Eine illustrierte Revue (ab 1926 Untertitel: Das Blatt der eleganten Dame, ab 1931 Almanach der Dame)

Redakteur: Ludwig Hirschfeld (bis 1926), Erscheinungsweise: monatlich, H. 1-2: Okt.-Nov. 1918; ab Juni 1923 halbmonatlich; Umfang: 64 bzw. 56 Seiten (1918) ab 1923 36-48 Seiten; ab 1931 wieder monatlich. Druck: Friedrich Jasper; Preis 6 Kronen/Ausgabe, ab 1925 2,50 Schilling, ab 1930 dann 1,80.- bis 1932.

Letzte Ausgabe: H. 2-3; Nov.-Dez. 1939.

Auflagenhöhe: nicht bekannt


Diese Zeitschrift verstand sich als illustrierte Revue für nahezu alle kulturellen Sparten sowie Alltagsbereiche; als eigene Rubriken wurden die Felder Kunst, Theater, Mode, gesellschaftliches Leben, wissenschaftliche und technische Leistungen regelmäßig (aber nicht durchgängig) geführt. Vom ersten Heft an kennzeichnete auch ein Porträt-Foto-Teil die Zeitschrift (meist auf Frauen/Künstlerinnen fokussiert) sowie ein farblicher Mode-Teil, für den Arnold Bachwitz verantwortlich zeichnete, der 1926 auch ein Jahr lang. Für den Bereich der Kunstkritik war Adalbert F. Seligmann zuständig.

Die Zs. verschrieb sich „keine[r] Tendenz außer jener, „Gutes und Gediegenes zu bringen“.

Von Beginn an verstand sich die Zs. auch als Sprachrohr der zeitgenössischen Literatur und druckte sowohl Primärtexte (v.a. Erzählungen, Gedichte) als auch Theaterkritiken und Buchbesprechungen ab. Folgendes Autorenspektrum wurde den LeserInnen schon in H.1 (1918) in Aussicht gestellt: R. Auernheimer, H. Bahr, P. Busson, A. Grünewald, N. Jacques, H. u. Th. Mann, R. Michel, H. Müller, A. Petzold, Th. Rittner, Roda-Roda, H. Salus, R. Schaukal, A. Schnitzler, M. Stona, K.H Strobl, A. Wildgans.

Für den kulturkritisch-essayistischen Teil waren u.a. Julius Bittner, Sigmund Freud, Karl Glossy und Felix Weingartner vorgesehen. Zwischen 1920 und 1926 erschienen ferner Sonderhefte, die einzelnen Künstlern oder Kunstrichtungen gewidmet waren wie z.B. dem Maler Jehudo Epstein, Arthur Schnitzler oder dem Österreichischen Kunstgewerbe.

Ab 1920 erweiterte sich das MitarbeiterInnen bzw. BeiträgerInnen-Spektrum von Jahr zu Jahr; 1920 stießen z.B. hinzu: Ea v. Allesch (Mode), Bruno Frank, Egon Friedell, Georg Fröschel, Hans Liebstoeckl (Theaterkritik), Theodor Lessing (Kulturkritik), Ernst Lothar und Oskar Strnad (Architketur, Bühnenbild), 1921: Grete Bodenwieser (Tanz), Max Essenther, Franz K. Ginzkey, Felix A. Harta (Kunst), Helene Scheu-Riesz, Moritz Scheyer und Elsa Tauber (Alltagskultur), 1922 L. Andro/Therese Rie, Walter Angel, Bela Balázs, Alexander Engel, Gisela Berger, Hanns Saßmann  und Kurt Sonnenfeld, Julian Sternberg, der in der Folge die Rubrik ›Bücher, von denen man spricht‹ betreute oder 1923 Elsa Bienenfeld, Josef F. Perkonig, Maria Peteani, Max Pollak, Alice Schalek und Erwin Weill. Ab dem Juniheft 1923 erschienen in der MW auch mehrere Folgen des Romans Das entschwundene Ich von L. Andro. 1924 stießen als BeiträgerInnen schließlich noch Paul Elbogen, Friedrich (Ferenc) Karinthy, Max Mell, Thekla Merwin, Robert Neumann, Arthur Schnitzler, Richard Specht und Grete Urbanitzky hinzu sowie aus dem Kunstbereich Oskar Kokoschka und die Fotografin Trude Fleischmann. Somit deckte die Zs. nach wenigen Jahren fast den gesamten zeitgenössischen Kunst-, Kultur- und Literaturbereich ab, insbesondere des bürgerlichen Spektrums. 1925 bereicherten auch ein Ged. von Klara Blum (H.19/1925,14) sowie die in zwei Teilen veröffentl. Erz. Der Mond lacht von Leo Perutz das Text- und Beiträgerfeld; 1926 Robert Neumann, von dem 1927 erstmals Parodien im Vorabdruck erschienen, und Ann T. Leitich.

