Geb. 23.7.1877 in Budapest, gest. 21.12.1944 in London.

Kritiker, Rechtsanwalt, Regisseur und Theaterunternehmer, Exilant.

Der aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammende Weiss absolvierte zunächst ein juridisches Studium und begann danach, d.h. 1903-1906, in der Theaterredaktion des Pester Lloyd zu arbeiten. 1906 ging er offenbar nach Berlin, wo er die Idee zur Gründung eines nach F. Hebbel benannten Privattheaters mit Unterstützung durch den Architekten Oskar Kaufmann und finanzielle Gönner umzusetzen begann, welches im Jänner 1908 auch eröffnet wurde. 1910/11 musste er dieses Theater wegen Finanzierungsprobleme wieder aufgeben. Daraufhin wurde er Leiter der Münchner Kammerspiele bis 1913. Nach weiteren Stationen übernahm er 1920 die Tribüne, eine dezidiert expressionistisch und innovativ orientierte kleine Bühne in Berlin, die 1921 mit dem Theater am Kurfürstendamm und später mit anderen Häusern, an denen v.a. Max Reinhardt mit seinem Theaterkonsortium beteiligt war, fusionierte. Robert inszenierte bevorzugt zeitgenössisches Theater, nicht ohne Provokationen zu scheuen, z.B. anlässlich der Inszenierung von Wedekinds Franziska (Tribüne, 1920), die ihm einen Prozess und wegen eines Nacktauftritts kurzfristig ein Verbot als Theaterleiter zu wirken, eintrug. Stefan Großmanns Rubrik Berliner Theaterbriefe im NWJ berichtete seit 1918 dem Wiener Lesepublikum über seine Aufführungen und Gastregien. Im November 1920 trat er als Co-Direktor in die Leitung der Wiener Renaissance-Bühne ein (NWJ, 9.11.1920,22) und brachte 1921 das von ihm weiterhin geleitete Tribüne-Ensemble zu einem Shaw-Gastspiel nach Wien. Bereits im Juni 1922 folgte auch die Direktionsübernahme in der Neuen Wiener Bühne sowie der Kammerspiele sodass Robert binnen weniger Jahre mit mindestens drei, zeitweilig Bühnen in Berlin und zwei bzw. drei in Wien zu den jene Jahre mit prägenden Theaterdirektoren und Regisseuren aufstieg, wie das NWJ am 25.6.1922 vermeldete, was ihn zu einem der Protagonisten der ‚Vertrustungs‘-Debatte stempelte und in Grabenkämpfe u.a. in Berlin mit M. Reinhardt verwickelte. Immerhin brachte er im Herbst 1923 Karel Capeks Roboterstück W.U.R. in Wien zu seiner Erstaufführung.

(work in progress, PHK)