geb. am 11.7. 1866 in Wien – gest. am 26.9.1945 in New York; Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur, Kritiker, Exilant

Beer-Hofmann wuchs in Brünn und Wien auf, wo er das Akademische Gymnasium besuchte. Nach Ablegung der Matura nahm er ein Jus-Studium auf, das er 1890 erfolgreich beendete. In dasselbe Jahr datiert die Begegnung mit H. Bahr, H. v. Hofmannsthal und A. Schnitzler, denen er freundschaftlich verbunden blieb und die den inneren Kreis der Gruppe ›Jung-Wien‹ bildete. In diesem Kreis legte er 1891/92 sein erstes Werk, das jedoch zu Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde, vor, die Pantomime Pierrot Hypnotiseur, die v.a. bei Hofmannsthal auf positive Resonanz traf (Werke, 1, 339). Materiell abgesichert, entschied er sich für eine freie Schriftstellerexistenz, die 1893 mit einem ersten Novellenband einsetzte, dem zahlreiche Gedichte folgten, darunter 1897 das Schlaflied für Mirjam, und 1900 mit der Erzählung Der Tod Georgs einen ersten Höhepunkt fand. 1904 stellte er das Trauerspiel Der Graf von Charolais fertig, das ihn als Bühnenautor bekannt machte und von M. Reinhardt zuerst in Berlin, sowie, im Zuge einer Gastinszenierung, im Mai 1905 in Wien (ur)aufgeführt wurde. Ihm folgte ab 1906 die Arbeit am unvollendet gebliebenen Dramenzyklus Die Historie von König David. In diesen Jahren fing Beer-Hofmann auch an, öffentlich für Anliegen der jüdischen Bevölkerung einzutreten und näherte sich dem Zionismus an. So trat er z.B. am 10.2.1907 gemeinsam mit Felix Salten, Arthur Schnitzler und Jakob Wassermann in einer Benefizlesung im renommierten Bösendorfer-Saal auf, deren Erlös für den Bau eines Waisenheimes für Kinder ermordeter russisch-jüdischer Familien in Palästina zu Gute kam (NWJ, 6.2.1907, 10). In den darauffolgenden Jahren zog er sich aus dem öffentlichen Leben deutlich zurück, nahm auch an keiner der vielen Weltkriegsveranstaltungen teil, sondern arbeitete seit 1906 (N. O. Eke, Werke 5, 537) an seinem König David-Projekt/Zyklus. Aber erst im Okt. 1917 vermeldete das NWJ den Abschluss des ersten Dramas: Jaákobs Traum, das Ende 1918 erschien und 1919 durch M. Reinhardt uraufgeführt wurde. Trotz seiner komplexen und zionistischen Ausrichtung stieß es auf interessierte Aufnahme in Wien, aber noch stärker in Prag und Berlin, wie P. Goldmann in einem NFP-Feuilleton (6.2.1920,1-3) berichtete. In der Zs. Der Jude besprach Hugo Bergmann das Drama unter einer doppelten, zwiespältigen Perspektive: einerseits als Zeugnis des „guten jüdischen Gottes“, andererseits aber auch als in „christelnder Auffassung befangen“, welche die „Mission des auserwählten Volkes nur negativ“ sehe . 1921 erhielt Beer-Hofmann für dieses Drama den Raimund-Preis, und es wurde im Mai desselben Jahres wieder ins Programm des Burgtheaters aufgenommen, wo es sich bis Ende Oktober hielt. Beide Stücke fanden sich auch 1923, 1924 und 1925, der Charolais u.a. mit A. Moissi in der Hauptrolle auch 1927, wieder auf dem Spielplan.

Für das Theater in der Josefstadt übersetzte Beer-Hofmann 1924 das Schauspiel Überfahrt von Sutton Vane und führte auch, durch die Inflation zu einem Einkommen gezwungen, bis Anfang der 1930er Jahre dort regelmäßig Regie. Im Zuge der Übernahme dieses Theaters durch M. Reinhardt wurde Beer-Hofmann künstlerischer Beirat desselben. 1925 trat er aber auch in der VHS Ottakring durch eine Lesung aus dem Charolais in Erscheinung (AZ, 16.4.1925,11). 1926 wurde Jaákobs Traum durch die Habima in Moskau aufgeführt, worüber A. Moissi im Tag berichtet sowie ab 1.6. 1926 als deren Gastspiel auch im Wiener Carl-Theater. Im selben Jahr wurde Beer-Hofmann auch zum Jurymitglied für den ›Kunstpreis der Stadt Wien‹ durch Bürgermeister Seitz ernannt (die Preise für Literatur gingen an F. Brügel, R. Michel und E. Scheibelreiter). 1927 wurde er erstmals in der Sendeleiste ›Dichterstunde‹ von Radio Wien vorgestellt und zwar durch Paul Wertheimer; zugleich wurde sein Schlaflied für Mirjam im S. Fischer Verlag neu aufgelegt. Zuvor schon kam es im Zuge der von ihm verantworteten Inszenierung des Fiesko von F. Schiller zu einer Diskussion mit Dir. Beer vom Dt. Volkstheater, die Beer-Hofmann zu einem offenen Brief motivierte, veröffentlicht im NWJ, in dem er die Frage der Lebendigkeit eines Klassikers und jene von (nötigen) Kürzungen thematisierte. Im Nov. 1927 beteiligte sich Beer-Hofmann an der Protestresolution gegen die Ravag und deren Umgang mit dem geistigen Eigentum von Schriftstellern, gegen die A. Schnitzler bei Gericht Klage eingebracht hatte. Eine „glanzvolle Vorstellung“, so F. Porges in seiner Filmzeitung (H. 124/1928) gelang Beer-Hofmann 1928 mit seiner Iphigenie-Aufführung in der Josefstadt, in der Helene Thimig die Hauptrolle spielte, eine Auff., die bei den Salzburger Festspielen erfolgreich wiederholt wurde. Im selben Jahr betätigte er sich auch an der Debatte über den Gesetzentwurf über ›Schmutz- und Schund‹ und nahm an der Aussprache der Schriftstellerverbände mit Bundeskanzler Seipel, der mit Schnitzler in eine heftige Diskussion geriet, und Unterrichtsminister Schmitz teil. Im Oktober 1928 las er in Berlin erstmals aus seinem Drama Der junge David vor; als Buchausgabe erschien es zu Jahresende 1933. Im Jänner 1929 wurde sein Schlaflied für Mirjam im Zuge einer Gedenkveranstaltung der Arbeitersymphonie-Konzerte für den verstorbenen Komponisten Karl Prohaska vertont und gespielt.

1931 übernahm Beer-Hofmann die Bühnenbearbeitung und Regie von Goethes Faust für das Burgtheater, die als vielbeachtete Goethe-Gedächtnisaufführung firmierte und das Goethejahr an der Burg im Februar 1932 einleitete, bis Ende Oktober im Repertoire blieb und in der Spielsaison 1933 ab September wieder in das Programm aufgenommen und ab Mai 1934 nochmals gespielt wurde. Im August 1936 wurde diese Inszenierung auch auf dem Prager Neuen Deutschen Theater gegeben. 1934 beteiligte sich Beer-Hofmann an der Anthologie Österreichische Lyrik der Gegenwart des (Wiener) Saturn-Verlags. Die Aufführung des Dramas Der junge David war für 1934-35 am Dt. Volkstheater geplant, kam aber nicht zustande. Am 15.1.1938 fand am Burgtheater nochmals die Faust-Festaufführung statt; nach dem Anschluss vom März 1938 musste Beer-Hofmann, seit Mai 1933 auf der Liste des unerwünschten Schrifttums, sich um seine Ausreise bzw. Flucht aus Österreich kümmern, die 1939 über die Schweiz, wo er seine Frau Paula verlor, gelang. Danach kam er über Genua am 23.11.1939 in die USA , wo er sich in New York niederließ und auf Unterstützung durch Freunde wie Otto Kallir, Ernst Lothar, Max Reinhardt, Herbert Steiner und den US-Anwalt Samuel Wachtell rechnen konnte. Er knüpfte auch Kontakte zu Hermann Broch und Thornton Wilder, war im Umkreis der ›Austrian American League‹ tätig, wurde 1941 in das Advisory Committee der Zeitschrift Aufbau aufgenommen und arbeitete an weiteren (Exil)Zeitschriften wie Austro-American Tribune, Menorah, The German Quarterly mit. 1944 hielt er noch Vorträge an renommierten US-Universitäten wie Columbia, Harvard und Yale, widmete sich seinem Erinnerungswerk und der Ordnung desselben.


Weitere Werke

Gedenkrede auf Wolfgang Amadeus Mozart. Berlin 1906; Große Richard Beer-Hofmann-Ausgabe in sechs Bänden. Hg. von M.M. Schardt u.a. Oldenbourg 1998-2002. K. Fliedl (Hg.): arthur schnitzler – richard beer-hofmann, briefwechsel 1891 – 1931. Wien u.a. 1992.

