Geb. 5.5.1870 in Wien, gest. 24.2.1947 in Wien; Schriftstellerin, Kritikerin, Kulturpublizistin.

Die Tochter des Neurologen und Psychiaters Theodor Meynert (1833-1892), der seit 1870 an der Univ. Wien lehrte, u.a.  auch S. Freud, wuchs in einem liberalen Elternhaus aus, in dem maßgebliche VertreterInnen des Wiener Kultur- und Literaturlebens (A. v. Frankl-Hohenwart, F. v. Saar, W. v. Wertheimstein u.a.) verkehrten. Sie begann um 1900 in der Wiener Zeitung sowie der Wiener Hausfrauenzeitung und ab 1903 auch im Neuen Wiener Tagblatt mit literarischen und feuilletonistischen Arbeiten ihre schriftstellerische Laufbahn, die 1903 in die Veröffentl. eines ersten Romans Grenzen der Kraft einmündeten, gefolgt von Sabine. Tragödie einer Liebe (1905), die zeitgenössische Frauenbilder und Weiblichkeitsprojektionen thematisierten. Zugleich engagierte sie sich in bürgerlichen Vereinigungen zur Frauen-Frage wie z.B. im Wiener Hausfrauenverein sowie im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen.  Gemeinsam mit Rosa Mayreder, Eugenie Schwarzwald, Helene Scheu-Riesz und vielen anderen engagierten Protagonistinnen des kulturellen Lebens unterzeichnete sie 1905 einen Aufruf zur Gewährung des Wahlrechts für Frauen (Die Zeit, 8.12.1905, 6). 1906 veröffentlichte sie in der NFP (5.8.1906) Briefe, die Saar an Sie gerichtet hat und kommentierte dessen letzten Lebensmonate. 1907 veröffentlichte sie in der angesehenen Ztg. Die Zeit einen Essay über den Kinderschutz; 1908 folgte das Volksstück Die Blinde, das im Raimundtheater einiges Echo im Zuge einer Wohltätigkeitsaufführung hervorrief, u.a. auch einen harschen Verriss durch die Zeit, während sich das Neue Wr. Tagblatt auf die Auflistung des „sehr vornehmen Publikums“ beschränkte und die AZ immerhin davon sprach, es sei zwar „rührselig“ aber auch „nicht ganz ohne Talent“. Im Nov. 1909 wurde sie zur Vorsitzenden des Neuen Frauenclubs gewählt, dem sie schon einige Jahre angehörte (Die Zeit, 10.11. 1909,5), 1911 engagierte sie sich auch beherzt gegen die Teuerungswellen in Wien und gegen öffentliche Verunglimpfungen der sich organisierenden Frauen durch hochrangige Vertreter des Großgrundbesitzes (NFP, 12.5.1911, 29). Für den für Sept. 1914 geplanten, dann abgesagten Weltfriedenskongress in Wien, war Dora Stockert-Meynert im vorbereitenden Aktionskomitee (unter der Leitung von B. v. Suttner) nominiert. Während des Weltkrieges konzentrierte sie sich auf Wohltätigkeitsinitiativen, u.a. 1916 im Zuge eines Einakterabends an der Neuen Wiener Bühne mit einer Groteske (NFP, 14.4.1916, 12) zugunsten von Kriegsfürsorgeasyl-Anstalten und dem Kinderschutz. Im Mai 1919 übernimmt sie von Marie Herzfeld die Präsidentschaft im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen und betätigt sich – insb. für die Wiener Zeitung – fortan auch als Literaturkritikerin, wobei sie sich v.a. Texten von Frauen (Gisela Berger, Elsa v. Bonin, Margarete Kalthammer) widmete, aber auch die „von Sinnlichkeit durchwühlten“ Novelle Liebe von H. Kaltneker Respekt zollte (Wr. Ztg., 26.10.1921, 6). Ab 1920 etwa verstärkte sich ihre konservative, im Katholizismus Halt suchende, die Ereignisse der Zeit pessimistisch kommentierende Haltung, z.B. im feuilletonist. Essay Die Zeit und die Sibyllen im Neuen Wr. Journal.

Weitere Werke:

Quellen und Dokumente:

I. Nawrocka-E. Offenthaler: Dora Stockert-Meynert. In: ÖBL: hier.

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