Behrens, Peter
Geb. 14.4. 1868 in Hamburg, gest. 27.2. 1940 in Berlin, Architekt, Designer, Maler, Professor.
Nach anfänglicher Ausbildung in Kunstakademien (Karlsruhe, Düsseldorf, München, wo er 1892 auch Mitbegründer der Sezession war, um diese bald darauf wieder zu verlassen) und Mitwirkung in Künstlerkolonien, die ihn nach ersten Ausstellungen u.a. im Bereich des Kunsthandwerks und der selbstentworfenen Villa Behrens bekannt machten, schlug er ab 1907 die Laufbahn eines freien Architekten in Berlin ein, wo er zugleich im Industriedesign (u.a. für AEG) tätig wurde. Darüber hinaus engagierte er sich zwischen 1910 und 1914 im Deutschen Künstlerbund und in der Werkbund-Bewegung, legte Pläne für eine Gartenstadt vor und übernahm Planungsarbeiten für Monumentalbauten (wie z.B. Botschaftsgebäude in St. Petersburg).
Nach dem Weltkrieg entwickelte er neue, billigere Baumaterialien, um damit der Nachfrage im allgemeinen Wohnbau-Sektor entgegenzukommen. 1921 wurde Behrens an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, 1922 als Nachfolger von Otto Wagner an die Wiener Akademie der bildenden Künste, wo er bis 1927 auch Direktor der Architekturabteilung war. 1927 übernahm Behrens die Leitung der wegweisenden Werkbundausstellung Weißenhofsiedlung in Stuttgart. In seinen Wiener Jahren beteiligte er sich auch an Projekten des kommunalen Wohnbaus des ‚Roten Wien‘, z.B. am Winarsky-Hof und später dann auch noch am Domes-Hof (1928-30). Von Interesse ist auch sein Synagogalbau in Žilina (Tschechoslowakei, heute: Slowakei, 1928-31). Nach seinen Plänen wurde schließlich zwischen 1929 und 1935 die Tabakfabrik in Linz neu gebaut. Nach der NS-Machtübernahme wurde Behrens zunächst als ‚Baubolschewist‘ diffamiert, integrierte sich aber dank seiner Mitwirkung an Projekten von Albert Speer ab 1934 in die neuen ‚Verhältnisse‘.
Materialien und Quellen:
Eintrag auf: lemo-Biografien: https://www.dhm.de/lemo/biografie/peter-behrens
Eintrag bei: https://zilina-gallery.sk/index.php?/category/328;
Thomas Föhl et al. (Hg.): Peter Behrens. Vom Jugendstil zum Industriedesign. Weimar 2013
(PHK, in preparation)

