Geb. 12.1.1878 in Budapest, gest. 1.4.1952 in New York. Dramatiker, Journalist, Schriftsteller, Exilant

Nach Abschluss des Calvinistischen Gymnasiums (1895) Ferenc fing Molnár das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Budapest zu studieren an. Da er in jener Zeit regelmäßiger Gast im „Central Café“ war, wo er mehr Zeit als in den Hörsälen verbrachte, wurde er von seinem Vater nach Genf geschickt, um seine juristischen Studien fortzusetzen. Während der zwei Semester an der Schweizer Universität begann er, Reportagen und Berichte zu schreiben und diese nach Ungarn an verschiedene Zeitungen zu schicken. Dabei entstand auch die kurze Novelle Magdolna. Um sein Französisch zu verbessern und neue Entwicklungen am Theater kennenzulernen, ging Molnár nach Paris. Die modernen Boulevard-Komödien von Bernstein, Bataille, Capus und anderer beeinflussten später auch den Stil seiner Dramen. Nach seiner Rückkehr nach Budapest begann er professionell zu schreiben und änderte seinen deutschen Namen in das ungarische Molnár (deutsch: Müller). Eine mögliche juristische Laufbahn gab er schon 1896 auf und wurde zunächst Journalist.

In dieser Rolle berichtete er für mehrere Zeitungen, zunächst vor allem über Gerichtsprozesse, und insbesondere für den „Budapesti Napló“ unter dem einflussreichen Chefredakteur József Vészi. Dabei wurde er vertraut mit den Sorgen der verschiedenen Klassen und eingängiger Stil erregte bald die Aufmerksamkeit der Leser. Zugleich versuchte er sich literarisch tätig zu werden. Sein erster Roman, Az éhes város (Die hungrige Stadt, 1901), war eine vernichtende Anklageschrift gegen geldhungrige Politiker und soziale Parvenüs. Die schonungslose Zeichnung der dämonischen Wirkung des Geldes aus der Sicht eines jungen, idealistisch gezeichneten Zeitungsjournalisten zog ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich und trug Molnár Bekanntheit und Anerkennung ein. Im folgenden Jahr 1902 fing er an, für das Theater zu schreiben – und begann damit eine außergewöhnliche Karriere.

Nicht wenige der frühen Stücke waren Nebenprodukte seiner journalistischen Arbeit, teils impressionistische Skizzen, teils Zufallsszenen oder dialogisierte Chroniken, so z.B. sein erstes Stück, A doctor úr (Der Rechtsanwalt), im Grunde noch eine Art Farce im Stil französischer Komödien. Auch das Lustspiel Józsi (UA 1904), wurde zuvor als Folge von Dialogen veröffentlicht. 1906 wurde Molnár zum Redaktionsmitglied des Budapesti Napló und ging seine erste Ehe mit der damals sechzehnjährigen Margit Vészi ein, die später auch als Schriftstellerin und Künstlerin Aufsehen erregte. Nach der Geburt der Tochter Márta im darauffolgenden Jahr ging diese Ehe bereits in Brüche und wurde getrennt. Doch schon wenige Monate nach der Trennung ging Molnár ein Verhältnis mit Irén Varsányi eingegangen, Ungarns bedeutendster Schauspielerin und Frau eines Fabrikanten, Für sie schrieb er Az ördög („Der Teufel“), ein Stück, in dem eine Schauspielerin aufgefordert wird, ihren langweiligen Ehemann zu verlassen. Das 1907 uraufgeführte Drama brachte ihm internationalen Ruhm und die Mitgliedschaft in der exklusiven „Petöfi Gesellschaft“ ein, aber auch ein Duell mit dem eifersüchtigen Gatten sowie eine zweiwöchige Gefängnisstrafe.

(in Vorbereitung)