Quellen und Dokumente

Franz Servaes: Drei Romane In: Neue Freie Presse, 26.8.1900, S. 17-19, Ankündigung zu Jaakobs Traum. In: Österreichische Buchhändler-Correspondenz, 11.12.1918, S. 504, David Josef Bach: Das Drama des Juden. („Jaakobs Traum“ von Richard Beer-Hofmann). In: Arbeiter-Zeitung, 10.4.1919, S. 2, Richard A. Bermann: Jaakobs Traum. Richard Beer-Hofmanns Drama im Burgtheater. In: Der neue Tag, 6.4.1919, S. 9f., Ankündigung zu Der Graf von Charolais. In: Der Filmbote: 11.11.1922, S. 13, Tulo Rosenblatt: Alexander Moissi über die Habima. In: Wiener Morgenblatt, 27.5.1926, S. 3, Paul Stefan: Beer-Hofmann, der Sechziger. In: Die Bühne (1926), H. 89, S. 5, Die Striche im „Fiesko“. Ein Brief des Dichters Richard Beer-Hofmann. In: Neues Wiener Journal, 28.4.1927, S. 10, Paul Wertheimer: Richard Beer-Hofmann. In: Radio Wien, 4.7.1927, S. 1906, Der Schriftstellerprotest gegen die RAVAG. In: Die Stunde, 19.11.1927, S. 6, Seipels Kampf gegen Schmutz und Schund. Eine Aussprache mit den Vertretern der Schriftstellervereine. In: Arbeiter-Zeitung, 9.6.1928, S. 3, Der Kampf gegen Schmutz und Schund. Eine interessante Enquete im Bundeskanzleramt. In: Neues Wiener Journal, 9.6.1928, S. 2, Der erste Akt von Richard Beer-Hofmanns „Jungem David“. In: Neue Freie Presse, 27.10.1928, S. 11, Otto Stoessl: Festaufführung des „Faust“ am Burgtheater. In: Wiener Zeitung, 1.3.1932, S. 1f., Subskriptionseinladung zu Verse. In: Austria (1941), H. 6, S. 6.

Nachlass: Leo Baeck Institut, New York.

Literatur (Auswahl)

Th. Reik: Richard Beer-Hofmann. Leipzig 1912; N.O. Eke, G. Helmes (Hgg.): R. Beer-Hofmann. Studien zu seinem Werk. Würzburg 1993; St. Scherer: Richard Beer-Hofmann und die Wiener Moderne. Tübingen 1993, 22011; S. Eberhardt/Ch. Goer (Hgg.): Über Richard Beer-Hofmann. Rezeptionsdokumente aus 100 Jahren. Paderborn 1996; D. Borchmeyer (Hg.): Richard Beer-Hofmann: „Zwischen Ästhetizismus und Judentum“. Symposion Heidelberg 1995: Vorträge. Paderborn 1996, 22011; A. Gillman: Viennese Jewish Modernism: Freud, Hofmannsthal, Beer-Hofmann, and Schnitzler. Pennsylvania Univ. Press 2009; D. Niefanger: „Jisro-El“. Politische Kulturkritik in Richard Beer-Hofmanns Die Historie von König David. In: B. Beßlich, C. Fossaluzza (hg.): Kulturkritik der Wiener Moderne (1890-1938). = Beihefte zum Euphorion, H. 110. Heidelberg 2019, 281-296.

(PHK)

geb. am 13.7.1885 in Magdeburg – gest. am 22.8.1948 in Berlin; Architekt, Architekturtheoretiker, Publizist

Nach dem Architekturstudium u. der Promotion bei Adolph Goldschmidt stieß B. früh zum Deutschen Werkbund (gegr. 1907 in München, dem auch Adolf Loos angehörte) u. entwickelte Interessen für neue Formen des Bauens, einschließl. avantgardistischer Konzepte, die er im Umfeld des Blauen Reiters (W. Kandinsky, F. Marc, A. Macke) um 1912-13 kennenlernte. 1918 wurde er Mitbegr. des Arbeitsrates für Kunst in Berlin, dem auch Walter Gropius und Bruno Taut angehörten und der somit zu einem Impulsgeber für die Bauhaus-Bewegung wurde. In Österreich wurde zuerst die MA-Redaktion auf ihn aufmerksam, die bereits 1918 seinen Essay Zur neuen Kunst (ED in der Reihe Sturm-Bücher, Bd. VIII, 1917) auf ungar. ankündigte. Schon 1919 veröff. er bei K. Wolff den Bd. Die Wiederkehr der Kunst. 1922 wiesen sowohl der Grazer Arbeiterwille als auch das NWJ auf einen Beitrag Behnes in den Sozialistischen Monatsheften hin, in dem er sich mit revolut. typographischen Veränderungen  des italien. Futurismus, insbes. einschläg. Projekten von F. T. Marinetti befasste. 1923 erschien in H. 5 der avantgard. Zs. MA sein programm. Beitrag Architektur. 1925 besprach L. Lania sein Heinrich Zille-Buch in der AZ, 1926 schien B. als Unterzeichner mehrerer Petitionen, die in der Wiener Roten Fahne publik gemacht wurden, auf, u.a. gegen Inhaftierungen von Intellektuellen und Künstler aus dem Umfeld der verbotenen ungar. Sozialistischen Arbeiterpartei, oder, gem. mit A. Holitscher, A. Kerr, B. Kellermann, E. Piscator u.a., gegen den weißen Terror in Bulgarien (RF,16.10. 1926). Im selben Jahr wurde sein Konzept vom ‚Modernen Zweckbau‘ in der Wiener Zs. Bau- und Werkkunst lobend vorgestellt.

Seit 1928 war Behne auch in deutschen Radiosendern (Frankfurt, Königsberg u.a.) oft durch Vorträge vertreten. Seine Schrift Eine Stunde Architektur führte zu kontroversen Reaktionen in Österreich, wo die Reichspost seine „reine Sachlichkeit“ verwarf, die Bildungsarbeit diese hingegen als richtungsweisend hervorhob. Durchwegs freundlich wurde dagegen seine Schrift über die Wochenendgestaltung 1931-32 aufgenommen. Der exponiert linksliberale Architekturkritiker verlor zwar 1933 seine Anstellung an der Berliner Universität, auch sein Buch Der Sieg der Farben (1934) wurde verboten. Doch aufgr. von Konzessionen, z.B. im Umfeld der Olymp. Spiele in Berlin 1936, konnte er recht unbehelligt die NS-Zeit überstehen u. unverfängliche Kunst-Stilbücher verfassen, um 1945 wieder prononciert gegen den NS Stellung zu beziehen, v.a. in seiner letzten Schrift Entartete Kunst – eine Hitlerlüge (1947).


Weitere Werke

Die Überfahrt am Schreckenstein (1924); Wochenende und was man dazu braucht (1931), Adolf Behne. Essays zu seiner Kunst- und Architekturkritik, Hg. Magdalena Bushart (2000).

Quellen und Dokumente

Architektur. In: MA 8 (1923), H. 5, S. 8, Leo Lania: Dichter für das revolutionäre Proletariat. In: Arbeiter-Zeitung, 20.4.1925, S. 5, Hartwig Fischel: Neue Kunst- und Fachliteratur. In: Bau- und Werkkunst (1926), S. 70f., A. M.: A. B. Von Kunst und Gestaltung. In: Bildungsarbeit XIII (1926), Nr. 3, S. 58,

Literatur

Frederic J. Schwartz: Form Follows Fetish: Adolf Behne and the Problem of Sachlichkeit. In: Oxford Art Journal 21(2) 1998: 45-77; Kai Konstanty Gutschow: The culture of criticism: Adolf Behne and the development of modern architecture in Germany, 1910-1914. Ph.D., Columbia University 2005 [online verfügbar].

(PHK)

(eigentl. Rudolph, Josef, František B., geb. am 5.6.1884 in Mährisch Budwitz (Moravské Budejovice) – gest. 16. 10. 1957 in Zürich; Librettist, Komponist (Chansons, Operetten, Revue- und Filmmusik), Kabarettist, Regisseur, Exilant

Benatzy besuchte 1899-1904 zunächst die k.u.k. Kadettenanstalt in Wien und schlug als Ltn. d. Infanterie eine militär. Laufbahn ein. Aufgr. einer Erkrankung u. Beurlaubung fand diese nach Stationen in Prag und im galizischen Kolomea bereits 1907 ihr Ende. Danach studierte er an der Univ. Wien Germanistik u. Philosophie und promovierte 1910 zum Dr. phil. Seit 1908 komponierte er Chansons u. Wiener Lieder und wandte sich bald dem Kabarett zu. 1914 übernahm er z.B. die Co-Leitung der ›Bunten Bühne ›Rideamus‹ nach vorangegangener ähnl. Erfahrung in München. Nach erfolgter Trennung von seiner ersten Frau heiratet er noch im selben Jahr die erfolgreiche Chansonnière Josma Selim (eigentl. Hedwig Josma Fischer, 1884-1929), für die er sehr viele Chansons u.a. Lieder komponiert und mit der er auch an versch. europ. Bühnen gastiert. Benatzkys Chansons stellen eine spezif. Mischung aus Wienerlied und klass. französ. Chansons dar. 1916 feiert er mit seiner dritten (gem. mit Willy Prager verf.) Operette Liebe im Schnee nach Cherchez la femme (1911) seinen ersten großen Erfolg im Ronacher (100. Auff. im Febr. 1917), dem er länger verbunden bleiben wird. Im Dez. 1918 erlebte im Apollotheater die nächste von ihm komponierte Operette, d.h. Die tanzende Maske (Buch gem. mit A. Engel) ihre Aufführung.

