geb. am 1.9. 1898 in Wien – gest. im Sept. 1969 in New York; Herausgeber, Lyriker, Musikschriftsteller, Exilant

Wallis wuchs in Wien auf, besuchte dort das Akademische Gymnasium u. zeigte sich musikalisch wie literarisch schon als Sechzehnjähriger interessiert. So sprang er 1914 nach der Einberufung mehrerer Musiker als Freiwilliger beim Badener Kurorchester ein, spielte dort die zweite Violine u. verfasste 1915  ein patriotisches Festlied; er war aber auch in der von O. M.Fontana 1915 hg. Anthologie Aussaat. Prosa und Verse einer neuen Jugend vertreten, mit dem er schließlich 1917 die express. Zs. Das Flugblatt herausgab, das in 5 Ausgaben bis 1918 beim Anzengruber Verlag (Wien) erschien u. in dem neben eigenen Gedichten u.a. Texte von M. Brod, O.M. Fontana, H. E. Jacob, R. Leonhard, M. Mell oder P. Zech zum Abdruck kamen.. In der Folge veröffentl. Wallis in versch. Ztg. weitere Texte, meist Gedichte, z.B. im Aufschwung das Gedicht in die Zeit (H8/1919), in der Ztg. Der Friede die Erz. Das Schutzgitter (H. 65/1919) oder mehrere Ged. in der Wage 1919 u. 1920.

In den 1920er Jahren zog sich W. aus dem literar. Leben weitgehend zurück u. widmete sich verstärkt der Musik u. Musikgeschichte, u.a. im Zuge eines Buches über Beethovens Streichquartette (1927) oder musikgesch. Feuilletons (z.B. über die Präsenz von Pianistinnen im Musikleben seit Mozart). Vereinzelt veröffentl. W. auch essayist. Beitr. zu Zeitthemen oder zu literar. Neuerscheinungen in Ztg. wie z.B. im Neuen Wr. Tagblatt, wo er zu Beginn der 1930er Jahre auch eine Redakteursstelle bekleidete, etwa über Hermann Grf. Keyserlings vieldiskutiertes, völkerpsycholog. ausgerichtetes Amerika-Buch Amerika, der Aufschwung einer neuen Welt. 1932-33 war W. auch durch Einführungsbeitr. Zum Radiomusikprogramm tätig (Verdi und Wagner), 1935 begrüßte er die Salmhofer-Oper Dame im Traum als eine sehr zeitgemäße und gelungene aufgr. ihrer Einbindung in die moderne, technisierte Lebenswelt. 1938 flüchtete W. aus Österreich u. kam (vermutl.) 1939 in den USA an, wo er in New York Fuß fassen konnte. Nach 1946 nahm er mit O.M. Fontana wieder Kontakt auf, wovon rund 30 Korrespondenzstücke im Nachlass (Wienbibliothek) Zeugnis legen.


Werke

Österreichs große Musiker (1935)

Quellen und Dokumente

Das Geheimnis des Genies. In: Neues Wiener Tagblatt, 9.2.1930, S. 24f., Graf Keyserling entdeckt Amerika. In: Neues Wiener Tagblatt, 23.1.1931, S. 2f., Pianistinnen. In: Neues Wiener Tagblatt, 7.6.1931, S. 24f., Oper mit Gegenwartsmenschen. Salmhofers “Dame im Traum” in der Staatsoper. In: Neues Wiener Tagblatt, 28.12.1935, S. 9, Bunte Woche in der Oper. Sensationssänger und Sensationsballett. In: Neues Wiener Tagbatt, 31.10.1936, S. 12,

(PHK)