Lorre, Peter
Geb. 26.6. 1904 als László Lowenstein in Rosenberg (k.k. Österr.-Ungarn, heute: Ruzoberek, Slowakei), gest. 23.3. 1964 in Los Angeles/USA. Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler, Exilant.
Seit 1922, infolge der Begegnung mit Jakob Levy Morenoauch Jakob Levy, Jakob Moreno Levy bzw. Jacob Moreno Lévy, seit 1927 Jacob Levy Moreno geb. als Iacov Moreno Levy a..., interessierte sich Lorre (diesen Namen nahm er um 1924/25 an) für schauspielerische Arbeit, zunächst im Rahmen von Straßentheater-Stegreif-Veranstaltungen, bei denen er ‚entdeckt‘ wurde, um 1927 im Lustspiel Amor in Nikolsburg von A. Friedmann seine vermutl. erste ‚klass.‘ Theaterrolle zu erhalten. Es folgten nämlich bald Engagements an bedeutende Häuser wie das Thalia-Theater (Hamburg) oder das Zürcher Schauspielhaus. Sein Filmdebüt gab er 1929 im österr. Stummfilm Die veschwundene Frau (Regie: Karl Leiter). Im selben Jahr war er auch an der Berliner Volksühne tätig, u.a. in Pioniere von Ingolstadt (Regie: B. Brecht) und kam mit den Größen jener Zeit in Kontakt, z.B. mit B. Wilder oder Marlene Dietrich. Seinen Durchbruch erlebte er mit der Rolle Kindermörders in Fritz Langs M – Eine Stadt sucht einen Mörder 1931, wo er auch Celia [Cäcilie] Lvovsky [Lovsky] kennenlernte, mit der er 1933 ins Exil, zuerst in Frankreich, ab 1934 in den USA, ging. Dort feierte im Sternberg-Film Schuld und Sühne (Crime and Punishment) 1935 einen ersten Achtungserfolg, dem 1942 sein US-Durchbruch an der Seite von H. Bogart u.a. in Casablanca (Regie: M. Curtiz) folgte.
Materialien und Quellen:
Eintrag auf: Peter Lorre | filmportal.de;
N.N. Amor in Nikolsburg [Kammerspiele]; in: NWJ, 19.2.1927.
M. Omasta, B. Mayr, E. Streit (Hgg.): Peter Lorre – ein Fremder im Paradies. Wien 2004;
(PHK, in preparation)

