Burian, Emil F.

Geb. 11.6. 1904 in Pilsen (Plzen), k.k. Österreich-Ungarn (heute: Tschech. Republik), gest. 9.8. 1959 in Prag. Dramaturg, Komponist, Publizist, Regisseur, Schauspieler, Schriftsteller, Shoa-Überlebender, Theaterleiter.

Burian absolvierte seine musikalisch-kompositorische Ausbildung am Prager Konservatorium unter J. B. Foerster und wandte sich schon in den frühen 1920er Jahren experimentellen, vom Jazz und der Dada-Bewegung inspirierten Ausdrucksformen zu. Zudem trat er 1923 in die Tschechoslowak. KP ein. 1926-27 wirkte er in der Avantgarde-Gruppe Devětsil mit, trat aber 1927 aus ihr aus und begründete seine erste dadaistische Studiobühne und das Musikensemble Voiceband. 1930 zeichnete er für die tschechische UA von Brechts Dreigroschenoper verantwortlich, wie die Wiener Ztg. berichtete); 1932 sendete die Bünn-Prager Radiobühne das als Jazzrundfunkspiel bezeichnete Hörstück Plakate aus.1933 entstand daraus das Theater D 34 (das jedes Jahr progressiv die Nummer änderte: D35, D36 etc.) Mit ihm gastierte er auch 1937 in Wien.

Materialien und Quellen:

N.N.: Das D-Theater in Prag. In: Der Tag 4.10. 1935, S. 8; L. Metzl: Das modernste und fortschrittlichste Theater Mitteleuropas. In: Die Bühne. 2. Juniheft 1937, S. 31-32 u. S. 62.

Literatur:

Milan Kuna: Musik an der Grenze des Lebens: Musikerinnen und Musiker aus böhmischen Ländern in nationalsozialistischen Konzentrationslagern und Gefängnissen. Übersetzt v. Eliška Nováková. Überarbeitung der deutschen Fassung Michael Schmitt, Martin Weinmann. Frankfurt a. M.: Zweitausendeins 1993, S. 301–310

(PHK, in preparation)