Geb. 9.7.1873 in Innsbruck, gest. 5.7.1924 in Wien. Kritiker, Offizier, Redakteur, Schriftsteller.

Nach der Übersiedelung der Familie von Innsbruck nach Graz, wohin sein Vater, Historiker und Universitätsprofessor 1891 berufen wurde, legte Busson 1892 die Matura ab und begann 1893 ein Medizinstudium, das er jedoch nicht beendete. 1897 begann er eine Offizierslaufbahn, die er aber im Jahr 1900 aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Daraufhin fing er beim Neuen Wiener Tagblatt als Feuilletonist und Kritiker an und brachte es ab 1914 zu einer Anstellung als Redakteur. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er als Kriegsberichterstatter des Kriegs-Pressequartiers auf dem Balkan, in Italien, Galizien und der heutigen Ukraine. Seit 1901 erschienen Gedichte, Balladensammlungen sowie ab 1903 novellistische Prosa und mit Arme Gespenster. Historische Novelle 1909 die ersten historisch ausgerichteten Erzählungen. Nach 1918 wandte er sich zunehmend phantastisch-utopischen, aber auch pazifistisch und idealistischen, an den Idealen der Französischen Revolution inspirierten Themen zu, zu dem auch ein Interesse für den Okkultismus trat, sichtbar etwa in F.A.E. (1920) und in Die Wiedergeburt des Melchior Dronte (1921).

Materialien und Quellen:

vgl. Eintrag in Lexikon Literatur in Tirol: hier.

Literatur:

Aneta Jachimowicz: Der historische Roman der Ersten Republik Österreich in ideologiekritischer Sicht. Würzburg 2018, 283-289 (zu M. Dronte-Roman); Dies.: Außerhalb des Kanons. Paul Busson und seine Zeitkommentare. In: Dies. (Hg.in): Gegen den Kanon – Literatur der Zwischenkriegszeit in Österreich. = Warschauer Studien zur Kultur- u. Literaturwissenschaft 10, Frankfurt/M. u.a. 2017, 429-447.

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