Geb. 11.2.1873 in Graz, gest. 7.2.1952 in St. Peter/Graz. Schriftsteller, Offizier, Kritiker.

Seit 1907 ist Bartsch, zu dieser Zeit k.u.k. Offizier, durch Novellen und sein ausgreifendes Romanwerk Zwölf aus der Steiermark an die literar. Öffentlichkeit getreten. Peter Rosegger suchte Bartsch daraufhin eigens auf, um den neuen Dichter kennenzulernen. Die danach in rascher Folge erscheinenden Texte konzentrierten sich zunächst auf landschaftliche, historisch-romantisierende Themen, in die oft ein deutsch-österreichischer Nationalismus und Grenzlandpathos eingeschrieben ist, auf biographische Charakterbilder, sichtbar etwa im Schubertroman Schwammerl oder im Nestroyroman Lumpazivagabundus, wirkte an der Konstruktion des im Biedermeier verankerten Mythos von ›Alt Wien‹ mit, verfasste aber auch ein historisches Drama wie Ohne Gott (1914), das, einen Aufstand 1869 in Cattaro/Kotor behandelnd, nach Annahme am Deutschen Volkstheater aufgrund eines Zensurverweises im Dez. 1914 umgearbeitet werden musste (NWJ, 8.12.1914,10). Während des Weltkriegs gehörte Bartsch der literarischen Gruppe des Kriegsarchivs an, wirkte mit Beiträgen am Buch Aus der Werkstätte des Krieges sowie in der Tiroler Soldatenzeitung mit und legte Ende 1915 mit dem Roman Der Flieger einen in der Kritik zwiespältig, z.B. durch H. Menkes, aufgenommenen Text vor. 1916 feierte er dagegen mit der Bearbeitung seines Schubert-Romans zu einem Singspiel unter dem Titel Dreimäderlhaus einen Erfolg auf dem Theater (10 Monate im Repertoire des Raimund-Theaters; Wiederaufnahme Jänner-Mai 1918, im Sept. 1918 auch am Neuen Deutschen Theater in Prag); im selben Jahr wurde er mit dem Ritterkreuz für besondere (propagandistische) Verdienste (wie auch F. F. Ginzkey) ausgezeichnet. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Schriftstellern (H. Bahr, F. Th. Csokor, F.K. Ginzkey, E. A. Rheinhardt, St. Zweig u.a.) lieferte er ab 1917 für die österreich-patriotische Zs. Donauland novellistisch-erzählerische Beiträge. Nach Kriegsende zog sich Bartsch zunächst nach Graz zurück, um sich dort seinem mit einer archaisch-restaurativen Utopie versehenen Roman Heldentum zu widmen, der 1919 erschien.

In den 1920er Jahren widmete er sich jedoch auch verstärkt Außenseitern und Sonderlingen, wie z.B. in Landstreicher (1922). Seit Beginn seiner literar. Tätigkeit zählte er, aus heutiger Sicht überraschenderweise, zu den erfolgreichsten Erzählern von den Verkaufszahlen her, die ihm den Vorwurf der Vielschreiberei eintrugen (Marilaun, 1923); seine Texte erschienen nicht nur im dezidiert deutschnational orientierten Staackmann Verlag (Leipzig) sondern auch bei Reclam und in Wien bei Rikola.  

Weitere Werke (Auswahl):

Das deutsche Volk in schwerer Zeit (1916); Unerfüllte Geschichten (1916); Blanchefleur (1917, Novelle, 1918 auch als Schauspiel unter dem Titel Der Kuhreigen aufgeführt); Der junge Dichter (1918);

Materialien und Quellen:

H. Menkes: Bücher in der Kriegszeit. In: NWJ, 12.12.1915, S.13; P. Zifferer: Unterhaltende Bücher (Zu: Unerfüllte Geschichten). In. NFP, 22.12.1916, S. 1-4; H. Greinz: Heldentum (Bespr.) In: NWTBl., 14.10.1919, S. 17; K. Marilaun: Rudolf Hans Bartsch, der Fünzigjährige. In: NWJ, 7.2.1923, S. 5-6;

(Work in progress)