Freudmann, Erich
geb. 17.6.1909 in Wien – ermordet am 28.3.1945 in Auschwitz; Reporter und Journalist.
Aufgewachsen ist E. F. in einer bürgerlichen Familie. Sein Vater Gottfried Freudmann war Arzt, Sozialdemokrat und gläubiger Jude, seine Mutter Lili Taubers Tante Paula Schischa. Lili Tauber berichtete, dass E. F. »in sehr jungen Jahren« nach Brasilien »abgehauen« ist und nach einer Erkrankung an Malaria von seiner Familie zurück nach Österreich gebracht wurde. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er seine Eindrücke und Erfahrungen in mehreren Brasilien-Feuilletons bzw. Berichten zwischen März und Dezember 1929 in der AZGegr. 1889, verboten 1934, illegal 1934-1938, 1938 verboten, neugegr. 1945, eingestellt 1991 Aus: Arbeiter-Zeitung, 12.1.... Sein älterer Bruder Walter, der wie sein Vater Arzt wurde, und er schlossen sich danach der KPÖ an. E. F. arbeitete als Redakteur und Reporter der Roten Fahne und kämpfte wie sein Bruder 1936-1939 für die Spanische Republik. Während Walter nach England entkam, nach China fliehen konnte und für das Rote Kreuz arbeitete, wurde Erich in Frankreich interniert, 1944 von Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. (Seine Eltern waren bereits 1942 von Wien ins Transitghetto Izbica deportiert und dort ermordet worden.)
E. F. machte aus einer Reise in mehrere west- und südeuropäische Länder eine große Reportage, die in der Roten Fahne von 29.8. bis 5.10.1931 unter dem programmatischen Titel Die Erde bebt. Illegal durch das fiebernde Europa nach Spanien erschien. Im Jahr davor hatte E. F. bereits sein Eindrücke aus Südamerika in einer anderen Reportage zusammengefasst: An allen Ecken und Enden der Welt lodern schon unsere Feuer (Die Rote FahneDas Zeitschriftenmodul von Martin Erian finden Sie hier. Bereits im Mai 1918 erschien als Der Weckruf ein Organ der komm..., Wien, 3.8.1930, S. 6).
Quellen und Dokumente:
Familiengeschichte von Freudmann/Tauber: https://web.archive.org/web/20251114152335/https://www.centropa.org/en/biography/lilli-tauber
Dokumentationsarchiv des Widerstands (DÖW), Shoah-Opfer: https://www.doew.at/erinnern; http://www.deathcamps.org/occupation/transit%20ghettos_de.html
E. Freudmann: Auf der Arbeitslosenbörse in Sao Paulo. In: Das Kleine Blatt (Wien) 27.6.1927, S. 3f.; E. Freudmann: Das ist Brasilien. Erlebnisse eines Einwanderers. In: AZ, 17.3.1929, S. 18-19; E. Freudmann: Getto in Eisenstadt. In: AZ, 10.11.1929, S, 12; E. Freudmann: Anstreicher werden gesucht! Arbeitsabenteuer in Brasilien. In: AZ, 5. 12. 1929, S. 5; E. Freudmann: Eine brasilianische Geschichte. In: AZ, 8.9.1929, S. 17-18; E. Freudmann: Ein Europäer landet in Senegal. In: AZ, 29.12.1929, S. 13-14; Arbeiterfahrt durch Brasilien. In: Die Rote Fahne (Wien), 9.4.1931, S. 7; Aufruhr in China. In: Die Rote Fahne (Wien), 19.4.1931, S. 9; E. Freudmann: Hilfsarbeiter in Brasilien. In: Das kleine Blatt, 19.12.1933, S. 3.
Literatur
Johannes Börmann (2016), Die Internationalen Brigaden als Emanzipationsort – österreichische Jüdinnen und Juden im Spanischen Bürgerkrieg. DÖW. https://www.doew.at/cms/download/b9d2u/web_span_boermann.pdf
(GM)