1919-20 trat Benatzky vor allem in gemeinsamen Chanson-Abenden mit seiner Frau Josma Selim (auch als „lustige Abende“ bezeichnet) auf u. komponierte die Musik zur Operette Yushi tanzt (Libretto von L. Jacobson u. R. Bodanzky), die, obwohl ein „Puccini-Japan aus zweiter Hand“, beim Publikum gut ankam (nicht zuletzt aufgr. der schauspieler. Leistung von Mizzi Günther u. der Tanzeinlagen von Robert Näst[e]lberger). Auf der Rolandbühne wurde 1920 auch seine einaktige Operette Graf Cheveau (unter Mitwirkung von G. Werbezirk) aufgeführt. 1921 war das Ehepaar Benatzky-Selim vorwiegend im Ausland mit Chanson- und Wienerlied-Programmen engagiert u. nur punktuell wieder in Wien zu Gastauftritten mit ihren bewährten Liedabenden, die auch 1922 (bis 1928) Fortsetzung fanden. 1923 verfasste er für die mit Sondergenehmigung freigegebene Bühnenfassung des in Österreich verbotenen Romans Der Garten der Qualen von Octave Mirabeau, das in drei Spätabendvorstellungen in den Kammerspielen lief, die Begleitmusik; diese fiel, so das NWJ (13.1.1923,9) pariserischer aus als die in Paris verwendete. Im selben Jahr erlebte auch die bereits 1922 gemeins. mit O. Friedmann u. T. Schwanau fertiggestellte Operette Ein Märchen aus Florenz im Joh. Straußtheater ihre Aufführung, und im Dezember begleitete er J. Selim im Programm des Kabaretts ›Die Hölle‹, an dem auch Farkas mitwirkte.

Aus: Die Stunde, 30.9.1924, S. 2

Im Dez. 1924 trat das Paar mit selbstkomponierten englischsprach. Chansons in London auf; zuvor komponierte er die Musik zur (ersten) Revue An Alle für das Berliner Schauspielhaus, die in der Folge zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Regisseur Erik Charell führte und ab März 1925 auch im Ronacher zur Aufführung kam. 1925 tragen Benatzky-Selim in bewährter Manier zum Varietè-Kleinkunstprogramm des ›Pavillon‹ bei, das der Kritiker im Tag als Beispiel „ganz auserlesener Kleinkunst“ definierte, sowie zu den üblichen Vortragsabenden im Konzerthaus. Diese geradezu legendären u. ausverkauften Abende beflügelten selbst F. Dörmann zum Verfassen einer Feuilletonskizze. Ab 1926 intensivierte sich die Zusammenarbeit mit K. Farkas und F. Grünbaum im Revuebereich, z.B. 1927 für die Farkas-Revue Alles aus Liebe, und mit der Operette Adieu Mimi (Libretto A. Engel, J. Horst) gelingt ihm ein weiterer Erfolg, wobei auch die Elastizität des Genres ausgereizt wird. Für die Schubert-Zentenarfeiern 1928 legt er rechtzeitig das von ihm komponiertes Lied Schubert Franzl vor; zugleich werden die Lieder aus der Alles aus Liebe-Revue auch durch Jazzbands gespielt und in Radio Wien übertragen, z.B. der Blues Was sagt mein Mädel dazu (Text von K. Farkas, Der Tag, 30.1.1928, 4), und die Historien-Revue Casanova fertig komponiert. 1929 folgte mit Die Drei Musketiere eine weitere Revue als Auftragsarbeit für das Große Schauspielhaus in Berlin; Ende August verstarb überraschenderweise seine Frau und Partnerin in vielen gemeinsamen Auftritten.

Trotz dieser lebensgeschichtl. Zäsur wurde das Jahr 1930 zu einem der produktivsten u. erfolgreichsten in der Karriere Benatzkys: er verf. die Musik zum (quasi österr.) Ufa-Film Der unsterbliche Lump (Buch: F. Dörmann, Regie G. Ucicky) sowie zum pazifist. gefärbten Die letzte Kompagnie, die F. Porges für ihre packende „Düsterheit“ und „strenge künstlerische Form“ lobte (Der Tag, 10.4.1930, 7), vollendete die Revueoperette Der Wiener Kongreß, brachte gemeins. mit F. Grünbaum u. W. Stärk das Zirkusstück Intermezzo im Zirkus in Berlin u. in Wien zur Aufführung; v.a. aber komponierte er die Musik zur Revueoperette Im weißen Rößl (UA Berlin, 8.11.1930), einer von E. Charell, für R. Lothar ein „genialer Farbenmischer“, inszenierten Adaption des Salzkammergutschwankes von O. Blumenthal, zu der H. Müller den Text bearbeitete u. R. Stolz u. R. Gilbert Lieder verfassten. Das Besondere an dieser Revueoperette, insbes. in der Berliner Inszenierung (aber auch in der hocherfolgreichen Londoner mit rund 650 Aufff. en suite 1931) war das Nebeneinander von Volksmusik-, Wiener Schlager und Jazz-Elementen, während in Wien der Akzent stärker auf „Almgirls“ (Die Stunde) und Farkas-Couplet gelegt wurde; sie war dort ab 25.9. 1931 im Stadttheater in der Inszen. von H. Marischka zu sehen (erreichte bis Okt. 1932 500 Auff.). 1932 folgen weitere musikal. Lustspiele wie Flirt in Nizza, die Operette Zirkus Aimé (Buch K. Götz, UA 1933, Graz) und für die Rotter-Bühnen in Berlin die Vertonung von Das kleine Café (NWJ,23.8.1932; Buch H. Müller/T. Bernard, UA April 1934, Dt. Volkstheater). Im Mai 1933 gelangte am Dt. Volkstheater eine weitere Benatzky-Bearb. (Das kleine Schokoladenmädchen/La Petite chocolatière (1909) von P. Gavault) unter dem Titel Bezauberndes Fräulein in der Inszen. von Heinrich Schnitzler zur Auff., die zwei Monate lang von der Sozialdemokratischen Kunststelle in ihrem Programm geführt und Ende Sept. neuerlich ins Programm aufgenommen wurde. Im Dez. lief schließl. die zur Tonfilmrevue umgearb. Komödie Meine Schwester und Ich unter dem Titel Ihre Durchlaucht, die Verkäuferin in den Kinos an, eine Bearb. welche das NWJ akklamierte, der F. Rosenfeld hingegen wenig abgewinnen konnte; auch zur Verfilmung der P. Abraham-Operette Die Blume von Hawaii (1933) komponierte er die Musik. Seit 1932 lebte Benatzky, der ab 1930 in dritter Ehe mit der Tänzerin Mela(nie) Hoffmann verbunden war, vorwiegend in Thun am gleichnamigen See, wo er sich v.a. aufgr. des finanz. Erfolgs seiner Werke seit dem Weißen Rössl eine Villa kaufen konnte. Das Echo auf die UA von Das kleine Café war hymnisch, insbesondere der sog. Mehlspeisfoxtrott wurde als gelungene Melange aus Wiener Lebenshaltung und Jazzrhythmus herausgehoben. Ende August 1935 folgte die Filmfassung von Bezauberndes Fräulein mit der Wienerin Lizzi Holzschuh und Heinz Rühmann in den Hauptrollen, kurz darauf jene vom Weißen Rössl. Auch für den Spielfilm Wer wagt – gewinnt von Willy Wolff schrieb Benatzky die Musik, zum letzten Mal in NS-Deutschland, zu dem er seit Anfang an in offener Distanz stand. In der Scala lief gleichzeitig mit großem Erfolg (150 Auff. bis Sept.) seine Lustspieloperette Der König mit dem Regenschirm, die jedoch auch einen Plagiatsstreit mit B. Granichstädten nach sich zog. 1936 kam die Operette Axel an der Himmelstür in Wien zur Auff., mit der Zara Leander ihren internat. Durchbruch feierte. Darüber hinaus war Benatzky 1936-37 bei Filmproduktionen wie Die Puppenfee (u.a. mit Adele Sandrock, Paul Hörbiger u. Magda Schneider) Zu neuen Ufern (mit Z. Leander) sowie Das Mädchenpensionat (auch Drehbuch) beteiligt bzw. erfolgreich. Im August 1937 kam in der Josefstadt sein Lustspiel Pariserinnen; im Sept. die sog. Wintersportoperette Herzen im Schnee in der Volksoper zur Aufführung; 1938 war Benatzky, der nach dem Anschluss Österreichs aus der Schweiz in die USA emigrierte, nur noch mit Liedern im Radio zu hören.


Weitere (Operetten)Werke, Kompositionen (Vertonungen) und Revuen (Auswahl)

Der lachende Dreibund (1913), Pipsi (Schwank, 1922), Turandrotterl oder die Macht des Schickse (1926, mit Farkas u. Grünbaum); Meine Schwester und Ich (Musikal. Lustspiel, 1930); Morgen geht’s uns gut (Posse mit Gesang, mit H. Müller 1932); Die Prinzessin auf der Leiter (Operette, 1934, Neubearb. von Meine Schwester und Ich)

Literatur

H-D. Roser: R. Benatzky. In: OBL (2003, aktualis. 2011; online verfügbar: http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_B/Benatzky_Ralph_1884_1957.xml?frames=yes

Ulrich Tadday (Hg.): Im weißen Rössl. Zwischen Kunst und Kommerz (= Musik-Konzepte; 133/134), München 2006, F. Hennenberg: Ralph Benatzky. Operette auf dem Weg zum Musical. Lebensbericht und Werkverzeichnis. Wien 2009.

