Einträge von litkultadmin

Anton Kuh: Die Lehre des Otto Groß

: Die Lehre des Otto Groß. (1921) Man wird sich noch der Aufsehen erregenden Affäre jenes jungen Psychoanalytikers Dr. Otto Groß er­innern, der vor etwa acht Jahren nach der Giftverabreichungen zwei Damen der Berliner Gesellschaft, die Selbstmord verüben wollten, von seinem Vater, dem bekannten Grazer Kriminalwissenschaftler Professor Hans Groß ins Irren­haus gesperrt wurde. Otto. Groß, […]

Rudolf Jeremias Kreutz: Erkenntnis der Zeit durch das Gedicht.

Rudolf Jeremias Kreutz: Erkenntnis der Zeit durch das Gedicht. (1931) Theodor Kramer: Wir lagen in Wolhynien im Morast. Ein Gedichtbuch.             Ein Paradoxon sei gewagt: Wir gehen einer Epoche entgegen, die in der Oednis ihrer zweckdienlichen Sachlichkeit um so gewisser Trost suchen wird im gesteigerten, im dichterisch erfühlten Wort, je mehr Mechanisierung und Maschinismus sie […]

C. Benedek: Im Zukunftstheater der Futuristen. Gespräch mit Marinetti

C. Benedek: Im Zukunftstheater der Futuristen. Gespräch mit Marinetti (1927) Paris, im Mai. Die parfümierte Eleganz des Madeleine-Theaters. Das Orchester spielt Krieg. Inmitten der Empiredekoration liegt eine Frau träumerisch hingegossen auf dem Kanapee. Sie wird sogleich tanzen, wird die allabendlichen plastischen Posen zum besten geben, die mit den Gebärden des täglichen Lebens kaum so viel […]

Béla Balász: Sprechchor

Zum erstenmal in Wien wurde, anläßlich der Jahresfeier der Republik, im Konzerthaus, vor großer Öffentlichkeit, ein Sprechchor aufgeführt. Der bescheidene Referent sieht sich bei dieser Gelegenheit vor die peinliche Notwendigkeit gestellt, große Worte zu gebrauchen, die jedem feineren Stilisten widerstreben müßten. Er muß sagen, daß Wien, das so oft verspätete, mit dieser Aufführung gegenwärtiger wurde […]

Hermann Bahr: Tagebuch (Jugend-Aktivismus)

Salzburg, 30. Dezember. Endlich! Es war aber auch höchste Zeit: seit fast zwanzig Jahren ist in Österreich keine neue Jugend mehr erschienen, seit zwanzig Jahren warte ich auf Ablösung! Längst ist meine Jugend alt geworden; um die Vierzig wird’s ja Zeit, daß der Mensch den Schein durchschaut und sich zur Ewigkeit kehrt, aber wer erst […]

Béla Bálázs: Rohstoff

Im Raimund-Theater, wo in der letzten Zeit das Schicksal der Weißen in Afrika gezeigt wurde, wird jetzt gleichsam der Gegenbesuch dargestellt und eine ansehnliche Schiffsladung schwarzer Fracht gelöscht. Die Kolonialpolitik ist auch in der Kunst sehr aktuell. Man ist eben auf den Rohstoff der Plantagen angewiesen. Die Weiße Kunst scheint ihre ganze Materie an Themen, […]

Argos: Gespräch mit Sergej Diaghilew. Gegenwart und Zukunft des russischen Balletts.

Argos [ ]: Gespräch mit Sergej Diaghilew. Gegenwart und Zukunft des russischen Balletts. (1927) Sergej Djaghilew, der berühmte Leiter des nach ihm genannten Ballettensembles, ist nach einer großen Tournee durch ganz Deutschland endlich wieder nach Wien gekommen. Nach Wien, der großen Ballettstadt… von einst. Bewundernd sagt der große Theatermann mit halb russisch, halb französischem Akzent: […]

Otto Abeles: Raimundtheater

O.[tto] A.[beles]: Raimundtheater (1922) (Zum ersten Male: Sumpf, Schauspiel in vier Akten von Leopold Schwarzschild) Wir mußten schon manches „Drama aus der Um­sturzzeit“ über uns ergehen lassen. Ein einziges war echt: Freiheit von Herbert Kranz. Andere, besser: die anderen, waren widerliche oder gerissene Spe­kulationsware. Dieses aber ist weder echt noch finger­fertige Konjunkturarbeit. Es ist einfach […]

Adele Bruckner: Vor fünfzehn Jahren

Adele Bruckner: Vor fünfzehn Jahren (1929) Da wurde mit einem Federstrich das Todesurteil von Millionen Menschen unterschrieben. Kaltblütig, selbstverständlich, als wäre es das Natürlichste von der Welt, Todesurteile en gros zu fabri­zieren. Wißt ihr noch, ihr Frauen, wie es vor 15 Jahren gewesen ist? Habt ihr es schon vergessen? Als die Men­schen, denen man die […]

Béla Balázs: TANZDICHTUNG

Wirklich deutlich kann nur werden, was leicht zu verwechseln ist. Nur wo sehr scharf unterschieden werden muß, können die Umrisse eines Begriffs präzise gezogen werden. Was die Tanzdichtung nicht ist, wollen wir also vorerst erfahren. Denn die Möglichkeiten der Verwechslung sind so viele geworden und so naheliegend, so knapp angrenzend gleichsam, daß man nur zu […]