Geb. 7.2.1879 in Nyíbáto (Österreich-Ungarn), gest. 15.7. 1934 in Seini (Rumänien)

Publizist, Soziologe, Parteigründer, (ungar.) Minister, Exilant

Der aus einer bürgerlichen jüdischen und somit auch deutschsprachigen Familie kommende Paul Schwarz bzw. Szende studierte ab 1896 bis 1902 in Budapest Staats- und Rechtswissenschaften und schloss diese Studien mit einer Promotion in beiden Fächern ab. Daraufhin arbeitete er zunächst als Rechtsanwaltskonzipist und ab 1908-1918 zuerst als Sekretär, bald aber als Generalsekretär der Ungarischen Handelsvereinigung (Országos Magyar Kereskedelmi Egyesülés). Zugleich war er auch als Redakteur bzw. als Mitarbeiter in soziologischen ungarischen Zeitschriften tätig, in deren Umfeld er den Schriftsteller, Soziologen und späteren Politiker Oszkár Jászi (1875-1957) kennen lernte, der mit der Künstlerin Anna Lesznai zu jener Zeit verheiratet war. Mit ihm gründete er 1914, knapp vor Kriegsbeginn die Radikale Partei (Országos Radikális Párt). Am Ersten Weltkrieg nahm Szende bis Ende 1915 an den Kämpfen an der Ostfront teil. Wie Jászi so gehörte auch Szende im Zuge der sog. Asternrevolution seit Ende Oktober 1918 dem Ungarischen Nationalrat an und wurde vom ersten demokratischen Ministerpräsidenten Mihaly Karoly als Staatssekretär ins Finanzministerium berufen. Nach Ausrufung der Räterepublik im März 1919 musste sich Szende zurückziehen und floh mit seiner Familie nach Wien.

Weitere Werke und Texte:

Materialien und Quellen:

Teilnachlass: International Institute for Social History (Amsterdam): The Paul Szende Papers.

A.Z. Bernard: Pál Szende. In: ÖBL: hier.

(PHK, in Vorber.)