Probleme des Friedens und des Sozialismus sowie als Chefredakteur des Informationsbulletins tätig. Seinem Weggefährten Koplenig widmete er 1971 eine Biographie.


Quellen und Dokumente

Die Bedeutung der Berichterstattung. In: Die Rote Fahne, 17.6.1927, S. 5, Aus der Geschichte der Schülerräte. In: Die Rote Fahne, 16.12.1928, S. 5, 9.

Er diente seiner Klasse. Eine Biographie (über Johann Koplenig, 1971), Hoch klang das Lied der Solidarität. In: Weg und Ziel 31 (1973), H. 4, S. 160ff., Vom Juli 1927 bis zum Parteiverbot im Mai 1933. In: Geschichte der Kommunistischen Partei Österreichs 1918-1955, 91-128 (1977).

Berichte über E. Z.: Der Staatsanwalt kommt den Heimwehren zu Hilfe. In: AZ, 14.9.1928, S. 3,  Komödienspiel zwischen Staatsanwalt und Kommunisten. Ein wechselvoller Preßprozeß. In: AZ, 31.10.1928, S. 9.

Literatur

Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Bd. 1,  851 (1980), Die deutschsprachige Presse: Ein biographisch-bibliographisches Handbuch. Bd. 1, 1175 (2005), Fritz Hausjell: Journalisten gegen Demokratie oder Faschismus. Bd. 2, 922f (1989), Christina Köstner: „Wie das Salz in der Suppe“. Zur Geschichte eines kommunistischen Verlages – Der Globus Verlag. Diplomarbeit (2001) [Online verfügbar], Hermann Weber, Jakov Drabkin, Bernhard H. Bayerlein (Hg.): Deutschland, Russland, Komintern. II. Dokumente (1918-1943), 1709 (2015).

(ME)