Die Helios-Filmgesellschaft wurde im August 1912 von F. Dörmann u. seinem Geschäftspartner Elias Tropp gegründet und sicherte sich zunächst die Mitwirkung von Schauspielerinnen und Schauspieler der Jarno-Bühnen wie Heinrich Eisenbach, Gisela Werbezirk und Eugenie Bernay. Sie musste aus urheberrechtl. Gründen den Namen bereits im selben Monat abändern und bestand als Vindobona-Film-Gesellsch. weiter.

Im Sept. 1918 präsentierte sich unter neuer Geschäftsführung die Helios neuerlich auf dem Wiener Parkett, geleitet vom Regisseur Otto Kreisler und Rudolf Hoffermann und Sitz in der Neubaugasse (VII. Bezirk). Als erste Produktion firmierte der Film Der Traum im Walde. In den nächsten Jahren kamen mehrere Literaturverfilmungen zustande, u.a. Grillparzers Die Jüdin von Toledo oder Wedekinds Frühlings Erwachen (beide 1919), aber auch im Genre des sog. Sensationsfilms war die Helios präsent, 1919 z.B. mit dem Film König Ludwig II. 1920 wurde der Film Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes (mit Rudolf u. Josef Schildkraut in Hauptrollen) von der Zensur nicht zugelassen, 1921 stieß u.a. Max Neufeld zur Helios (der 1922-23 wegen einer plagiatsverdächtigen Konkurrenzproduktion beinahe wieder ausschied). Im Programmangebot fanden sich wieder prunkvolle Ausstattungsproduktionen wie Ein Künstlerleben (Untertitel: Mozarts Leben, Lieben und Leiden), Die tolle Miss (mit Maria Castelli) und Literaturverfilmungen wie Der tote Hochzeitsgast auf der Basis von Heines Ballade Don Ramiro, die im Juni 1922 mit beachtlichem Erfolg („Meisterwerk“, NWJ) in den Wiener Kinos anlief.  Im Okt.1923 berichtete Die Stunde vom Projekt eines „pazifistischen Films“, der auf dem Areal der Genfer Völkerbundzentrale gedreht werde (Die Stunde, 6.10.1923,6), jedoch am Ende offenbar nicht zustande kam, während zur Jahreswende 1924/24 der Film Die Tochter der Frau von Larsac (nach einem Pariser Skandalfall) seine Erstausstrahlung erlebte. 1925 wurde eine kommerziell wie thematisch interessante Produktion angekündigt, d.h. Ein Walzer von Strauß, mit Anita Berber in den Tanzszenen, welche den Finanzcrash von 1924 in den Mittelpunkt setzte, offenbar aber auch die Gesellschaft in finanz. Nöte brachte. Denn zwischen Okt. u. Nov. lief am Wiener Handelsgericht ein Ausgleichsverfahren (WZ, 22.11.1925,14), das zwar glimpflich endete, aber die Filmtätigkeit auf den Verleih reduzierte und der Produktion ein Ende setze. Im Februar 1929 wurde im Amtsblatt zur Wiener Zeitung denn auch die Auflösung der Gesellschaft kundgemacht (WZ, 3.2.1929, 16). 1937 wurde ein Neugründungsversuch unternommen, über dessen Ausgang nichts Weiteres bekannt ist.

(Work in progress…)