Quellen und Dokumente

p.f.: Yushi tanzt. In: Der neue Tag, 4.4.1920, S. 17; F.H[eller]: Ein Märchen aus Florenz. In: Der Tag, 16.9.1923, S. 7; Plakat zum Abschiedsprogramm J. Selim -R. Benatzky, Cabaret Die Hölle; in: Die Stunde, 30.9.1924, S. 2; Varietè und Brettl. Selim-Benatzky-Programm im Pavillon. In: Der Tag, 8. 5.1925, S. 8; F. Dörmann: Soiree bei Kalmar. In: NWJ, 12.11.1925, S. 3; F.H.: Adieu Mimi! In: Der Tag, 10.6.1926, S. 8; Anzeige von Schubert Franzl. In: Österreichische Buchhändler-Correspondenz, 17.2.1928, S. 3; Dörmann/Benatzky: Der unsterbliche Lump (Tonfilm). In: Der Tag, 7.3.1930, S. 8;R. Lothar: Berliner Theater (UA Im weißen Rössl). In: NWJ, 12.11.1930, S. 25; [Bi]ron: Im weißen Rössl (Wiener Premiere). In: NWJ, 26.9.1931, S. 7; N.N. Der große Erfolg: Im weißen Rössl (Wiener Premiere). In: Die Stunde, 27.9.1931, S. 7; D.B[ach]: Musikalischer Rummel im Deutschen Volkstheater (zur UA von Bezauberndes Mädchen). In: AZ, 27.3.1933, S. 6; F. R[osenfeld]: Allerdurchlauchtigste Filmmarionetten (Zur Verfilmung von Meine Schwester und Ich); in: AZ, 8.12.1933, S. 8; N.N.: Mehlspeisfoxtrott. In: Die Bühne H. 375 (Mai) 1934, S. 24; N.N.: „Kleines Café“ im Deutschen Volkstheater. In: Die Stunde, 11.4.1934, S. 6; F. Fischer: Benatzky-Operette mit Max Hansen (Zu: Kleines Café). In: NWJ, 22.4.1934, S. 24-25;N.N.: Das „bezaubernde Fräulein“ filmt in Wien (Gespr. mit L. Holzschuh). In: Die Bühne, H. 505 (1935), S. 5; N.N.; Er griff an die Mütze. (Zum Plagiatsstreit mit Granichstaedten) In: NWJ, 16.7.1935, S. 11.

(PHK)

Geb. 12.12. 1878 in Wien, gest. 26.1.1961 in Wien. Journalistin, Schriftstellerin.

in Vorbereitung

geb. am 27.5.1892 in Wien – gest. am 11.1.1981 in Moskau; (Film)Architekt, Szenenbildner

Aus einer jüdischen Familie kommend, besuchte Berger zunächst die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt und ab 1911-15 die Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Dort hatte er u.a. Josef Hoffmann und Oskar Strnad als prägende Lehrer. Den Ersten Weltkrieg überstand er nach einem Einsatz an der Isonzofront (1915) vorwiegend in Belgrad. 1919 trat er aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus und begann sich, neben kleineren Architekturarbeiten, für den Film zu interessieren. So wirkte er 1918 im (Kriminal)Film Der Schatz der Berge als Schauspieler mit und stattete 1919 erstmals einen „Sensationsfilm“ der Sascha-Film, Die Jagd nach dem Glück (Regie: Fritz Freissler), innenarchitektonisch aus (Die Kinowoche H.10/1919,11), woraufhin er 1920 beruflich ganz zur Sascha-Film wechselte. Im selben Jahr fertigte er auch die Lithographien zu H. Sonnenscheins Die Legende vom weltverkommenen Sonka (E.P. Tal) an. 1921 folgten die Dekorationen für den Helios-Vita-Film Don Ramiro und im Okt. 1923 zeichnete er für die Kulissen der 1809 spielenden Medardus-Verfilmung (auf der Basis von Schnitzlers Bühnenstück Der junge Medardus) mitverantwortlich und arbeitete erstmals mit M. Kerstesz enger zusammen. Ebenfalls 1923 war er, gemeins. mit F. Lampl u.a. Mitbegründer der Glas-Keramik-Werkstätten Bimini.

1924 war Berger in drei großen Historienfilmen für die Ausstattung zuständig (tw. gemeins. mit Emil Stepanek und bzw. oder mit Julius v Borsody): Harun al Raschid, Die Sklavenkönigin und Salammbó. Ab 1925 verlagerte sich dies stärker auf die Ausstattung von Unterhaltungsfilmen, beginnend mit Das Spielzeug von Paris (engl.Vorlage : Red Heels von M. Lawrence), sowie für die Revuebühne im Apollo-Theater, 1926 ferner für jene in Die Pratermizzi sowie in der Lustspielverfilmung Das Kamel geht durch das Nadelöhr aber auch im Max Neufeld-Film Die Brandstifter Europas und 1927 für Café Elektric. 1925-26 war er auch für Wohnblöcke des Bauprogramms des ›Roten Wien‹, z.B. für jenen in der Schlachthausgasse vorgesehen (Der Tag, 7.5.1926,7), wo er mit seinem Bruder Josef zusammenarbeitete. Auch für Tanzabende und -matineen von G. Geert und H. Holger entwarf Berger wiederholt die Kostüme. Auch beim Tingel-Tangel-Film war Berger beteiligt.

In: Das Kino-Journal 20 (1927), Nr. 875, S. 19

1928 verf. er u.a. Essays wie z.B. über Die Luftschlösser des Films bzw. über Elementarkatastrophen im Filmatelier; im selben Jahr war Berger für die Interieur-Gestaltung der Verfilmung des Bettauer Romans Das Entfesselte Wien unter dem Titel Schwüle Stunden zuständig, welche von F. Rosenfeld in der AZ als vergebene Chance kritisch kommentiert wurde. 1929-30 waren ebenfalls sehr produktive Jahre für Berger; einerseits stattete er Filme wie C. Wienes Revolution der Jugend oder Revuen wie jene der sozialdem. Genossenschaften Ein Tanz um die Welt, die im Arbeiterheim Favoriten unter Mitwirkung der Tanzgruppe Geert ihre UA am 2.10.1929 hatte, sowie Flieg mit mir durch Österreich (1930), mit Bühnenaufbauten bzw. Kostümen aus, andererseits betätigte er sich verstärkt als Drehbuchautor, meist gemeinsam mit Siegfried Bernfeld, etwa für die Tonfilmrevue Apollo, Apollo oder für den Neufeld-Film Nachtlokal, ferner für die Sascha-British Internat. Pictures-Koproduktion Champagner (F. Porges bezeichnete in diesem Kontext Berger als einen „der besten Filmarchitekten“) sowie für eine österr.-tschech.-polnische Produktion unter dem Titel Karussell (Die Stunde, 11.9.1929,9). 1930 war er auch an der Verfilmung der Oberst Redl-Reportage von E. E. Kisch und an der Gründung der Gruppe ›Film der Jungen‹ (Der Tag, 27.3.1930, 8) beteiligt; 1931, wieder gemeins. mit Bernfeld, am Drehbuch für den unter der Regie von Otto L. Preminger gedrehten Film Die große Liebe, einem Mutter-Sohn-Nachkriegsdrama. 1932 legte Berger nicht nur den utopistischen Propagandafilm für die sozialdemokrat. Wahlbewegung Die vom 17er Haus vor (AZ, 2.4.1932, 5), sondern war an der Ausstattung bzw. am Bühnenbild von mehreren Filmen und Sketches beteiligt, so z.B. an dem von Neufeld inszenierten Sehnsucht 202, am Sascha-Film Hochzeit zu dritt, am Tonfilmsketch von Farkas Die Justizmaschine oder am René Claire-Film Es lebe die Freiheit. Zudem legte er den programmatischen, auch von Radio Wien ausgestrahlten Essay Aus der Werkstatt eines Filmarchitekten vor. 1933 zählte Berger zu den Mitbegründern eines Lehrinstituts für Tonfilmkunst in Wien; er initiierte zehn Kurzfilmprojekte, von denen aber nur zwei, Der Herr Scheidungsgrund und Das große Los realisiert wurden.

Insgesamt verschlechterte sich die Auftragslage deutlich, und Berger wirkte auch nur mehr an wenigen filmarchitektonischen Ausstattungen, z.B. an Großfürstin Alexandra (mit M. Jeritza, P. Hartmann u. L. Slezak in den Hauptrollen) sowie Abenteuer am Lido, mit. 1935 war das letzte erfolgreiche Jahr für Berger in Österreich: er stattet die Filme Heute ist der schönste Tag, Letzte Liebe, Bretter, die die Welt bedeuten und v.a. den Bashkirtzeff-Film Tagebuch der Geliebten, ein Tobis-Sascha „Großfilm“ (mit Lili Darvas, Hans Jaray u. Attila Hörbiger in den Hauptrollen) aus. 1936 kam wohl noch der von ihm ausgestattete u. von R. Oswald inszenierte Unterhaltungsfilm Heut‘ ist der schönste Tag in die Kinos, doch Berger, den das 1936 vom austrofaschist. Ständestaat ausgesprochene Arbeitsverbot für jüdische Bürger in der Filmbranche hart traf, entschloss sich über Prag nach Moskau zu emigrieren, wo er fortan blieb und auch als Filmarchitekt für Meschrabpom tätig sein konnte.


Weitere Ausstattungen und/oder Regietätigkeiten:

Die Kaiserjäger (1928); Liebe im Mai (1928); Luxus (1928); Parade der Liebesparade (Revue-Ausstattung 1930), Micky der Schießbube (1931); Lumpenkavaliere (1932); Karneval und Liebe (1934); Hoheit tanzt Walzer (1935).

