Einträge von litkultadmin

Friedrich Austerlitz: „Dem Ansehen der Nation abträglich.“

N.N. [Austerlitz]: „Dem Ansehen der Nation abträglich.“ (1930) Die Regierung hat ihre Entscheidung über dem Film Im Westen nichts Neues getroffen. Es ist eine echt österreichische Ent­scheidung. Die Regierung hat es nicht ge­wagt, den Film zu verbieten, weil sie dazu kein gesetzliches Recht hat. Aber sie hat „den Landesregierungen nahegelegt, die Vorführung des Films hintanzuhalten“, […]

Andreas Latzko: Heldentod

Andreas Latzko: Heldentod. (1930) Die folgende Novelle entstammt dem 1917 zuerst anonym, nach dem Krieg unter dem Namen des Verfassers im Max Rascher-Verlag, Zürich, erschienenen Buch Menschen im Krieg. A. L. kam vom Görzer Brückenkopf mit einem schweren Schock, eigentlich moribund, zur Superarbitrierung. Anfangs 1917 schrieb er in Davos die „Menschen im Krieg“, die im […]

N.N.: Mehr als ein Film!

N.N.: Mehr als ein Film! (1931)             Es ist eine echt österreichische Lösung – so echt österreichisch, daß man sie hätte voraussagen können. Darf der Remarque-Film gespielt werden? Nun – o, du mein Österreich! –, von fünf bis sieben Uhr ja, aber nach sieben Uhr nicht! So hat es zum mindesten für den gestrigen Tag […]

Rudolf Jeremias Kreutz: Robert Hohlbaum: Die deutsche Passion.

Der Epiker Robert Hohlbaum ist eine stete Hoffnung, die unaufhaltsam nach Erfüllung drängt. In jedem seiner Bücher spürt man gleichsam ein tiefes, leidenschaftliches Atemholen: fleißig trainierte, geschmeidige, wenn auch nicht athletische Kraft strafft sich zum Sprung nach dem Erfolg. In jedem seiner Romane sind Ansätze zum Erzähler großen Stils, in jedem aber auch drohen Grenzen, […]

Emmerich Kalman: Die Operette im Film

Emmerich Kalman: Die Operette im Film. (1920)             Die Operette ist eine dramatische Kunstform, die sich der Film am spätestens erobert hat. Man kann auch von einem Erobern kaum sprechen; die Operette bietet der Verfilmung ein sehr sprödes Material, das nicht leicht zu meistern ist. Die Filmoperette oder vielleicht besser ausgedrückt, das musikalische Lustspiel ist […]

Rudolf Holzer: Neue Lyrik

R[udolf] Holzer: Neue Lyrik. [Hoeflich, Grünewald u.a.] (1922) Gedichte, aus starkem inneren Erlebnisse quellend, hat Eugen Höflich (Ilf-Verlag in Wien) in einem schlanken Band vereint, dem er den Namen Der rote Mond gegeben hat. Es sind phantastisch-enthusiastische Verse, eigenwillig und ungeformt im Bau, von starker Bildkraft, mitunter in dem Bestreben, die Farben und Melodienart einer […]

Leo Heller: Wien wie es euch gefällt

Ein neuer Führer durch Neueres. Daß Wien sich in den letzten zehn Jahren etwas verändert habe, stellt heute fast nie­mand mehr in Abrede. Nur darüber ist man in den verschiedenen Lagern uneinig, ob „die Kaiserstadt“ oder „das rote Wien“ besingenswerter, ob die ältere Generation mit ihrem Krenfleisch oder die jüngere mit ihrem Sport sympathischer, die […]

O. M. Graf: Ein großer revolutionärer Dichter unserer Zeit. [Fritz Brügel]

Schiebt bitte, die Bücher beiseite, die täglich von den Verlagen kommen und sich auf meinem Tisch schrecklich fordernd türmen. Jedes will gelesen und bald gelesen werden. In jedem steckt mühevolle Arbeit, ehrliches Wollen, unbestreitbares Können und viel Hoffnung. Die meisten haben einen gewichtigen Inhalt, der Autor hat ihn sauber und anerkennenswert geformt, seine geistige Haltung […]

Max Graf: Die Josefslegende von Richard Strauß.

Mit seiner Ariadne auf Naxos war Richard Strauß in den Kreis der Barockoper eingetreten, die er, der Musiker bayrischen Stammes, in modernem Sinn wieder belebt hat. In einem bunten Spiel schlingen sich eine antike Fabel mit Maskentänzen der italienischen commedia del arte zusammen. Zerbinetta, Harlekin, Scaramaccio, Truffaldin und Brighella tanzen und scherzen, während Ariadne klagt, […]

Franz Glück: Alfred Polgars Kriegsbuch „Hinterland“

Alfred Polgar ist ein Skeptiker mit angeborenem Glauben an die Menschenseele. Sein Ernst, manchmal von ihm selbst bezweifelt, steht doch felsenfest. Und sein Skeptizismus umfaßt mit so entzückend reichem Humor das Zweifelhafte der Menschenexistenz und das Bestialische ihrer Dummheit, Unseligkeit und Bosheit, daß, wie zumeist dort, wo wahrer Reichtum herrscht, Lächerliches und Grauenhaftes, Scherz und […]