Die B. oder Isotypie (engl. für: International System of Typographic Picture Education) wurde ab Mitte der 1920er Jahre von Otto Neurath und seinen Mitarbeitern im Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum der Stadt Wien, insbesondere Marie Reidemeister (später: Neurath) und Gerd Arntzen, im Sinn einer Sozial-Statistik entwickelt und Teil des erzieherischen Bildungsprogramms des Roten Wien war. Aufgrund dieses Kontextes wird sie auch als Bildpädagogik bezeichnet. Sie baute auf Piktogrammen, d.h. graphischen Darstellungen mit Informationscharakter auf, die durch Kombinationsregeln verknüpft wurden und klar erkennbare anthropologische Symbole bzw. Grundfiguren des Visuellen, verwendeten. Die ersten und vorrangigsten Einsatzgebiete waren Ausstellungen, die auf diese Weise illustriert und zur Kommentierung aufforderten. Später kamen Kataloge und wissenschaftliche Arbeiten, ab 1929 auch Kinderbücher, dazu. Umfasste die Isotype Sammlung 1927 erst rund 50 variabel kombinierbare Zeichen, so wuchsen diese bis 1940, insbes. dank G. Arntzen, auf 1140 an.


Werk

Otto Neurath: Bildstatistik nach der Wiener Methode (1930)

Quellen und Dokumente

G.P.: Bildstatistik als Vervollkommnung und Popularisierung der Statistik. In: Salzburger Wacht, 2.1.1928, S. 3, L. Birkenfeld: Aus dem Laboratorium des Bildungsreferenten. Die bildstatistische Methode in der Arbeiterschule. In: Bildungsarbeit 1931, 69-70.

Annonce in: Österreichische Buchhändlercorrespondenz, 31.10.1930, S. 281.

Literatur

Angelique Groß: Die Bildpädagogik Otto Neuraths. Methodische Prinzipien der Darstellung von Wissen. (Veröffentlichungen des Instituts Wiener Kreis, 2015); Friedrich Stadler: Der Wiener Kreis: Ursprung, Entwicklung und Wirkung des Logischen Empirismus (2015), 356-362; Elisabeth Nemeth: Ein kritischer Blick auf Neuraths Bildstatistik. Lucien Fevre über Gesellschaft und Wirtschaft. In: C. Bonnet, E. Nemeth (Hgg.): Wissenschaft und Praxis 22 (2016), 127-149.

W. Ritschl: Worte trennen, Bilder verbinden (Online verfügbar).

Darstellung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums (Online verfügbar).

(PHK)