Literatur

Ch. Dewald:  Artur Berger: Vom Architekten des „Roten Wien“ zum Filmausstatter der sowjetischen Mosfilm (2012).  online verfügbar unter: https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/Institute/INZ/Bio_Archiv/bio_2012_05.htm

https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_B/Berger_Artur_1892_1981.xml

https://www.film.at/die_vom_17er_haus

Quellen und Dokumente

(Plakat:) Der Schatz im Berge. In: Neue Kino-Rundschau, 1.6.1918, S. 20; N.N: Die Sklavenkönigin. In: Wiener Morgenzeitung, 24.10.1924, S. 7; (Plakat:) Die Brandstifter Europas. In: Der Filmbote, 10.7.1926, S. 19; (Plakat:) Das Kamel geht durch das Nadelöhr. In: Der Filmbote, 9.10.1926, S. 11; (Plakat:) Schlagerfilm Tingl-Tangl. In: Das Kino-Journal, 7.5.1927, S. 19; A. Berger: Die Luftschlösser des Films. In: Mein Film, H. 113/1928, S. 13-14; A. Berger: Elementarkatastrrophen im Filmatelier. In: Mein Film, H. 114/1928, S. 7-8; F. Rosenfeld über Schwüle Stunden. In: AZ, 21.10.1928, S. 21; F. Porges über Champagner. In: Der Tag, 29.3.1929; S. 6; N.N.: Apollo, Apollo. In: Die Stunde, 30.11.1929, S. 8; F. Porges über Apollo, Apollo. In: Der Tag, 29.11.1929, S. 4; N.N.: Nachtlokal. In: Der Tag, 7.12.1929, S.6; F. Argus über Oberst Redl-Film. In: Mein Film. H. 260/1930, S. 10-11; N.N.: Kleine Szene aus der Großen Liebe. In: Mein Film, H. 302/1931, S. 10; A. Berger: Aus der Werkstatt eines Filmarchitekten. In: Mein Film. H. 349/1932, S. 9-10; N.N.: Ein Rückblick aus dem Jahre 2032 (Zu: Die vom 17er Haus). In: AZ, 2.4.1932, S. 5; A. Berger über Sehnsucht 202. In: Die Stunde, 22.8.1932, S. 4; N.N.: Wiener Kurzfilme. In: Mein Film, H. 370/1933, S. 10; L. Darvas über Bashkirtzeff-Film. In: Mein Film, H. 503/1935, S. 17-18.

(PHK)

geb. am 22. 8. 1897 in Drohobycz in Galizien, Österreich-Ungarn (heute Ukraine) – gest. am 12. 5. 1986 in London, Film- und Theaterschauspielerin.

Elisabeth Bergner, geb. Elisabeth Ettel, war die Tochter des jüdischen Kaufmanns Emil Ettel und seiner Frau Anna Rosa (geb. Wagner) und wuchs weitgehend in Wien auf. Mit einem Stipendium ausgestattet, absolvierte sie dort bereits in jungen Jahren ihre Schauspielausbildung am Konservatorium. Nach ersten Engagements u.a. in Innsbruck, München und Wien erlangte sie 1923 am Berliner Theater größere Bekanntheit in einer Shakespeare-Inszenierung („Wie es euch gefällt“) von M. Reinhardt, der die Rolle der Rosalinde mit ihr besetzte. Durch ihr knabenhaftes Aussehen – „großäugig, Bubikopf, naiv und kokett mit verführerisch singender Stimme, halb Elfe, halb Engel, kaum Frau“ (SPIEGEL) avancierte sie bald zu einer der „markantesten“ Darstellerinnen der deutschsprachigen Bühnen. Mit weiteren Rollen wie z.B. der „Heiligen Johanna“ in Berlin zum Star geworden, drehte sie bald auch Filme, vorrangig mit dem damals noch wenig bekannten Regisseur Paul Czinner, der es laut zeitgenössischer Presse verstand, „Rollen für sie zu schaffen, die ihr jede Entfaltung ermöglichen“ (MEIN FILM , 47/1926). Bereits ihre ersten Stummfilmrollen als unglückliche, junge Ehefrau Nju im gleichnamigen Film oder als Bürgerstochter in Der Geiger von Florenz (1926), wo sie an der Seite von Walter Rilla spielte, sowie in Fräulein Else (1929) erregten große Aufmerksamkeit, nicht zuletzt in Wien, wo die Kritik bereits 1924 die Bergner als „eine Schauspielerin von Ruf“ feierte, „die das Schicksal aller in Wien Verkannten (alle die hochbegabten Wiener Künstler, die man hier geringschätzig behandelt und ohne weiters ziehen läßt, kommen später ‚von draußen‘ als die gefeierten Gastspielgrößen zurück) teilte“ (Der Filmbote Nr. 34, 23.8. 1924, 9). Dabei lobte F. Porges ihre „reiche mimische Ausdruckskunst“, die sowohl auf Bühne als auch im Film von starker Wirkung sei, referiert wurde aber auch eine Bemerkung Czinners, dass Bergner „die Kunst der Bühne höher einschätzte, als die des Films“ (ebd.) und Spekulationen über die Gründe für diese Priorisierung angestellt (u.a. das naheliegende Argument, sie vermeine „auf das Ausdrucksmittel der Sprache nicht verzichten zu können“). Wegen der sich verschärfenden Diskriminierung von Juden sah sich Bergner zunehmend unter Druck und kehrte 1933 von einem Gastspiel in London nicht mehr auf die deutsche Bühne zurück – wohl auch, da man ihr geraten hatte, fortan nur mehr am jüdischen Theater zu spielen. Gegen diese Vermutung spricht ein angebliches „Arisierungsangebot, das die Nazis ihr nach London übermittelten, um sie zurückzulocken“ (DER SPIEGEL v. 19.05.1986), auf das sie jedoch nicht reagiert haben soll. In England spielte sie sowohl in Filmen wie in Escape me never (1935) – eine Leistung, für die sie 1936 sogar für den Oscar nominiert wurde – und Stolen life (1939) als auch auf der Bühne; „sie wurde der königlichen Familie vorgestellt und durfte sogar Shakespeare sprechen, obwohl man ihre Herkunft an ihrem Akzent erkannte“ (Die Weltpresse, 3.4. 1948, Nr. 79).

Nach Kriegsausbruch zog sie mit Czinner, den sie schon im Januar 1933 „sehr diskret, mit Ausschluß jeder Öffentlichkeit“ in London geheiratet hatte – im Übrigen nicht ohne „eine rasch inszenierte Verwechslungskomödie, in der die Bergner auf telephonische Anfragen hin angab, nicht die berühmte Elisabeth Bergner zu sein, sondern eine Privatperson, die ihre Ruhe haben möchte und Paul Czinner erklärte, er wolle wohl Fräulein Bergner heiraten, aber das Fräulein Bergner sei gar nicht die Bergner“ (Die Stunde v. 11.1.1933, S. 3) – in die USA. Die Gelegenheit ergab sich bei dem Dreh des englischen Propagandafilms Die neunundvierzigste Parallele, dessen Außenaufnahmen in Kanada gemacht wurden und bei dem Bergner für die weibliche Hauptrolle verpflichtet wurde: „[W]ährend man dort arbeitete, fuhr die Bergner über die Grenze nach den Vereinigten Staaten und kam nicht mehr zurück. Sie fuhr nach Hollywood. In den englischen Zeitungen erschien eine kleine Notiz, die besagte, man habe die Rolle der Bergner mit einer anderen Schauspielerin besetzt. In Wirklichkeit war jedoch dieser Zwischenfall eine größere Katastrophe, als man erkennen konnte, weil ja die Szenen, in denen die Bergner in England gespielt hatte, nochmals gedreht werden mußten“ (Weltpresse, 03.04. 1948, Nr. 79). Tatsächlich war sie in nur einer Hollywood-Produktion, dem Anti-Nazi-Film Paris Calling (1941) auf der Leinwand zu sehen; beachtliche Erfolge erzielte sie später am New Yorker Broadway, u.a. in dem Bühnenstück The two Mrs. Carolls (1943) von Martin Vale. Bergner engagierte sich in Exilantenkreisen und gehörte neben B. Brecht, E. Piscator und L. Feuchtwanger 1944 zu den Mitunterzeichnern der Charta des „Council for a Democratic Germany“. Nach Kriegsende ging sie 1951 zurück nach London, wo sie fortan ihren Lebensmittelpunkt fand, obwohl sie für gelegentliche Engagements auf die deutsche Bühne zurückkehrte. 1978 veröffentlichte sie ihre Unordentlichen Memoiren, die eher anekdotische denn ganz korrekte biographische Erinnerungen versammelten. Vielfach ausgezeichnet, nach den Kriegsjahren jedoch nicht mehr an ihre außerordentlichen Erfolge der 1920er und 1930er Jahre anknüpfend, starb sie im Alter von 88 Jahren in London.


Weitere wichtige Filmrollen

Ariane (1930); Der träumende Mund (1932); The Rise of Catherine the Great (1934)

Quellen und Dokumente

F. Porges: Elisabeth Bergner im Film. In: Der Filmbote, 23.8.1924, S. 9; N.N.: Der Geiger von Florenz. In: Mein Film, H. 47/1926, S. 2; N.N.: E. Bergner filmte in Wien (ad: Dreharbeiten zu Schnitzlers Fräulein Else). In: Mein Film, H.101/1927, S. 9; N.N.: E. Bergner hat geheiratet. In: Die Stunde, 11.1.1933, S. 3; [PEM]: Sollen Künstler eine Gesinnung haben. Der Fall Elisabeth Bergner. In: Die Weltpresse, 3.4.1948, S. 3; N.N.: Ein romantisches Kind. In: Der Spiegel, 27.11.1978, S. 257-262; N.N.: Gestorben. In: Der Spiegel, 19.5.1986, S. 252.

