Geb. 12.5.1892 in Wien, gest. 22.7.1970 in München. Schauspieler, Film- und Theaterregisseur, Drehbuchautor, Exilant.

Kortner begann um 1910 mit seiner schauspielerischen Laufbahn unter Max Reinhardt in Wien und Berlin und erlebte seinen Durchbruch in Tollers expressionistischem Drama Die Wandlung unter der Regie von Karlheinz Martin am Berliner Theater Die Tribüne. Daraufhin verpflichtete ihn L. Jessner ans Schauspielhaus, wo er unter seiner Regie in eigenwilligen Klassiker-Interpretationen seinen eigenen Stil entwickelte und Triumphe feierte, so z.B. in der Rolle des Richard III. oder insbesondere des Shylock in Shakespeare-Aufführungen oder des Geßner u.a. Rollen in Schiller-Dramen. Seit 1915 spielte Kortner zugleich verschiedenste Rollen in zahlreichen Stumm-, später auch Tonfilmen unter den wichtigsten Filmregisseuren der Weimarer Republik (C. Froehlich, K. Grune, L. Jessner, W.G.Papst, R. Wiene u.a.).

Materialien und Quellen:

Eintrag bei: Künste im Exil: hier.

Literatur (Auswahl):

Matthias Brand: Fritz Kortner in der Weimarer Republik. Annäherungsversuche an die Entwicklung eines jüdischen Schauspielers in Deutschland. Rheinfelden 1981; Ivan Nagel: Kortner, Zadek, Stein. München 1989; Peter Schütze: Fritz Kortner. Reinbek bei Hamburg 1994; Klaus Völker: Fritz Kortner: Jude und Rebell gegen das privilegierte Konventionelle. Stiftung Neue Synagoge Berlin 2007, Evelyn Adunka: Meine jüdischen Autobiographien. Wien 2021, 135-138.

(in preparation)