geb. am 28.9.1892 in Wien – gest. am 5.3.1955; Schriftsteller, Herausgeber, Künstler, Exilant

Lampl, der aus einer wohlhabenden Wiener jüdischen Familie stammte, begann ab 1912 in der Zs. Der Brenner von L. v. Ficker Gedichte zu veröffentlichen. 1914 kamen auch in Ztg. wie dem Prager Tbl. Gedichte von ihm zum Abdruck. Den Ersten Weltkrieg konnte er, nachdem zwei seiner Brüder gefallen waren, im Kriegspressequartier verbringen.  Dort lernte er u.a. A. Ehrenstein und F. Werfel kennen. Im Nov. 1917 trat er gemeins. mit Leopold Liegler u. Hugo Sonnenschein bei einer Lesung in Wien in Erscheinung; 1918 publizierte er auch im Flugblatt  O. M. Fontanas. Nach Ende des Krieges beteiligte er sich an der Hg. der express. Zs. Der Daimon; 1919 war er auch Mitbegründer des Genossenschaftsverlag. 1920 erschienen bei E.P. Tal die seit 1914 verstreut veröffentlichten Texte im Bd. Gedichte, dem noch im selben Jahr die Komödie Flucht folgte, die W. Tschuppik im Prager Tbl. als sehr feine Komödie annoncierte. Auch fungierte er als Hg. des Werkes des 1918 verstorbenen Otfried Krzyzanowski. 1921 stellte ihn A. Petzold in einem Feuilleton unter dem Titel Neue Lyrik in der Wiener Ztg. vor und zwar als eine „an Novalis […] erinnernde Begabung“. Im Nov. 1922 reichte er gemeins. mit A. Gatscha ein Chorwerk mit dem Titel Stimmen der Nacht beim Österr. Musik- und Männerchorwerk ein, das mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde (NWJ/NWTbl. 19.11.1922).

Ab 1923 baute er die Glaskunstwerkfirma Bimini auf, an der zahlreiche Künstler wie z.B. die Brüder seiner Frau Hilde Josef und Artur Berger mitwirkten. Lampl selbst widmete sich nun der künstlerischen Glasbläserei, wurde Mitglied des ›Neuen Österreichischen Werkbund‹, aber schrieb weiterhin auch Literatur, u.a. in Form von feuilletonistischen Erzählungen und Märchen. In seiner Werkstatt richtete einen Begegnungsraum für zeitgenössische Kunst ein, in dem er sich u.a. mit Oskar Kokoschka, Josef M. Hauer, dem Architekten Paul Engelmann und Ludwig Wittgenstein traf.

1930 stellte Alma St. Frischauer Lampls Glaskunst auch in Radio Wien vor, H. 2/1931 der Zs. Moderne Welt widmete ihr in der Rubrik ›Neuzeitliches Wohnen‹ ebf. einen Beitrag und 1934 reihte auch Josef Hofmann Lampls Bimini unter die wichtigsten Erzeugnisse des modernen Kunsthandwerks. 1938 emigrierte Lampl nach London, nachdem bereits 1936 Josef und Artur Berger ebf. aus Wien weggegangen waren. Dort baute er seine Glasmanufaktur wieder auf, nannte sie aber Orplid. 1940 wurde er, obwohl Gründungsmitglied des ›Free Austrian Movement‹, einige Monate auf der Isle of Man interniert und konnte danach seine Tätigkeit aufgrund der Kriegseinwirkungen nur mehr eingeschränkt fortführen.


Weitere Werke

Sklaven der Freiheit. Novellen und Märchen. Heidelberg 1925; 12 Gedichte. Wien 1936; Gesang der Stille. Gedichte. Heidelberg 1947.

Quellen und Dokumente

Die Bimini-Werkstätten. In: Neues Wiener Tagblatt, 31.5.1931, Beilage.

Nachlass: Österreichische Nationalbibliothek

Literatur

S. Bolbecher/Konstantin Kaiser: Lexikon österreichischer Exilliteratur. Wien 2000, 421; H. Ohrlinger: Lampl, Fritz. In: W. Kühlmann (Hg.): Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. Bd 7, Berlin 22010, S. 180f.

(PHK)