Krzyzanowski, Otfried F.

Geb. 25.6.1886 in Starnberg, Deutsches Reich, gest. 30. 11. 1918 in Wien. Bohemien, Schriftsteller.

Der ab 1897 in Wien aufgewachsene Sohn von Heinrich Krzyzanowski, einem Jugendfreund von Gustav Mahler, brach sein 1907 begonnenes Studium der Philosophie an der Univ. Wien 1910 ab, um sich der Literatur zuzuwenden, im Kaffeehaus zu verkehren, insbes. im Kreis um Franz Blei, FranzFranz Werfel, Alfred Polgar und Anton Kuh, und die Lebensform der Bohéme zu wählen. Einige Skizzen und Gedichte erscheinen ab 1912 in Zeitschriften, doch eine Werkpublikation Unser täglich Gift. Gedichte (Kurt Wolff, Leipzig 1919) kommt erst nach seinem Tod – offiziell durch Auszehrung – zustande. Werfel verewigt ihn später in der Figur des Gottfried Krasny in seinem Roman Barbara oder die Frömmigkeit (1929).

Materialien und Quellen:

Hans H. Hahnl: Vergessene Literaten. Fünfzig österreichische Lebensschicksale. Wien: ÖBV, 1984, 147-150; Hartmut Vollmer: „Diese Zeit ist nicht die meine…“ Zu Leben und Werk des 1918 in Wien verhungerten Dichters Otfried Krzyzanowski. In: Expressionismus in Österreich. Die Literatur und die Künste.Hg. von K. Amann, A. A. Wallas, Wien-Köln-Weimar: Böhlau 1994, 526-548; Elisabeth Buxbaum, Christian Fridrich (Hrsg.): Otfried Krzyzanowski „Diese Zeit ist nicht die meine und die Tage fliehn.“ – Kaffeehausliterat, Bohemien, Hungerpoet. Klagenfurt: Wieser 2018, dazu den Podcast auf literadio on air: hier.

(PHK)