Entries by

Hermann Bahr: Katholische Kunst (1925)

Hermann Bahr: Katholische Kunst Da der Katholizismus in unseren Tagen vor allem an innerer, aber allmählich auch schon an äußerer Kraft überall wächst, entsinnt er sich nun, wenn auch vorderhand nur erst insgeheim, langsam wieder der Bedeutung, die gerade in seinen größten Zeiten die Künste für ihn hatten, und er wieder für sie. Es wird […]

Claire Patek: So sieht die schöne Frau von heute aus (1927)

Claire Patek: So sieht die schöne Frau von heute aus Fotos: Kitty Hoffmann              Seitdem man von den Rubens-Idealen abgekommen ist, hat sich der Geschmack in bezug auf die Frauenschönheit einige Male geändert. Allerdings ist der Übergang nicht kraß vor sich gegangen, sondern milde; man konnte doch nicht alle üppigen Frauenschönheiten plötzlich aus der Welt […]

Ernst Lothar: Der Künstler und der Staat (1928)

Ernst Lothar: Der Künstler und der Staat Wenn man einen mit geistigen oder gar mit schöngeistigen Dingen befaßten Menschen bei uns fragte, ob ihm der Staat etwas bedeute, was er von ihm erwarte, wie er sich ein künftiges Österreich denke; wenn man mit ihm über „Politik“ spräche, dann lächelt der befragte Dichter, Komponist, Maler, Regisseur, […]

Raoul Auernheimer: Expressionistische Bewegung (1918)

Raoul Auernheimer: Expressionistische Bewegung              Es wird jetzt ziemlich viel von Expressionismus gefabelt, sowohl von den Führern dieser allerneuesten Literatur- und Kunstbewegungen als auch von jenen, die sich ihr aus freier Überzeugung angeschlossen haben aber aus Furcht, den Anschluss zu versäumen, dahinter hertaumeln. Indessen wissen die wenigsten zu fragen, was dieses dunkel und gewalttätig klingende […]

,

Carl Marilaun: Die jungen Männer (1920)

Carl Marilaun: Die jungen Männer „Der ‚junge Mann von Welt’, dessen österreichischer, Wienerischer Spielart Richard Schaukal, ein älterer Mann von Welt vor zehn Jahren ein ironisch-apologetisches Brevier gewidmet hat, ist im Aussterben begriffen. Er war ein ‚junger Herr’, und servierte seine tadellos manikürte, nach dem Journal des Londoner Schneiders equipierte und hinreißend gescheitelte Eleganz jeden […]

Alfred Polgar: Burgtheater. Die Schönbrunner Dependance – Blätter des Burgtheater (1919)

A[lfred] P[olgar]: Burgtheater. Die Schönbrunner Dependance – Blätter des Burgtheater.              Das Schönbrunner Schloßtheater ist ein entzückendes Theater. Der Zuschauerraum, von lachend Rot und Gold überflossen, ein Gleichnis pretiöser Heiterkeit und spielerischer Grazie. Ein Raum in C-Dur, unzeitgemäß wie Erdennot-Ferne, durchatmet von Luxus, Sinnlichkeit, genießerischer Laune. Ein unvergleichliches Bühnchen für zartest-heitere Musik, für subtile Kleinliteratur, […]

,

Max Foges: „Die vaterlose Gesellschaft“. Psychoanalyse und Revolution (1919)

Max Foges: „Die vaterlose Gesellschaft“. Psychoanalyse und Revolution.              Man muß schon einigermaßen mit der Terminologie der von dem Wiener Forscher Professor Siegmund Freud begründeten und so heiß umstrittenen psychoanalytischen Methode vertraut sein, um den Titel einer soeben in der Serie „Der Aufstieg“ (Anzengruber-Verlag, Brüder Suschitzky, Wien-Leipzig) erschienenen Broschüre des Freud-Schülers Dr. Paul Federn: Zur […]

Josef Luitpold Stern: Auf dem Wege zur Kultur (1926)

Josef Luitpold Stern: Auf dem Wege zur Kultur. Die Entfaltung der Geistigkeit der modernen Arbeiterschaft ist noch wenig erforscht, noch wenig beschrieben. Die Ergebnisse dieser Forschungen sind nur versprengt, nur vom Lesefleiß auffindbar. Eine umfassende Darstellung des Erwachens der proletarischen Seele gibt es noch nicht. Aber welcher Weg von den unglücklichen Kindern des Frühkapitalismus, als […]

,

N.N.: Wolkenkratzer und Automaten-Bufett (1929)

N.N.: Wolkenkratzer und Automaten-Bufett.              Tempo, Tempo ist die Devise unserer Zeit, Mechanisierung in der Arbeit und neue Sachlichkeit in der Form sind die Richtlinien.              Und so ist im Schatten des werdenden ersten Wolkenkratzers, an der Haltestelle der zukünftigen Untergrundbahn beim Kolosseum-Kino in der Nußdorferstraße das neue Automaten-Büfett entstanden und hat im Lichtschein glänzend […]

,

Josef Gregor: Republik und Theater (1919)

Josef Gregor: Republik und Theater              Es ist kein Zweifel mehr: Unser Leben hat sich geändert. Der schwerfällige Wiener denkt dabei zunächst an den bitteren Unterschied der Kost von einst und jetzt und kämpft einen harten Kampf, jede seiner Gewohnheiten in die sogenannte neue Zeit hinüberzuretten. Es wird aber nicht dabei bleiben. Die Einstellung auf […]