Schulhoff, Erwin
Geb. 8.6. 1894 in Prag, gest. 18.8. 1942 als Internierter auf der Wülzburg bei Weißenburg/Bayern (Dt. Reich). DadaistÜber den Dadaismus und seine Rezeption durch bzw. Bedeutung für den zeitgenössischen österreichischen Literatur- und..., Komponist.
Geboren als Sohn des jüdischen Wollwarenhändlers Gustav Schulhoff und der Tochter eines Konzertmeisters, Louise Wolff, sowie als Urgroßneffe des Komponisten Julius Schulhoff, der mit Chopin befreundet war, begann er auf eine Empfehlung von A. Dvorák mit dem Klavierunterricht und durfte bereits als Zehnjähriger in das Prager Konservatorium eintreten. Von dort ging er zur pianistischen Ausbildung nach Wien (W. Thern), Leipzig (R. Teichmüller) und Köln (C. Friedberg) und studierte auch bei Max Reger von 1907-1910.
Den Ersten Weltkrieg überstand er als Soldat in Ostgalizien sowie am italienischen Kriegsschauplatz; 1919 übersiedelte er nach Zuerkennung des Mendelssohn-Preises (1918) für eine Sonatenkompositon nach Dresden, wo er u.a. mit G. Grosz und dadaistischen Künstlern in Kontakt kam und seine dadaistischen Fünf Pittoresken, bestehend ausschließlich aus Pausen, vorlegte. Nach Prag kehrte er 1924 zurück und setzte sich dort für die atonale Wiener Schule ein, aber auch für eine eigenwillige Verknüpfung von Dada- und Jazz-Elementen ein, die Mitte der 1920er Jahre seine Kompositionen kennzeichneten. Bei den Musiktagen der IGNMDie IGNM wurde im Zuge der Salzburger Festspiele am 11.8.1922 durch die Komponisten B. Bartok, A. Berg, P. Hindemith, E.... trat er sowohl als Pianist (1925 und 1929) in Erscheinung als auch als Komponist (1929, 1938). Als eine seiner bedeutendsten Kompositionen in dieser Hinsicht gelten die Etüden Hot Music, zehn synkopierte Etüden (1928). Zwischen 1925 und 1942 entstanden zudem sechs Symfonien, zahlreiche Liedwerke, etwa ein Dutzend Kammermusik-Stücke sowie zwei Bühnenwerke, z.B. 1928-32 die musikalische Tragikomödie Flammen, zu dem Max Brodgeb. am 27.5.1884 in Prag – gest. am 20.12.1968 in Tel Aviv; Schriftsteller, Kritiker, Herausgeber, Dramaturg, Komponi... das Libretto verfasste, und die Tanzgroteske Die Mondsüchtige auf der Grundlage eines Textes von V. Nezval.
Materialien und Quellen:
Eintrag im ÖBL: https://www.biographien.ac.at/oebl_11/322.pdf; Eintrag im LexM: https://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_2659
Literatur:
Josef Bek: Erwin Schulhoff. Leben und Werk (= Verdrängte Musik. Bd 8). Hamburg 1994; Gottfried Eberle: Der Vielsprachige: Erwin Schulhoff und seine Klaviermusik. Saarbrücken 2010; Miriam Weiss: „To make a lady out of jazz“. Die Jazzrezeption im Werk Erwin Schulhoffs. Neumünster 2011; Matthias Herrmann (Hg.): Überdada, Componist und Expressionist. Erwin Schulhoff in Dresden. Mit Briefen, Dokumenten und seinem Tagebuch (= Dresdner Schriften zur Musik. Bd 15). Baden-Baden: Tectum 2023.
(PHK, work in progress)

