Gegründet von Ida Fischer und Olga Bauer Pilecka 1926 und gem. Handelsregister Wien mit einer Konzession seit Februar 1927 versehen begann der Verlag, aus dem Fischer bereits 1928 ausschied, mit seiner Produktions- u. Vertriebstätigkeit ab 1928. Der Verlagssitz befand sich in der Gumpendorferstr. 10-12 (6. Bezirk).

Das Programm war vorwiegend auf den Sachbuchbereich ausgerichtet, insbesondere auf die Sparten Automobilismus, Bridge, Kochbücher, Reiseführer (in den 1930er Jahren mit einem spezif. Palästina-Schwerpunkt u. praktische Wirtschaftsbücher. Ein kleines belletristisches Programm kam in den Jahren 1930-36 hinzu u. umfasste folgende AutorInnen und Titel:

R. Müller-Guttenbrunn: Bagage (1930), ein Roman, gegen den die bekannte Opernsängerin M. Jeritza Klage einbrachte u. in erster Instanz eine Verurteilung erwirkte; Elsa Tauber: Zwei unterwegs. Ein Urlaubsroman in 30 Tagen; K. Ziak: Wien. Heldenroman einer Stadt (beide 1931); K. Sonnenfeld: Die Ehen des Doktor Wang (1932); P. Norelli: Utopistentagung 2000 (1936). Im Jahr 1933 erschien ferner der Mutteralmanach der Dichter Österreichs mit Beiträgen von Emil Ertl, Franz Karl Ginzkey, Hugo Greinz, Paula Grogger, Alexander Lernet-Holenia, Rudolf List, Felix Salten, Arthur Schnitzler, Otto Soyka, Heinrich Suso-Waldeck, Karl Hans Strobl und Dolores Vieser.

Aus: Anzeiger für den Buch-, Kunst und Musikalienhandel, 7.5.1932, S. 5

Seit 1932-33 geriet der Verlag in finanzielle Schwierigkeiten obwohl die Themenbereiche um neue wie z.B. jene, die an übernatürliche Phänomene und den Okkultismus grenzten, durch Bücher wie Streiflichter ins Dunkel oder O. Levetts Roman Verirrt in die Zeiten angereichert wurden. 1934 erschien eine Herzl-Biographie, die neben seinen zionist. Projekten auch dessen dramat. Arbeiten in den Blick nahm, 1936 eine zum Phänomen der Mobilbanken. 1937-38 wurden nur mehr drei Sachbücher (Reisen, Motorradwesen und KfZ-Bestimmungen) angekündigt. Insgesamt hat der Fiba-Verlag zwischen 1927 und 1938 rund 60 Titel produziert, wobei u.a. auch Buchcovergestaltung Beachtung verdient (s. M. Hall).

Im Juli 1938  bezifferte O. Bauer gemäß dem „Verzeichnis über das Vermögen von Juden nach dem Stand vom 27. April 1938“ den Gesamtwert des Betriebs Fiba-Verlag und stellte fest, dass nach Abzug der Betriebsschulden kein Vermögen mehr vorhanden wäre. Daraufhin wurde der Betrieb mit Jahresende 1938 aus dem Handelsregister gelöscht. O. Bauer verstarb 1941 in Wien.


Quellen und Dokumente

Anzeige in: Anzeiger für den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel, 13.1.1928, S. 14, O. R.: Amneris als Verlegerin. Gespräch mit Olga Bauer-Pilecka, dem ersten weiblichen Verleger in Österreich. In: Neues Wiener Journal, 28.5.1929, S. 7f., Anzeige in: Anzeiger für den Buch-, Kunst und Musikalienhandel, 14.11.1930, S. 301, „Bagage“. In: Arbeiter-Zeitung, 30.12.1930, S. 8, Rudolf Jeremias Kreutz: Ein Roman der modernen Eheproblematik. Kurt Sonnenfeld: „Die Ehen des Doktor Wank“. In Neue Freie Presse, 11.12.1932, S. 37, Robert Weil: Der Burgtheaterautor Theodor Herzl. Wie sich der Dramatiker zum Staatsmann wandelte. In: Neues Wiener Journal, 29.6.1934, S. 14, Hönig: Glück und Ende der Mobilbanken. In: Der österreichische Volkswirt, 4.7.1936, S. 17.

Literatur

Eintrag bei Murray G. Hall (Online verfügbar)

(PHK)