geb. am 30.5.1890 in Budapest – gest. am 22.6.1972 in London; (Drehbuch-)Autor, Filmregisseur, Kritiker

Nach dem Studium der Philosophie und Literatur an der Univ. Wien wandte sich C. journalistischen Arbeiten zu, z.B.  für die Zs. Der Merker. Ab 1919 steigendes Interesse am Film, das schon 1919 zum Filmdebut mit Inferno führte. 1921-22 lernt er Carl Mayer u. Hans Janowitz in Berlin kennen, die gerade Das Kabinett des Dr. Caligari vorbereiteten. 1922 veröffentlicht C. drei Grotesken unter dem Titel Die Vierte Wand. Ab 1924 kommt es zur Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Elisabeth Bergner, die im Stummfilm Niju – eine unverstandene Frau die Hauptrolle spielt. Bergner wird auch 1929 in der von zeitgenöss. Filmkritikern wie S. Kracauer in der Frankfurter Zeitung (14.4.1929) kritisch aufgenommenen Verfilmung von A. Schnitzlers Fräulein Else die Hauptrolle spielen; 1931 legt er, unterstützt durch C. Mayer im Drehbuch mit Ariane seinen ersten Tonfilm vor. 1933 flüchten Czinner und Bergner über Wien nach London, wo sie ihre langjährige Beziehung durch Heirat besiegeln. 1934 gelingt C. wieder mit Bergner sowie Douglas Fairbanks in den Hauptrollen zeitgleich zu einem Katharina-Film von Josef von Sternberg (The Scarlet Empress, mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle) ein internat. beachteter Erfolg mit seiner Katharina d. Gr.-Verfilmung (The Rise of Catherine The Great), zugleich sein englischsprachiges Debut. 1940 emigrieren sie in die USA, um vorwiegend am Broadway zu arbeiten und kehren 1950 nach London zurück, wo Czinner fortan bleibt, während Bergner ab 1954 auch an deutschen Theatern Engagements wahrnimmt.


Weitere Werke

Der Geiger von Florenz (1926, Drehbuch), Träumende Lippen (1932, Dreaming Lips, 1937), Escape me never (1935), As You Like it (1936)

Quellen und Dokumente

Eintrag zu Fräulein Else bei arte.tv.

Eintrag zu Ariane bei filmaffinity.com.

Literatur

Paul Czinner. Der Mann hinter Elisabeth Bergner. Hg. von B. Mayr, M. Omasta (2013); H. Hahn: Verfilmte Geschichte. Von ›Fräulein Else‹ bis ›Eyes Wide Shut‹. A. Schnitzlers Texte auf der Leinwand (2014).

(PHK)