Ab H. 19/1926 übernahm Bachwitz die Redaktion, doch schon 1927 kam es zu einem neuerlichen Wechsel; ab Okt. 1927 (H.9) führte die Zs. den Untertitel ›Kultur und Gesellschaft‹ (bis H.24/1928) und wurde von Josef Eberhart als ‚Schriftleiter‘ (!) geführt. Ab H. 8/1929 wurde im Impressum der Eigentümer, der A. Luser-Verlag, als in Berlin ansässig (mit Niederlassung in Wien) geführt, auch ein für den deutschen Markt zuständiger Schriftleiter in Gestalt von Ferdinand Risch kam hinzu, der 1930 durch Alexander Schilling-Schletter ausgewechselt wurde. Ab Jänner 1931 lautete der Untertitel Almanach der Dame; ab März 1932 zeichnete der Wiener Verleger Wolfgang Foges als Schriftleiter verantwortlich. Ihm wurde ab Mai 1934 Guido Zernatto als Redakteur zur Seite gestellt.

1927 erweiterte sich das internationale Betragsspektrum um den Text Hysterie von Katherine Mansfield sowie um Beiträge des französ. Schriftstellers Maurice Dekobra, die vorwiegend im Umfeld von Neue Frau-Tätigkeiten (Stenotypistinnen-Erzählungen z.B.) angesiedelt waren. Trotz mancher interess. Zugänge bis 1930 wie z.B.  Franz Nabl, Grete v. Urbanitzky, Emil Szittya, Paul Frischauer, gelegentlichen Beiträgen von Gina Kaus sowie von Else Hofmann für die moderne Malerei dünnte sich aber das literarische BeiträgerInnen-Spektrum deutlich aus; an Stelle von L. Hirschfeld widmete sich ab 1928 Emmy Stricker dem Theaterbereich; ferner ist noch der Sportroman Turbo Heysing von Theodor H. Mayer zu erwähnen, der 1928 in 21 Fortsetzungen zum Abdruck kam. 1931 trugen wiederum vermehrt internat. Autoren zum Zs.-Profil bei wie z.B. John Galsworthy, František Langer oder Luigi Pirandello. Auch Paul Hatvani, Maria Lazar und Friedrich Torberg verstärkten 1931 das Spektrum, zu dem 1932 Theodor Kramer, Maria Lazar, Alfred Polgar und Emil Lucka, 1933-34 sowohl Anna Gmeyner mit dem Fortsetzungsroman Mary Ann wartet… (ab H.9/1933), Hans Fallada, Irmgard Keun als auch die nationalen Autoren Robert Hohlbaum und Karl Springenschmid hinzustießen. Ab Mitte 1935 schrumpfte der literarische Teil nur mehr auf zwei-drei Beiträge weitgehend kaum bekannter Autoren. Zu den meist abgedruckten Autoren zählten z.B. 1936-37 Peter Fabrizius und Rosa Schafer. Das erste Heft nach dem Anschluss, das Aprilheft 1938, spiegelte umgehend die neuen Machtverhältnisse, indem eine vierseitige Beilage dem Auftreten Hitlers in Wien gewidmet war.


Quellen und Dokumente

Digitalisate online abrufbar: Projekt ANNO der ONB.

Leo Perutz: Der Mond lacht. In: Moderne Welt 7 (1925), H. 1, S. 8f., Else Hofmann: An südlichen Gestaden. Zu Bildern von Josef Floch. In: Moderne Welt 11 (1930), H. 8, S. 2f., Anna Gmeyner: Mary-Ann wartet. In: Moderne Welt 14 (1933), H. 9, S. 53f.

(PHK)