Der Morgen war ein von Carl Colbert und Maximilian Schreier 1910 gegründetes liberales Montagsblatt. Zunächst in Ergänzung zum Morgen gründete Colbert 1915 die Tageszeitung Der Abend, die rasch eigenständige, signifikant linke Positionen einnehmen sollte. Der Morgen vertrat konsequent liberale Positionen und wandte sich kritisch gegen die klerikale Politik der Christlich-Sozialen, blieb häufig aber auch in kritischer Distanz zum Sozialismus. In der ersten Ausgabe wurde die Programmatik wie folgt definiert: „‚Der Morgen‘ blickt nach vorwärts in ein fortgeschrittenes, wahrhaft modernes Oesterreich. In einem solchen will er der Vorkämpfer des erwerbenden demokratischen Bürgertums sein […].“ (Der Morgen, 24.1.1910, S. 1)

Aus: Der Morgen, 24.1.1910, S. 1

Chefredakteure des Morgen waren in den Anfangsjahren Karl Reinberger, Karl Blaschek, Rudolf Blaschek, später Hugo Bettauer (2. Mai 1922 bis 17. April 1925), Rudolf Kalmar (20. Juli bis 5. Oktober 1925) sowie Herausgeber Schreier selbst (2. Juni 1919 bis 24. April 1922; 30. März 1925 bis 13. Juli 1925; 12. Oktober 1925 bis 1938). Ab der Gründung des Tag, der ebenfalls von Schreier unterstützt von Siegmund Bosel ins Leben gerufen wurde, diente der Morgen als montägige Ergänzung des täglich erscheinenden Blattes. Die letzte Nummer des Morgen erschien am 7. März 1938 wenige Tage vor dem „Anschluss“.

Für das Feuilleton des Morgen waren u.a. Richard Charmatz, Hugo BettauerJohann Ferch, Richard Guttmann, Hedwig Kanner, Emil Kolberg, Heinrich Leoster, vereinzelt auch Else Feldmann, Anton Kuh oder Kurt Sonnenfeld tätig.


Quellen und Dokumente

N.N.: Unser Morgen! In: Der Morgen, 24.1.1910, S. 1, Maximilian Schreier: „und so weiter“. Am zehnten Geburtstag des „Morgen“. In: Der Morgen, 26.1.1920, S. 5,

Auf litkult1920er.aau.at abrufbar: Auswahlbibliographie der Jahre 1918-1927

Literatur

Eintrag bei geschichtewiki.wiki.gv.at.

(ME)