Literatur (Auswahl)

K. Völker: Elisabeth Bergner – Das Leben einer Schauspielerin. Ganz und doch immer unvollendet. (Beitr. zu Theater, Film und Fernsehen aus dem Institut für Theaterwissenschaften der Freien Universität Berlin 4), Berlin 1990; M. Heymann: Elisabeth Bergner – mehr als eine Schauspielerin. Vorwerk 8, Berlin 2008;     

Movie Legends (Bergner in Filmposituren). online verfügbar unter: Youtube. Elisabeth Bergner, verfügbar in: Künste im Exil online; ferner in: Steffi-online-Archiv

(VW)

siehe Arnold Höllriegel

geb. am 7.5.1892 in Lemberg (heute L’viv, Galizien/Ukraine) – gest. am 2.4.1953 in Los Angeles; Reformpädagoge, Psychoanalytiker, Drehbuchautor, Exilant

Bernfeld wuchs als erstes von drei Kindern in gesicherten Verhältnissen auf; sein Vater war der jüdische Tuchgroßhändler Isidor Bernfeld, seine Mutter Hermine Schwarzwald-Bernfeld. Nach Übersiedelung der Familie nach Wien wuchs B. dort auf u. legte 1911 die Matura ab, um danach an der Univ. Wien bis 1915 Biologie, Geologie, Pädagogik, Psychologie u. Philosophie zu studieren und zum Dr. phil. mit der Arbeit Über den Begriff der Jugend zu promovieren. 1912 gab er bereits mit George Barbizon (Berlin) die Zs. Der Anfang. Zeitschrift der Jugend heraus u. betätigte sich als Vortragender u. Kursleiter im Volksheim (Ottakring), wo er z.B. am 1.2.1914 über J.G. Fichte hielt. Im April 1914 bot er für den Allgem. österr. Frauenvereins einen Vortrag über Frauenbewegung – Jugendbewegung an u. wurde dabei in der Zs. Neues Frauenleben (H 4/1914,107) als „jugendlicher Führer der Wiener Jugendbewegung“ tituliert. 1915 nahm er erstmals an Sitzungen der Wiener Psychoanalyt. Vereinigung teil u. wurde, auch von S. Freud gefördert, 1919 deren ord. Mitglied. Ab H.2/1916 findet sich B. als Beiträger in der von M. Buber hg. Zs. Der Jude. 1917 näherte er sich der zionist. Bewegung an u. organisierte im Mai 1918 einen zionist. Judentag, allerdings an einem Sabbat, was der anwesende M. Buber kritisch kommentierte. Zur selben Zeit ist er auch Hg. der jüd. Zs. Jerubbaal (April 1918- März 1919), die im jüd. R. Löwit-Verlag erschien, aber aus finanz. Gründen ihr Erscheinen einstellen musste. In der Übergangsphase von der Monarchie zur Republik engagierte sich B. auch im sog. Jüdischen Nationalrat u. fungierte als Kommandant der Jüdischen Selbstwehr. 1919 engagierte sich B. in mehreren Jugend- und Studententagen mit zionist. Ausrichtung, an denen auch bekannte Exponenten des Zionismus wie H. Bergmann oder R. Weltsch teilnahmen sowie am Projekt des Kinderheims Baumgarten, das vom American Joint Distribution Committee unterstützt wurde u. Ausgangspkt für die 1920 erfolgte Grd. des Jüdische[n] Institut für Jugendforschung und Erziehung war. 1920 erschien auch seine Schrift Das jüdische Volk und seine Jugend; 1920-21 war B. zudem als Sekretär von M. Buber tätig, u.a. auch für dessen Zs. Der Jude. 1922 eröffnete B. auf Anraten u. Förderung durch S. Freud eine psychoanalyt. Praxis in Wien u. widmete sich in den Folgejahren in zahlr. Vorträgen der Freudschen Psychoanalyse.

1924 wechselte B. von der zionist. Bewegung zur sozialdemokrat. Partei, was in der jüd. Wiener Morgenzeitung ebenso heftig kritisiert wurde wie in bürgerl. Blättern. 1925 ersch. seine Schrift Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung, die auf große Resonanz stieß, weil sie u.a. eine Synthese aus Marxismus u. Psychoanalyse als wesentliche Fundamente pädagog. Arbeit behauptete. Zugleich hielt er am neugegr. Lehrinstitut der Wiener Psychoanalyt. Vereinigung den Einführungskurs zur Psychoanalyse. Gemeins. mit F. Zoref besorgte er auch die deutsche Übers. des Western-Romans von D. Clifford Pretty Polly and the Prairie unter dem Titel Das Lassomädel. In dasselbe Jahr fällt auch seine Übersiedelung nach Berlin. Im Sept.Heft des Kampfes 1926 veröffentl. er den programmat. Essay Sozialismus und Psychoanalyse; im Dezember mischt er sich auch in die Schmutz- und Schunddebatte ein und tritt erstmals im Programm von Radio Wien auf. 1927 trug er u.a. zum Sonderheft der Zs. für Psychoanalyt. Pädagogik (Thema: Sexuelle Aufklärung) bei, befasste sich in der Zs. Praxis mit dem Massenproblem und sozialist. Erziehung, betätigte sich als Übersetzer von Feuilletons von G. Clifford in der Salzburger Wacht, in der auch am 10.2.1927 sein Jazz-Feuilleton erschien, ferner in der AZ, Die Bühne und das NWJ (insgesamt über 20), war somit trotz Wohnorts Berlin in Österreich überaus präsent. 1928-29 wandte er sich wiederum dem Film verstärkt zu (Liebe im Mai, den F. Rosenfeld am 20.9. 1928 in der AZ gnadenlos verriss, ebenso Nachtlokal im darauffolgenden Jahr), betätigte sich aber auch als Literaturkritiker, Herzmanovsky-Orlandos Roman Der Gaulschreck im Rosennetz besprechend, und weiterhin als Übersetzer, 1929-30 v.a. von Texten von Henry O‘Hara. 1930 verf. B. gem. mit Robert Wohlmut als Regisseur den Film Lebende Ware, der von der Verleihfirma so verstümmelt wurde, dass sich die beiden zu einer Distanzierung von der Kinofassung gezwungen sahen. Im selben Jahr konnte der als Gemeinschaftsprod. der neugegr. Arbeitsgemeinschaft Neuer Film außerhalb des kommerz. Filmbetriebs Der Vagabund gedreht werden, den F. Rosenfeld als den „erste[n] österreichischen Avantgardefilm“ begrüßte. 1931 folgt der mit Arthur Berger verf., von Rosenfeld angesichts der Sascha-Produktionen durchaus begrüßte Tonfilm Die große Liebe. 1931-32 arbeitete er maßgeblich am Berliner Psychoanalyt. Institut mit u. mit Kurt Lewin zusammen. Zu seinem Bekannten- und Diskussionszirkel gehörten auch Th. W. Adorno, M. Horkheimer, W. Reich u.a.m. 1933 kehrte B. nach Wien zurück; zuvor war er noch mit dem Drehbuch des vom Völkerbund finanz. Films Der Haß, der stirbt betraut worden; ein Projekt, das jedoch nicht zustande kam. 1934 emigrierte er mit seiner Frau Suzanne Cassirer nach Menton (Südfrankreich), hielt aber noch Kontakt zu Wien, 1937 dann über London in die USA, wo er sich in San Francisco ansiedelte u. in den 1940er Jahren an der Medical School der Univ. of California tätig wurde.


Weitere Werke

Die neue Jugend und die Frauen (1914); Kinderheim Baumgarten (Berlin 1921); Psychologie des Säuglings (1925); Das Wolgamädchen (Stummfilm, 1930); Die vom 17er Haus (Drehbuch, gem. mit A. Berger, 1932)

Zionismus und Jugendkultur. = Werke Bd.3 (= Essays 1916-22), hg. von U. Hermann, W. Fölling, M. Fölling-Albers; Gießen 2011.

Quellen und Dokumente

Das Kind braucht keinen Schutz vor Schund. In: Arbeiterwille, 12.12.1926, S. 14, Sozialismus und Psychoanalyse. In: Der Kampf (1926), H. 9, S. 385-389, Ueber sexuelle Aufklärung. In: Arbeiterwille, 24.7.1927, S. 9, Jazz im Prater. In: Salzburger Wacht, 23.4.1928, S. 5, Der Gaulschreck im Rosennetz. Roman von Fritz von Herzmanowsky-Orlando. In: Salzburger Wacht, 13.6.1928, S. 6, Warum ich gegen den Sprechfilm bin. Aus einem Gespräch mit Charlie Chaplin. In: Salzburger Wacht, 8.3.1930, S. 9, J. U.: Der jüdische Jugendtag und wir. In: Jüdische Korrespondenz, 23.5.1918, S. 5, Zum jüdischen Erziehungsproblem. In: Wiener Morgenzeitung, 5.6.1921, S. 4f., F. S.: Ueber Psychoanalyse. In: Neues Wiener Tagblatt (Abendausgabe), 14.12.1923, S. 4, N.N.: S. B.: Sysiphos oder die Grenzen der Erziehung. In: Die Mutter, 16.12.1925, S. 13f., Inserat zu Liebe im Mai. In: Österreichische Film-Zeitung, 26.5.1928, S. 3, Verstümmelung eines Films durch die Verleihfirma. In: Das Kleine Blatt, 3.1.1930, S. 9, Fritz Rosenfeld: Der Vagabund. In: Arbeiter-Zeitung, 20.4.1930, S. 24f., Inserat zu Die große Liebe. In: Das Kino-Journal, 7.11.1931, S. 10, Fritz Rosenfeld: Filme der Woche [zu Die große Liebe]. In: Arbeiter-Zeitung, 25.12.1931, S. 9f.

