eigentlich Margarete, Hildegard, geb 1903 in Wien – gest. 1997 in Wien.

Die aus einer assimilierten jüdischen Familie stammende G.U. studierte u.a. Germanistik an der Universität Wien und promovierte ebendort 1925 mit der Arbeit Die Anfänge des Expressionismus in Österreich. Sie trat der Sozialdemokratischen Partei bei und begann ab 1927 in der Arbeiter-Zeitung Feuilletons u. Kritiken zu veröffentlichen sowie in der Sektion 15 (Währing) an Veranstaltungen mitzuwirken, z.B. im Dez. 1927 an einem Wedekind-Abend. Im selben Jahr wurde sie auch für die Ztg. Der Tag tätig. Ihr thematisches Spektrum war breit gefächert, konzentrierte sich in den ersten Jahren aber vorwiegend auf Fragen des Films, auf Russland, u.a. auf habituelle Aspekte wie z.B. emigrierte Aristokraten (im Feuilleton Die Russin) oder auf F. Gladkows vieldiskutierten Roman Zement, sowie auf Frankreich (das sie offenbar 1926 bereist hat). Ab 1928 arbeitete sie sowohl an der sozialdemokratischen Programmzeitschrift Kunst und Volk mit als auch am Berliner Tagebuch (bis 1932). Darüber hinaus begann sich Ujhely auch für Fragen der sexuellen Identität und Freiheit zu interessieren und verfasste dazu 1930 im Querschnitt den (ironisch grundierten) Aufruf zur sexuellen Toleranz (hier). 1931 erschienen von ihr Texte auch in der Zs. Die Bühne, in der Vossischen Zeitung sowie in Die Stunde. Ab Mitte 1933 konnten von Ujhely, wohl aufgrund ihrer (gesellschafts)politischen Exponiertheit, keine Texte mehr erscheinen, weder in Deutschland noch in Österreich. Die letzte nachweisbare Publikation, die feuilletonistische Erzählung Seine Frau erschien am 11. 7. 1933 in der Stunde.

1938 floh Ujhely mit Hugo Beigel (1897-1978, Biogr. hier) ihrem aus Österreich stammenden Gatten, der als Psychotherapeut, Regisseur und Intendant tätig war, sowie mit der gemeinsamen Tochter zunächst nach Großbritannien, von wo sie 1939 in die USA weiter emigrierten.

Quellen und Dokumente:

Die Russin (Feuilleton). In: AZ, 22.5.1927, S. 3; Die Filme der Avant-Garde Frankreichs. In: Der Tag, 16.9.1927, S. 10; Montmarte (Feuilleton). In: AZ, 5.11.1927, S. 5; Verschönerung. In: Der Tag, 30.10. 1927, S. 8; Die Revolution des Kinopublikums. In: Kunst und Volk H.13/1928, S. 11; Diskussion (Reflexion betr. sex. Frage). In: Der Tag, 8.1.1928, S. 8-9; Lehrer Mager (Bespr. d. Romans Die Ursache von L. Frank), in: Das Tagebuch, H.31, 4.8.1928, S. 1301-1302; „Zement“ oder: Der Leidensroman des neuen Rußland. In: Der Tag, 15.1.1928, S. 21; Detektivgeschichte. In: Der Tag, 18.3.1928, S. 17; Neue Wege der Charakterforschung (Rez.). In: AZ, 8.7.1928, S. 10; Die Autopartie (Feuilleton). In: AZ, 26.8.1928, S.5; Der Kreis (Feuilleton betr. Tänzerin). In: AZ, 7.10.1928, S. 5-6; Religion preiswert abzugeben. In: Das Tagebuch, H. 3, 19.1. 1929, S. 115-116; Apologie des happy ends. In: Die Bühne H. 299/1931, S. 6; Das Publikum. In: Das Tagebuch, H. 25.7. 1931, S. 1193-94; Kiki in Berlin (F.)In: Das Tagebuch, H. 8, 20.2. 1932, S. 307-308; Seine Frau (Feuilleton). In: Die Stunde, 11.7. 1933, S.7.

(PHK)