Mayer, Josef
Geb. 9.4. 1877 in Eger/Cheb (Böhmen, k.k. Österreich-Ungarn), gest. 3.5. 1938 in Cheb/Eger (Tscheschoslowakische Republik). Brauereibesitzer, Politiker (in k.k. Österreich-Ungarn, ab 1920 in der Tschechoslowakei)
Mayer begann seine polit. Laufbahn als Ausschussmitglied der deutschen Sektion des Landeskulturrates für Böhmen und Abgeordneter zum Böhmischen Landtag und wurde 1910 bereits als Nachfolger von Kolowrat-Krakowski in den Reichsrat gewählt und 1911 in der regulären Wahl bestätigt. Ab 1914 nahm er als Reserveoffizier am Weltkrieg teil, zuerst am russischen, dann ab 1916 am rumänischen Kriegsschauplatz. 1916 veröffentlichte er seine Russland-Erfahrung in Form eines Buches. Da durch den Kriegsbeginn sein Mandat bis zu dessen Ende ‚verlängert‘ wurde, blieb er auch weiterhin im Reichsrat politisch tätig und zwar für die Deutsche Agrarpartei. Zu Kriegsende gehörte er daher der Provisorischen Nationalversammlung an und übte in der Regierung Renner bis Feb. 1919 die Funktion des Staatssekretärs (= Ministers) für das Heerwesen aus. Als sich zeigte, dass die Ansprüche der jungen Republik auf die deutschsprachig-böhmischen Gebiete nicht durchsetzbar waren, kehrte er noch 1919 nach Eger/Cheb zurück. Dort trat er dem Bund der Landwirte bei und wurde 1920 (bis 1926) als Abgeordneter ins tschechische Parlament gewählt. Zugleich wurde er Präsident des Bundes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände in Prag. 1927 aus dem Bund der Landwirte ausgeschlossen, gründete er 1928 den Sudentendeutschen Landbund(in preparation) und kooperierte fortan mit ihm und ab 1933 mit der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei.
Materialien und Quellen:
Eintrag im ÖBL: https://www.biographien.ac.at/oebl_5/433.pdf; Eintrag in: https://www.parlament.gv.at/person/1102 (Polit. Funktionen 1911-1920 in Österreich);
(in preparation)

