Entries by litkultadmin

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Ernst Fischer: Sprechchor und Drama (1925)

e[rnst] f[ischer]: Sprechchor und Drama Alle, die das Problem des Theaters, des Dramas, der Bühnenkunst prüfen, konstatieren seit Jahren in sämtlichen europäischen Ländern die Krise des Schauspiels. Immer wieder ist es vor allem das eine, dessen Mangel schmerzlich empfunden wird: der unmittelbare Kontakt mit dem Publikum. Einst Megaphon religiöser Erlebnisse, später Tribüne herrschender oder revoltierender […]

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Franz Theodor Csokor: Die neue dramatische Form (1921)

Franz Theodor Csokor: Die neue dramatische Form. (Die Wandlung und ihre Gründe)              Unleugbar erweist sich bei einer entwicklungsgeschichtlichen Untersuchung sämtlicher Kunstformen die des Dramas als die bis in die jüngste Zeit konservativste. Wohl brachten veränderte kulturelle, philosophische und sozialpolitische Anschauungen  Abwechslung in die dramatischen Themen, doch neben einer ethisch und ästhetisch die Schaubühne als […]

Paul Bellak: Die literarische Sendung Radio-Wiens (1925)

P[aul].B[ellak]: Die literarische Sendung Radio-Wiens. Das Programm des Winterhalbjahres.              Der ›Tag‹ hat bereits in großen Zügen die neue Richtung geschildert, die von der Programmleitung der Ravag eingeschlagen wird, um eine lebendige Ausgestaltung der Sendungen Platz greifen zu lassen. Auch die literarische Leitung unter Professor Dr. Hans Nüchtern wird diesen Gedanken in die Tat umsetzen. […]

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Neon: Agitationstheater (1929)

Neon  [= Robert Ehrenzweig]: Agitationstheater              Dem Bürgertum stehen in seinem Kampf um die geistige Beherrschung der Massen zwei wichtige Bundesgenossen zur Seite: die reaktionäre Kunst und der reaktionäre Kitsch. Es sind gefährliche Feinde des sich befreienden Proletariats: die Kunst, weil sie über jede Kritik erhaben zu sein scheint, der Kitsch, weil er unter jeder […]

Arnolt Bronnen über den Autor (1928)

Arnolt Bronnen über den Autor Aus: Das Theater der Gegenwart (Aus Gesprächen mit Arnolt Bronnen, Bert Brecht und Hans J. Rehfisch)              *GF. „Zum erstenmal seit zweitausend Jahren ergibt sich die Tatsache, daß dem Autor heute die ausschlaggebende Bedeutung am Theater fehlt. Selbstverständlich wird die Rolle des Autors immer die ursprüngliche sein und bleiben; denn […]

Fritz Rosenfeld: Der visuelle Mensch (1926)

Fritz Rosenfeld: Der visuelle Mensch             Die Verbindung des Individuums mit der Umwelt, des einzelnen mit der Gesamtheit, stellen der Gehör- und der Gesichtssinn her, die an Bedeutung die anderen Sinne bei weitem überflügeln. Schon von Natur aus sind diese zwei Sinne nicht bei allen Menschen gleich stark ausgebildet; bei dem einen, dem visuellen Typus; […]

Ernst Fischer: Theater und Technik (1929)

Ernst Fischer: Theater und Technik             Es wird im Allgemeinen zu viel von den geistigen, zu wenig von den technischen Bedingungen des Dramas gesprochen. Gewiß: das Drama fordert geistige Haltung, fordert ein Weltgefühl voll Spannung und Konzentration, fordert den Schicksalsglauben in irgendeiner Form; wer in allen Ereignissen nur den Zufall sieht, wer das Leben in […]

Joseph Eberle: Zum 12. November – Umsturzerinnerung (1925)

Joseph Eberle: Zum 12. November – Umsturzerinnerung Wer heute geschichtliche Erinnerung pflegt, auf Ereignisse der Vergangenheit zurückblickt und über sie nachdenkt, kommt bei den Modemenschen nicht gut an. „Laßt die Toten ihre Toten begraben“, wird ihm ins Gesicht gedonnert. Das Bild von Lots Weib, das nach dem brennenden Sodom zurückschaute und zur Salzsäure erstarrte, wird […]

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Fred Heller: Wiener Spiegelbilder. Nachttänze (1922)

Fred Heller: Wiener Spiegelbilder. Nachttänze             Ein Uhr nachts. Alle Gaststätten sind geschlossen, die letzten Schlaflosen wandern nach Hause. Ein junger Mann darunter, Bankbeamter – natürlich, was sollte er denn sonst sein, möchte man sagen -, vom Familienkonzert im Café nicht allein befriedigt. Aber um ein Ihr nachts ist auch das Abenteuer bereits schlafen gegangen, […]

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Ludwig Hirschfeld: Das Wiener Leben ein Fiebertraum. Eine Influenzaphantasie (1921)

Ludwig Hirschfeld: Das Wiener Leben ein Fiebertraum. Eine Influenzaphantasie             Ab und zu ein bißchen krank sein, das ist heute der Gesundheit sehr zuträglich. Miserabel fühlt man sich jetzt doch nur, solange man gesund ist, seinen Mitmenschen, den behördlichen Einfällen, dem Telephon, den Preisen und Tagesereignissen hilflos ausgeliefert. Im Moment, wo man sich aus diesem […]