Renaissancebühne
(1912-32; 1938-heute)
Die RB wurde als Theatersaal 1912 in der Neubaugasse im 7. Wiener Bezirk errichtet, umfasste ursprünglich respektable 844 Sitzplätze (später auf etwa 660 reduziert). Initiator war der Verein Wiener Freie Volksbühne1906 nach dem Vorbild der 1890 gegr. Berliner Volksbühne, die unter der Leitung von Otto Brahm u. Bruno Wille maßgebli..., der sie ab Dezember 1912 bis 1916 auch bespielte. Das Repertoire war weitgefasst; neben Wiener Klassiker-Stücken, insbes. von Nestroy (Eröffnung mit seinem Stück Kampl) widmete sich die RB v.a. der zeitgenössischen ‚jungen‘ Literatur. U.a. erlebten dort Else Feldmanns Der Schrei, den niemand hört (1916), sowie Texte von O.M. Fontanageb. am 13.4.1889 in Wien – gest. am 4.5.1969 in Wien; Schriftsteller, Kritiker, Journalist, Herausgeber Das Port..., G. Hirschfeld, aber auch R. Rolland ihre Ur- oder österr. Erstaufführungen. 1916 übernahm A. Rundtgeb. am 14.8.1881 in Kattowitz/Polen – gest. im April (?) 1939 in New York; Autor, Journalist, Regisseur, Theater... das Ensemble, wechselte aber die Spielstätte (bis 1918). 1920 kam es zu einer Art Neugründung des Trägervereins, der fortan als Wiener Freie Bühne firmierte und das Theater, das auch 1919 einen (Lust)Spielbetrieb aufrecht hielt, bis 1931 neuerlich bespielte. Es gelang ihm, auch in den schwierigen Inflationsjahren, sich einigermaßen zu behaupten, u.a. dank spektakulärer und kontrovers aufgenommener Texte wie z.B. 1923 das Drama Die Schwester von Hans Kaltnekergeb. am 2.2.1895 in Temesvár, Österreich-Ungarn - gest. am 29.9.1919 in Gutenstein, Niederösterreich; Lyriker, Dramat... mit Ida Roland in der Hauptrolle. Ab 1925 bis 1931 leitete der Schauspieler und Regisseur Josef Jarnoeigentlich Josef Kohner, geb. am 24.8.1866 in (Buda)Pest – gest. am 11.1.1932 in Wien; Schauspieler, Regisseur, Theat... die Renaissancebühne(1912-32; 1938-heute) Die RB wurde als Theatersaal 1912 in der Neubaugasse im 7. Wiener Bezirk errichtet, umfasste urspr...; in diesen Jahren erlebte sie ihre Blütezeit, u.a. auch mit Schauspielerinnen wie M. Eis oder G. Werbezirkgeb. am 8.4.1875 in Pressburg – gest. am 10.4.1956 in Hollywood/Kalifornien; Schauspielerin, Kabarettistin Porträt v... sowie mit einem klaren Akzent auf das Gegenwartstheater. 1932 wurde sie nach angemeldetem Konkurs und Tod Jarnos geschlossen und bis 1938 eigentlich nicht mehr bespielt. Das letzte Stück, das 1931 zur Aufführung kam, war das Cattaro-Stück von F. Wolf. In der NS-Ära mehrmals reaktiviert und meist wieder geschlossen sank sie 1941-44 zu einer mäßigen Operettenbühne hinab. Bedauerlicherweise scheiterten auch die meisten kurzlebigen Versuche ab 1946, die RB wieder erstehen zu lassen. Seit 1970 beherbergt sie das Theater der Jugend.
Materialien und Quellen:
Eintrag in: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Renaissancetheater.
W.B.: „Elga“ in der Renaissancebühne. In: WAZ, 18.5. 1921, S. 6; N.N.: Das Eröffnungsprogramm der Renaissancebühne. In: Die Stunde, 25. 9. 1924, S. 5;
Nachruf von D[avid] B[ach]: Der Bühnenleiter Josef Jarno. In: AZGegr. 1889, verboten 1934, illegal 1934-1938, 1938 verboten, neugegr. 1945, eingestellt 1991 Aus: Arbeiter-Zeitung, 12...., 14. 1. 1932, S. 4.
Ingrid Pötz: Zur Geschichte des Theaters in der Neubaugasse. Volksbühne – Renaissancebühne. = Diplomarb. Universität Wien 1986.
(PHK, in preparation)

