geb. am 5. 2. 1884 in Wien – gest. 1942 im Vernichtungslager Sobibor

Feldmann, jüdische Schriftstellerin und Journalistin, als Kind ungarischer Zuwanderer in Wien geboren, wächst in bescheidenen Verhältnissen in den Randbezirken (Leopoldstadt, Brigittenau) auf. Für kurze Zeit besucht sie eine Lehrerinnenbildungsanstalt, muss die Ausbildung aufgrund der Arbeitslosigkeit des Vaters aber abbrechen.

Erste journalistische Arbeiten veröffentlicht sie in der Zeit sowie Dr. Blochs österreichischer Wochenschrift. In den Jahren 1916-1918 verfasst sie neben Bruno Frei Jugendgerichtsserien für Carl Colberts Der Abend und von 1918-1920 auch eine Artikelserien für das Neue Wiener Journal. Ab 1920 bis zum Verbot 1934 schreibt sie in der Arbeiter-Zeitung, wo sie bei einem Preisausschreiben 1933 nach Veza Canetti den zweiten Platz belegt. Vereinzelt finden sich Artikel u. a. auch in der Neuen Freien Presse, der Wiener Morgenzeitung, der Frau, Kunst und Volk sowie dem Arbeiter-Sonntag.

1916 wird ihr Theaterstück Der Schrei, den niemand hört, mit dem sie sich mit der Bitte um Begutachtung an Arthur Schnitzler gewandt hatte, an der Volksbühne in Wien uraufgeführt. Von Adolf Gelber in den Kreis um Popper-Lynkeus eingeführt verkehrt sie dort bis zu seinem Tod 1921. Im selben Jahr erscheinen ihr Kindheitsroman Löwenzahn und Das Briefbuch des Wiener Kindes, das sie zusammen mit Anna Nussbaum herausgibt. Weiters veröffentlicht sie einen Erzählband Liebe ohne Hoffnung (1928) sowie die Romane Der Leib der Mutter (1933) und Martha und Antonia (1934, Fragment geblieben) – beide als Fortsetzungsromane in der AZ.

Illustration Carry Hausers beim Fortsetzungsabdruck von Der Leib der Mütter in der AZ | Dokumentationsstelle für österreichische Literatur

Sie ist Mitglied der Vereinigung zur Bekämpfung des Krieges Clarté sowie der 1933 gegründeten Vereinigung sozialistischer Schriftsteller. Es gibt einen Hinweis auf einen Nachlaß Feldmanns, den sie der Schauspielerin Frida Meinhardt überantwortet haben soll. Dieser konnte allerdings bis dato noch nicht ausfindig gemacht werden. Briefe Feldmanns an Otto König, Arthur Schnitzler, Siegfried Kracauer sowie den Exilverlag Allert de Lange sind erhalten geblieben.


Literatur

Monika Nebosis: Aber was bleibt am Schluß? – Else Feldmanns Romane ‚Löwenzahn‘, ‚Der Leib der Mutter‘ und ‚Martha und Antonia‘. Diplom-Arbeit, Institut für Germanistik der Universität, Wien, 1999; Elisabeth Malleier: Jüdische Frauen in Wien (1816 – 1938) : Wohlfahrt – Mädchenbildung – Frauenarbeit. Dissertation, Wien, 2000; Helga Mayer: Else Feldmann – Journalistin und Schriftstellerin. Diplom-Arbeit, Institut für Publizistik der Universität Wien, 1992; Adolf Opel (Hrsg.): Else Feldmann: Arbeiten für das Theater. LiDi Europe Verlagshaus, Berlin, 2007; Elisabeth H. Debazi: Schreiben vom Rand. Else Feldmann: Journalistin und Schriftstellerin (1884-1942) In: Chilufim. Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 3/2007. S. 97-109.

Eintrag zu Else Feldmann in Spuren und Überbleibsel. Bio-bibliographische Blätter; Biographische Skizze: http://www.onb.ac.at/ariadne/vfb/bio_feldmann.htm

(EHD)