Walter Pfrimer: Was will der Heimatschutz?
Walter Pfrimer: Was will der Heimatschutz? (1927)
Der populäre, verdienstvolle Führer der steirischen Heimatschutzbewegung ergreift in folgenden Ausführungen selbst das Wort, um die Hetze gegen den Heimatschutz zurückzuweisen. D. Schr[riftleitung].
Die Juliereignisse müssen wohl jedem einzelnen klar gemacht haben, daß unser Vaterland unmittelbar vor der Gefahr stand, ebenfalls eine Sowjetrepublik zu werden. Diese ständige Gefahr hat der Heimatschutzverband schon seit jeher erkannt und es sich zur ersten Ausgabe gemacht, sie zu bekämpfen. Diese Aufgabe will der Heimatschutz durch Schaffung einer starken Wehr erfüllen und ganz besonders auch durch Aufklärung der deutschen Arbeiterschaft. Der Heimatschutz versucht es, die breiten Massen der Bevölkerung zur Erkenntnis zu bringen, daß nur das verständnisvolle Miteinander, und Zusammenarbeiten sämtlicher Stände unseres Volkes die Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung gewährleistet und die Gefahr einer Sowjetdiktatur bannen kann.
Der Heimatschutzverband will im weiteren Verfolge dieser Aufgabe in allen Bevölkerungskreisen die Heimatliebe, die Treue zum angestammten Volke fördern und gerade auch im deutschen Arbeiter die Erkenntnis wachrufen, daß auch er eine Heimat und ein Vaterland besitzt und Angehöriger des großen deutschen Volkes ist und daß er eine bessere soziale Stellung nur durch und in der Volksgemeinschaft erringen kann. Der Heimatschutzverband will insbesondere dem deutschen Arbeiter zeigen, daß gerade der Heimatschutzverband der wärmste Förderer der Interessen der Arbeiterschaft ist und daß die volksfremden Führer der Arbeiterschaft nie das wirkliche Wohl der Arbeiter im Auge haben.
Der KampfGegründet im Okt. 1907, Wien bis H. 12/1933; ab H. 1/1934 vereinigt mit der Zs. Tribüne bis Mai 1938, Brünn/Brno; dan... unserer Bewegung richtet sich in erster Linie gegen die volksfremden Führer der Arbeiterschaft, die mit den Schlag-Worten Klassenkampf, Klassenhaß, Internationalist die Arbeiter gegen die eigenen Volksangehörigen hetzen. Der Heimatschutzverband tritt aber auch gegen die Feigheit, Mutlosigkeit und Unentschlossenheit weiter bürgerlicher Kreise auf, weil er ge-//rade in diesen Fehlern eine der Hauptursachen erblickt, warum sich der Bolschewismus in unserem Staate so ausbreiten und eine solche Machtstellung einnehmen konnte. Diese Feigheit zeigt sich heute noch darin, daß weite Kreise es nicht wagen, sich offen zum Heimatschutz zu bekennen oder gar das Abzeichen desselben zu tragen.
Wie arg es um die Feigheit und Mutlosigkeit weitester bürgerlicher Kreise bestellt ist, zeigt der Umstand, daß man es auch nach den Juliereignissen noch nicht gewagt hat, die notwendigen Folgerungen zu ziehen und ganz energische Schritte gegen die volksverhetzende, klassenkämpferische, jüdische Presse einzuleiten. Bei den Verhandlungen in den Julitagen haben die Führer der Sozialdemokraten immer erklärt, Frieden predigen zu wollen und beruhigend auf die Masse einzuwirken, ihre Presse hat jedoch immer und bewußt zum Bürgerkrieg gehetzt. Es wäre nun Sache einer energischen, zielbewußten Vertretung der bürgerlichen Kreise gewesen, diesem Doppelspiel ein Ende zu machen. Dies ist nicht geschehen.
Der Heimatschutzverband will aber auch den Gedanken der Mannhaftigkeit und Wehrhaftigkeit in die weitesten Kreise unseres Volkes, insbesondere aber der Jugend tragen, weil ohne die Wehrhaftigkeit ein Staat auf die Dauer nicht bestehen kann.
Wer sich also für die Heimatschutzbewegung einsetzt und irgendwie mittut, um die breiten Massen unseres Volkes für diese Ziele zu gewinnen, der tut Dienst am deutschen Volk! Wollen wir hoffen, daß alle jene Kreise, die heute noch der Bewegung fernstehen und die gerade nach ihrer Vorbildung berufen sind, Führer des Volkes zu sein, sich voll und ganz dieser Bewegung zur Verfügung stellen. Der lückenlose Ausbau unserer Heimatschutzbewegung ist das Gebot der Stunde, ist die einzige Möglichkeit, unser deutsches Volk und unseren Staat vor dem sicheren Untergang zu bewahren.

