Freund, Walter

geb. am 11.1.1899 als Adolf Walter Freund in Dresden – gest. im Dez. 1983 in Buenos Aires; Übersetzer, Schriftsteller und Journalist
Pseudonyme: Joe Conway (für Romane), Werner Braun (Volkszeitung, Argentinien)

Freunds Familie übersiedelte 1911 nach Wien, wo W. F. 1917 maturierte, sofort eingezogen und an die italienische Front geschickt wurde. Nach Ende des Krieges absolvierte er ein Studium in Germanistik und Philosophie, das er aber nicht abschloss. Freund arbeite danach als Übersetzer aus dem Englischen/Amerikanischen, Italienischen und Französischen sowie eigene schriftstellerische Tätigkeit und Mitarbeit an mehreren Zeitschriften und Zeitungen, darunter z.B. Der Tag, Kuckuck oder das Wiener Magazin.

1927 Eintritt in die KPÖ; Beiträge für die »Rote Fahne« und die »Illustrierte Rote Woche«. Verständnis für die Sozialdemokratie und zugleich Überwindung dieser/ihrer Ideologie spricht aus seinem Gedicht SPOe.-Parteitag (Rote Fahne, 18.11.1932, S.7). 1934 bis 1938 Engagement in der damals schon illegalen Roten Hilfe. Persönlicher Hintergrund dafür war auch seine Ehe mit der aus Galizien geflüchteten Feige Joles. 1938 von den Nationalsozialisten verhaftet, gelang ihm mithilfe eines Ausreisevisums die Flucht nach Frankreich und von dort nach Argentinien, von wo er mit den Zeitschriften Vorwärts und Nueva Austria für die Befreiung und den Aufbau eines neuen Österreich kämpfte.

Werke

Joe Conway, Schwarz und Rot. Ein Negerroman. Deutsch von Walter Freund. Wien 1933 [Scheinübersetzung]
Was wird aus Österreich? Buenos Aires 1945

Quellen und Dokumente:

W. Freund: Zwei Liebende. In: Der Tag, 13.7. 1926, S. 4; Carlo und Vivian. In: Wiener Magazin, Aug. 1932, S. 73-76; Massimo Bontempelli: Der Dämon des Spiels. Übers. v. W. Freund. In: Die Stunde, 16.4.1933, S. 7; M. Bontempelli: Schuld und Sühne. Übers. v. W. Freund. In: Die Stunde, 14.3.1936, S. 7.

Eintrag zu A.W. Freund in: Susanne Blumesberger (Hg.): Handbuch österreichischer Autoren und Autorinnen jüdischer Herkunft 18.-20. Jahrhundert. Wien 2002, S. 366.

Stefanie Kremmel (2012), Porträt des Exilübersetzers Adolf Walter Freund. Institut für Translationswissenschaft der Universität Wien. https://phaidra.univie.ac.at/o:1615646

Verzeichnis der Publikationen (Beiträge, Übersetzungen, wissenschaftliche Arbeiten) sowie Literaturhinweise zu W. F. auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Walter_Freund

(GM)