Einträge von litkultadmin

Else Feldmann: Der Mensch ist gut

Else Feldmann: Der Mensch ist gut (1918) Mein Freund Max Lesser in Berlin schrieb mir vor zwei Jahren — wir sind beide keine Briefschreiber und schreiben einander oft auch ein Jahr nicht, darum wissen wir doch, daß einer dem andern Besitz ist —, Max Lesser schickte mir also einen Zettel aus Berlin, darauf stand: Sie […]

Franz Eichert: Die religiöse und vaterländische Mission unserer Künstler

Franz Eichert: Die religiöse und vaterländische Mission unserer Künstler (1924) Die l’art pour l’art-Theorie, die der vollständigen Erziehungs- und Tendenzlosigkeit aller Künste das Wort redete, ist heute in den Hintergrund gedrängt, hauptsächlich durch den – nun auch schon absterbenden – Expressionismus, der reiner Ausdruck des Geistes sein oder doch das Sinnliche in einer geistigen Auffassung, […]

Eduard Goldscheider: Ein Geschlecht.

Eduard Goldscheider: Ein Geschlecht (1919) Es war zur Zeit, da man es hierzulande noch begriff, wenn ein Dichter sein eigenes Leben niedriger einschätzte, als die Hoffnung, daß „unsere Fahnen auf Belgrad wehen“ werden. Da führte mich der Zufall mit einer Mutter zusammen, die vor wenigen Wochen ihren einzigen Sohn verloren hatte. Irgendwo weit draußen in […]

Josefine Widmar: Preisträger des Ungeistes. Thomas Mann und sein »Bekenntnis«

J.[osefine] W.[idmar]: Preisträger des Ungeistes. Thomas Mann und sein »Bekenntnis« (1933)                                                                                                                               Wien, am 21. Februar In den Berliner Krollsälen gab es letzten Samstag einen großen Skandal. Dort wurde unter lebhaftem Rummel von der Polizei eine Versammlung der sozialistischen Vereinigung „Das freie Wort“ aufgelöst. Vorher hatte im Rahmen dieser Versammlung der frühere preußische Kultusminister Grimme […]

Stefan Zweig: Das Feuer

Das Feuer (1917) Dem Erfolg der Stunde, dem höchst zufälligen, zu vertrauen, bedeutet Gefahr, aber Gefahr auch, ihn zu miß­achten. Jede Wirkung hat zumindest den Wert, ihre Ur­sache erkenntlich zu machen, und so drückt immer ein sensationeller Erfolg schon durch seine bloße Existenz eine immaterielle Tatsache aus: irgend ein seelisches Bedürfnis, das er erfüllt, eine […]

Grete Urbanitzky: Der wilde Garten

Als ich ein kleines Mädchen war und in das Lyzeum ging, damals, als ich mich weder gegen die Quälereien einer machtlüsternen Lehrerin noch gegen das so bitter empfundene Unverständnis der „Großen“ wehren konnte, damals, als ich in flüsternden, heimlichen Gesprächen mit Gleichaltrigen erfuhr, daß es keiner besser ging, damals, als jeder unsere eckigen Glieder, unseren […]

Hans Tietze: Richtlinien für ein Kunstamt (1919)

: Richtlinien für ein Kunstamt (1919) Die „Richtlinien für ein Kunstamt“, die Adolf Loos in der letzten Nummer des Frieden veröffentlicht hat, sind weniger Gesetze als Gebote; sie erstreben keine erschöpfende Behandlung des großen Themas, aus dem nur einzelne Punkte zu aphoristischer Stellungnahme herausgerissen werden; sie kümmern sich nicht um die verwaltungstechnische, finanzielle oder politische […]

A. F. Seligmann: Kunst und Erotik

: Kunst und Erotik (1922) Vor einiger Zeit übergab mir ein bekannter Arzt, Leiter eines bedeutenden hiesigen orthopädischen Instituts, ein Mann von vielseitigen Interessen, der einer alten Wiener Künstlerfamilie entstammt, einen Aufsatz, um meine Ansicht darüber zu hören. (Er ist inzwischen als Feuilleton in der Kunstbeilage der Neuen Freien Presse vom 10. März erschienen.) Darin […]

A. F. Seligmann: Die Kunststadt Wien

A. F. S.[eligmann]: Die Kunststadt Wien (1919) Hinunter muß der Erde PrachtZum düstern Grabeshügel!Das Echte rettet aus der NachtDie Kunst auf ew‘gem Flügel. Gustav Schwab Wahrheiten können nicht oft genug gesagt werden; und so wollen wir uns denn auch nicht abhalten lassen, immer wieder darauf hinzuweisen, daß die Stellung, welche die ehemalige Kaiserstadt in Zukunft […]

Kurt Schuschnigg: Das Kulturprogramm der Vaterländischen Front

Kurt Schuschnigg: Das Kulturprogramm der Vaterländischen Front (1935) In einer vom Kulturreferat der Vater­ländischen Front veranstalteten Kundgebung hielt Bundeskanzler Dr. Schuschnigg vorgestern, nach einleitenden Worten des Kulturreferenten Dr. Rudolf Henz, einen Vor­trag über die kulturellen Aufgaben der Vaterländischen Front. Er führte zunächst aus, seine Darlegungen seien nicht der Polemik gewidmet und sagte dann u. a.: […]