geb. am 22.10.1900 in Wien – gest. am 10.5.1969 in Wien; Journalist, Feuilletonist

Ps.: Hannes Schwertfeger, Rabe Ralf

Nach dem Tod der Eltern 1916 zum Schulabbruch gezwungen, begann H. eine Tätigkeit als Stenograph bei der Wiener Zeit, später auch bei der k.k. Reichsratskorrespondenz und beim Abend. Nach dem Kriegsdienst im Jahr 1918 übersiedelte H. nach Budapest, ehe er 1923 als Redaktionsstenograph, bald aber auch als Lokalreporter und Kritiker für den Tag und die Montagszeitung Der Morgen wirkte. Zudem arbeitete H. eng mit Hugo Bettauer zusammen, bei dessen Zeitschrift Bettauers Wochenschrift er zeitweilig als Schriftleiter fungierte. Nach der Ermordung Bettauers beerbte H. ihn beim Morgen mit wöchentlichen Lokalfeuilletons. 1926 wurde H. Mitglied der Organisation der Wiener Presse sowie im Schriftstellerverein Die Scholle, einzelne Beiträge erschienen im Prager Tagblatt, in Die Bühne, Die Stunde und Radio Wien. In den Jahren 1936-38 fungierte H., mittlerweile vorrangig Gesellschafts- und Gerichtssaalreporter, als Chefredakteur-Stellvertreter und verantwortlicher Schriftleiter des Morgen. Obwohl als Vertreter des Wiener Tag mit den Nationalsozialisten wiederholt in Konflikt, verfasste H. bereits vor 1938 Beiträge für den Österreichischen Beobachter und kollaborierte mit Illegalen. Trotz der Mitgliedschaft im Reichsverbands deutscher Presse seit Sommer 1938, musste H. noch bis Mitte 1939 Gelegenheitsjobs übernehmen, ehe er trotz anhaltenden Widerstands wegen seiner Vergangenheit zunächst eine Stelle als Redakteur bei der Volksstimme in Linz, später als Lokalschriftleiter der Oberdonau-Zeitung sowie im Gaupresseamt Oberdonau und der Kulturabteilung der Reichsstatthalterei erhielt. 1944/45 diente er als Redakteur der Justizpressestelle beim Oberlandesgericht Linz. Nach Kriegsende wirkte H. als Redakteur bei Radio Linz sowie bei den Oberösterreichischen Nachrichten.


Quellen und Dokumente

Goldfaden. In: Prager Tagblatt, 4.12.1924, S. 3f., In memoriam [Hugo Bettauer]. In: Der Morgen, 30.3.1925, S. 5f., Produktive Armut. In: Der Morgen, 15.6.1925, S. 5, Blindlings. In: Der Morgen, 5.10.1925, S. 5, Höllriegel, Hollywood und Elohim. In: Der Morgen, 13.11.1927, S. 14, Im Paradies von Lugano. Ein Reisebericht über Azaleen und Gletschereis, über Lichtverschwendung, die reich macht. In: Die Bühne (1927), 139, S. 8f., Einer der dreizehn. In: Der Morgen, 26.3.1928, S. 7, Warum ist die Tonfilmproduktion so niveaulos. Ein offener Brief an alle Tonfilminteressenten. In: Der Morgen, 22.12.1930, S. 10, Hundert Jahre „Faust“ in der Burg Dankwarderode. Die Braunschweiger Theaterausstellung. In: Die Bühne (1929), H. 232, S. 54, Franz Molnár, der Meister der Dialoge. In: Radio Wien 5 (1929), H. 31, S. 514-516, Theodore Dreiser sechzig Jahre alt. In: Radio Wien 7 (1931), H. 47, S. 10, Eine Hellsichtige auf dem Satzberg. In: Der Morgen, 15.10.1934, S. 9, Richard Kola liest in der Vorstadt. In: Der Morgen, 18.3.1935, S. 8, Geheimnis um Österreichs Erdöl. In: Der Morgen, 25.3.1935, S. 7, Pallenbergs Bruder im Kampf. In: Der Morgen, 21.10.1935, S. 8, Gegen den Tratsch. In: Der Morgen, 21.9.1936, S. 9, 500.000 Schilling für einen Roman. Die Gasse der fischenden Katze. In: Der Morgen, 9.11.1936, S. 6, Zehn Österreicher Nobelpreisträger. In: Der Morgen, 16.11.1936, S. 6, Nicht: Schützet – nein – schaffet den Prater! In: Der Morgen, 24.1.1938, S. 7.

Literatur

Michaela Gustenau: Mit brauner Tinte. Nationalsozialistische Presse und ihre Journalisten in Oberösterreich (1933-1945) (1992), Fritz Hausjell: Journalisten gegen Demokratie oder Faschismus. Teil 2, S. 595 (1989), Peter Sonnenberg: Medienkontrolle während der NS-Zeit. Eine kollektiv-biographische Analyse ausgewählter Journalisten der 1938 verbotenen Wiener Tageszeitungen „Wiener Tag“ und „Telegraf“, S. 92-101 (2009) [Online verfügbar].

(ME)