Cover zu: Das jüdische Volk und seine Jugend [online verfügbar]

Nachlass: Library of Congress (Washington); Deutsche Nationalbibliothek (EB 96/274)

Literatur

L. Utley: Siegfried Bernfeld’s Jewish Order of Youth 1914-1922. In: Yearbook. Leo Baeck Institute 24(1979), 349-368; Karl Fallend, Johannes Reichmayr (Hgg.): Siegfried Bernfeld oder die Grenzen der Psychoanalyse. Basel-Frankf./M 1992; Armin A. Wallas: Die Zeitschriften Jerubbaal (1918/19) und Esra (1919/20) als Sprachrohr und Diskussionsforum der zionist. Jugendbewegung in Österreich. In: Ders.: Österreichische Literatur-, Kultur- und Theaterzeitschriften im Umfeld von Expressionismus, Aktivismus und Zionismus. Hg. von A. Lauritsch. Wuppertal 2008, 133-185; Peter Dudek: ›Er war halt genialer als die anderen.‹ Biografische Annäherungen an Siegfried Bernfeld (2012).

Roland Kaufhold: S. B. oder Die Grenzen der Psychoanalyse. In: haGalil.com, 18.10.2010, R. K.: Jugendbewegt. Der Zionist, Reformpädagoge und Psychoanalytiker. In: Jüdische Allgemeine, 30.8.2012.

(PHK)

geb. als Hugo Maximilian Bettauer am 18.8.1872 in Baden – gest. am 26.3.1925 in Wien; Schriftsteller, Journalist, Herausgeber.

B., Sohn eines ostjüdischen Börsenarrangeurs, konvertierte noch vor Vollendung des 18. Lebensjahres zur Evangelischen Kirche. Nach fünf Monaten vom Einjährig-Freiwilligen-Militärdienst desertiert, wanderte B. nach ersten journalistischen Versuchen in Zürich in die USA aus, wo er durch Fehlinvestitionen sein väterliches Erbe verlor und 1899 als mittelloser amerikan. Staatsbürger nach Europa zurückkehrte.

Bereits im Zuge der darauffolgenden redaktionellen Übernahme des Lokalteils der Berliner Morgenpost erregte B. durch reißerische und dekuvrierende Texte öffentliche Aufmerksamkeit, die 1901 zu einer Verbannung aus Preußen führte. Nach einem weiteren Aufenthalt in Amerika und Veröffentlichung erster erfolgreicher Fortsetzungsromane im New Yorker Morgenjournal, ausgerichtet auf Schicksale deutschsprachiger Einwanderer, kehrte B. 1910 nach Österreich zurück und fand nach Mitarbeit bei der Zeit in der Redaktion der Neuen Freien Presse von 1914 bis 1918 Anstellung. B.‘s Aufenthalte in den USA veranlassten ihn als einen der ersten deutschsprachigen Autor des 20. Jhds. sich dem Diskurs der ‚Rasse‘ in den USA (Das blaue Mal, 1922) einlässlicher zuzuwenden.

Ab Anfang der zwanziger Jahre widmete sich B. neben journalistischen Arbeiten wie sozialen Feuilletons für den Morgen und den Tag erneut meist als Fortsetzungen abgedruckten Romanen, u.a. im Tagblatt. Diese waren auch in ihren filmischen Adaptionen erfolgreich u. z.T. Meilensteine für Filmkarrieren, z.B. für G. Garbo. Klare, zeithaltige Sprache und dynamische urbane Topographien kennzeichnen B.s. Werke, in denen Fiktion und Realität eng verwoben werden. Erkennbar ist dies etwa am häufig genutzten Motiv des Verlustes aller Privilegien bzw. Sicherheiten wie bereits in seinem 1920 ersch. Roman Hemmungslos, der 1921 in der Regie von Karl Ehlich auch als (Sensations)Film angekündigt und zu sehen war. In den durch präzise Beobachtungsgabe geprägten Zeitromanen (Das entfesselte Wien. Ein Roman von heute oder Die Freudlose Gasse. Ein Wiener Roman aus unseren Tagen, beide 1924) lässt sich durch die Spiegelung der Atmosphäre Wiens samt ihren gesellschaftl. Polarisierungen neben einfachen Bürgern, neben Deklassierten, Kriegsopfern u. Hasardeuren auch Repräsentanten der zeitgenöss. Tagesprominenz finden, deren offensichtliche Bloßstellung den öffentlichen Diskurs anfachte. Die daraus entstehenden Kontroversen verschärften sich durch den als satirisch-kritische Antwort auf den gängigen Antisemitismus gedachten, aus heutiger Sicht erschreckend visionären und gleichzeitig meistverkauften Roman B.s Die Stadt ohne Juden (1922) und spitzten sich mit Erscheinen der Zeitschrift Er und Sie. Wochenschrift für Lebenskultur und Erotik (1924), nach Beschlagnahmung derselben als Bettauers Wochenschrift. Probleme des Lebens fortgeführt, weiter zu. Insbesondere christlichsozial und deutschnational gesinnte prangerten das von B. und Rudolf Olden herausgegebene sexualaufklärerische Magazin, das sich u.a. dem Recht auf Abtreibung und Straffreiheit für Homosexualität verschrieb hat, an.

B. wurde am 10. März 1925 vom Nationalsozialisten Otto Rothstock in seiner Redaktion in der Langen Gasse niedergeschossen und erlag zwei Wochen später seinen Verletzungen. Er ist somit das erste Opfer von NS-motivierter politischer Gewalt in Österreich, was auch in Nachrufen u. der publizistischen Debatte explizit zum Ausdruck kam.


Weitere Werke (Auswahl)

Im Banne von New York (1907); Aus den Tiefen der Weltstadt (1907); Faustrecht (1919); Bobby oder die Liebe eines Knaben (1921); Die drei Ehestunden der Elizabeth Lehndorff (1921); Der Herr auf der Galgenleiter (1922); Der Frauenmörder (1922); Der Kampf um Wien. Ein Roman vom Tage (1923); Der Tod einer Grete und andere Novellen (1926); Geschichten aus dem Alltag (1926)

Quellen und Dokumente

(Plakat zu: Hemmungslos-Verfilmung) In: Neue Kino-Rundschau, 5.3.1921, S. 9; H. Bettauer: Sie will filmen (Feuilleton, mit Bezug auf M. Neufeld). In: Der Morgen, 17.10.1921, S.5-6; Aus dem Nachlass Franz Brümmer: Hugo Bettauer. Autobiographie, Kritik zu Drei Ehestunden der Elisabeth Lehndorff. In: Wiener Montags-Journal, 25.07.1922, S. 5, Sternberg, Julian: Bücher, von denen man spricht. Hugo Bettauer: „Die Stadt ohne Juden“. Ein Roman von übermorgen. In: Die Moderne Welt, 5.Jg., Heft 9, 1923, S.18 und 31, Ankündigung des Roman-Abdrucks Die freudlose Gasse. In: Der Tag, 17.10.1923, S. 5; Kritik zu Die freudlose Gasse. In: (Linzer) Tages-Post, 02.03.1924, S. 22, Hugo Bettauer über Die freudlose Gasse. In: Tagblatt, 15.03.1924, S. 6, Der Pornograph Bettauer. In: Reichspost, 19.03.1924, S. 6, Über einen Vortrag Bettauers in der „Urania“. In: Prager Tagblatt, 09.11.1924, S. 8, Kritik zu Hemmungslos. In: Wiener Montags-Journal, 24.12.1924, S. 17, Hugo Ignotus (Béla Balázs): Bettauer – eine Wiener Erscheinung. In: Die Bühne 1925, H.20, S.20f., Hedda Wagner: Hugo Bettauer, der Vielgehaßte. In: Tagblatt, 11.01.1925, S. 17, Mörder und sein Ende. Das Attentat gegen den Schriftsteller Bettauer. In: Neue Freie Presse, 11.03.1925, S. 1, Der Tod Hugo Bettauers. In: Neue Freie Presse, 16.03.1925, S. 18, Max Winter: Zum Tode Hugo Bettauers. In: Die Unzufriedene, 11.04.1925, S.2f.

Nachlass: Teilnachlass Rudolf Olden

Literatur

Wolfgang Benz (Hg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Bd. 7: Film, Theater, Literatur, Kunst. (2015), Guntram Geser: Hugo Bettauer: Journalist, Unterhaltungsliterat und „Film-Autor“. In: Die Stadt ohne Juden. Österreich 1924. Regie: Hans Karl Breslauer. Hrsg. Guntram Geser und Armin Loacker (2000), 37-54, Murray G. Hall: u.a. Der Fall Bettauer (1978), Hugo Bettauer. In: Das jüdische Echo (Wien), 1, September 1983, 91-93; Peter Herz: Leben und Tod von Hugo Bettauer. In: Illustrierte Neue Welt 3 (1982); Peter Höyng: „Ich seh‘ schwarz“ – „Ich weiß“. Zum rassischen Diskurs der Moderne anhand von Hugo Bettauers Bildungsroman Das blaue Mal. In: P.-H. Kucher, Julia Bertschik: Baustelle Kultur. Diskurslagen in der österreichischen Literatur 1918-1933/38 (2011), 435-452; Siegfried Mattl: Hugo Bettauers Roman „Das blaue Mal“ – Afro-Amerikanismus als Wiener Utopie. In: Zeitgeschichte 35.2 (2008), 80-88; Stephanie Müller: Ein Provokateur aus Leidenschaft. Der österreichische Schriftsteller Hugo Bettauer. In: Kritische Ausgabe 21 (2011), S. 93-98; Clemens Peck: Hugo Bettauer (1872-1925). In: Literatur und Kritik 46 (2012), 3, S. 101-109; Evelyne Polt-Heinzl: Hugo Bettauer: Hemmungslos. In: Österreichische Literatur 2009. Ein Pressespiegel. Zusammengestellt von Sabine Schuster und Astrid Wallner (2010), S. 17; Alexandra Rabl: Hugo Bettauers Wien: Stadtromane der Zwischenkriegszeit. Dipl.Arbeit, Wien, 2013 [Online verfügbar]; Sigurd Paul Scheichl: Judentum, Antisemitismus und Literatur in Österreich 1918-1938. In: Hans Otto Horch u.a. (Hg.): Conditio Judaica. Teil 3: Judentum, Antisemitismus und deutschsprachige Literatur vom Ersten Weltkrieg bis 1933/1938 (1993), 55-90.

Murray G. Hall: Ein Abend für Hugo Bettauer; Über Leichen. In: Der Spiegel, Nr. 7, 1982, S.189-191; Gerald Lind: Hugo Bettauer: Die freudlose Gasse. Literaturhaus.at, 10.10.2011; Elena Messer: Hugo Bettauer: Stadt ohne Juden. Literaturhaus.at, 03.05.2012; Evelyne Polt-Heinzl: Hugo Bettauer: Der Frauenmörder. Literaturhaus.at, 03.12.2002.

(SK)

geb. am 23.8.1877 in Wien – gest./ermord. am 26.5.1942 im KZ Maly Trostinec bei Minsk; Musikwissenschaftlerin und -kritikerin

Als älteste Tochter des aus Krakau stammenden Advokaten Heinrich Bienenfeld und seiner Ehefrau Viktoria (geb. Schmelkes) besuchte B. zunächst das Mädchengymnasium in Wien und legte 1898 die Externisten-Matura am Akademischen Gymnasium Wien ab. Im Anschluss erfolgte ein Studium der Musikwissenschaft bei G. Adler an der Universität Wien, wo sie 1903 als erste weibliche Absolventin dieses Faches in Österreich auch promovierte. B. erhielt Privatunterricht in Musiktheorie und Komposition bei Alexander Zemlinsky und Arnold Schönberg. 1904 wurde B. Mitglied der Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich (DÖT); ab 1906 arbeitete sie als erste Musikkritikerin (Rezensionen, Porträts, Glossen) beim Neuen Wiener Journal.

1908 schrieb sie zur Aufführung Schönberg-Quartetts und entgegnete damit dessen Kritikern: „In der Kunst gibt es keinen Stillstand ebensowenig wie es Revolutionen gibt. Diejenigen, die an der Hand konventioneller Redensarten die Meisterwerke der Vergangenheit zu hören gewohnt sind, sind die ersten, die bei der geringsten Änderung Todesgefahren wittern. Es sind noch jedesmal, sobald eine neue Erscheinung auftrat, die Genies vergangener Zeiten als beleidigte Götter aufgerufen worden.“ (Bienenfeld, in: Neues Wiener Journal, 25.12.1908, S. 25) B. setzte sich für die Zweite Wiener Schule ein und bekannte sich außerdem zur Reformpädagogik. Gemeinsam mit Schönberg und Zemlinsky unterrichtete sie zeitgenössische Musik und Musikgeschichte am Lyzeum von Eugenie Schwarzwald. Zwischen 1906 und 1918 hielt B. Vorträge an der Wiener Urania und im Wiener Fortbildungsverein. Ab 1932 war B. nur noch freiberuflich für die Neue Freie Presse und das Neue Wiener Tagblatt tätig. B. wurde am 20.5.1942 von Wien in das KZ Maly Trostinec deportiert und dort am 26.5.1942 ermordet. B.s Schwester Bianca (1879-1929) war Gynäkologin und starb 1929 bei einem Zugunfall in Loifarn. Elsa B., die sich gemeinsam mit ihrer Schwester auf der Rückfahrt der Salzburger Festspiele befand, wurde bei dem Unglück nur leicht verletzt. Ihr jüngerer Bruder Franz Rudolf (1886-1961) war seit 1915 als Rechtsanwalt in Wien tätig und offizieller Berater der österreichischen Regierung. Zu F.R B.s Freundeskreis zählten u.a. Arthur Schnitzler und Sigmund Freud. Das von ihm unter dem Pseudonym Anton van Miller verfasste Buch Deutsche und Juden galt als soziologischer Versuch, sich der nationalsozialistischen Ideologie zu widersetzen.

Kurt Sonnenfeld charakterisiert in Wiener Publizisten von heute (Wiener Montagspresse, 15.8.1921, S. 3f.; zit.n. E. Taudes, S. 103) Elsa Bienenfeld wie folgt: „Auf mädchenhaft zarten Schultern trägt Dr. Elsa Bienenfeld, die als Musikreferentin des NWJ und als Musikschriftstellerin wohl eine der bedeutendsten Erscheinungen innerhalb der Wiener Publizistik ist, die Last ihres verantwortungsvollen Berufes, der zwischen Wissenschaft und Kunst die Mitte hält. Sie verwaltet ihr kritisches Amt nicht, um Zensuren auszuteilen, sondern um der Kunst zu dienen, und läßt sich auch, was bei Frauen besonders anerkennenswert ist, niemals durch übel angebrachte Sentimentalität dazu beeinflussen, eine minderwertige künstlerische Leistung etwa aus Mitleid nachsichtiger zu beurteilen.“


Werke

Wolfgang Schmeltzl und sein Liederbuch (1544) und das Quodlibet des 16. Jahrhunderts. (= Phil. Diss.) Wien 1904

Quellen und Dokumente

Bienenfeld, Elsa: Anton Bruckner und die Wiener Universität. In: Neues Wiener Journal (NWJ), 8.10.1926, S. 3f, Außerordentliches Gesellschaftskonzert. In: NWJ, 25.11.1907, S. 4; Der Geiger. In: NWJ, 2.5.1921, S. 9; Die asketische Musik. Epilog zum „Modernen Musikfest“. In: NWJ, 5.11.1921, S. 2f; Die Ehe der Silben. In: NWJ, 1.8.1926, S. 11f; Die tote Stadt. In: NWJ, 11.1.1921, S. 3f; Engelbert Humperdinck. In NWJ, 29.9.1921, S. 3f; Ferruccio Busoni gestorben. Die künstlerische Persönlichkei. In: NWJ, 28.7.1924, S. 2; Goldmarks „Götz von Berlichingen“. In: NWJ, 19.5.1910, S. 1f; Konzerte. In: NWJ, 2.10.1922, S. 2; Musik. In: NWJ, 31.12.1923, S. 3; Musik des Wahnsinns. Donizettis dämonisches Schaffen. In: NWJ, 12.11.1927, S. 19f; Musikjahrmarkt. Epilog zur Wiener Musik- und Theatermesse. In: NWJ, 25.9.1921, S. 6; Paul Bekkers Mahler-Buch. In: NWJ, 1.3.1921, S. 3; Richard Mayr. In: NWJ, 3.4.1921, S. 5; Theater und Kunst. „Aschenbrödel.“ In: NWJ, 5.10.1908, S. 4; Theater und Kunst. Salzburger Festspiele. In: NWJ, 10.8.1927, S. 11; Zur Aufführung des Quartetts von Arnold Schönberg. In: NWJ, 25.12.1908, S. 24f;

Dozenten und Fächer der Fortbildungskurse. In: Jahresbericht des Mädchen-Lyzeums am Kohlmarkt, 1905, S. 51; Die Katastrophe von Loifarn. In: Reichspost, 23.8.1929, S. 6; Stein, W.: Anton van Miller: Juden und Deutsche. In: Die Stimme, 22.1.1937, S. 5;

Literatur

Fetthauer, Sophie: Elsa Bienenfeld. In: Maurer Zenck, Claudia/ Petersen, Peter (Hg.): Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (2006), [Online verfügbar], Hilscher, Elisabeth Th.: Bienenfeld, Elsa. In: Flotzinger, Rudolf (Hg.): Oesterreichisches Musiklexikon (Bd. 1), S. 148; Kornberger, Monika: Bienenfeld, Elsa (Elza). In: Oesterreichisches Musiklexikon online; Opfersuche: Elsa Bienenfeld. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Wiederstandes, online; Taudes, Eva: „Wien wir so unerträglich kleinstädtisch“. Elsa Bienenfeld (1877-1942). Werdegang und Wirken im kulturellen Wien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wien 2019, Wunberg, Gotthart (Hg.): Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910 (1982), S. 696; o. A.: Bienenfeld, Elsa. In: Heuer, Renate (Hg.): Lexikon deutsch-jüdischer Autoren (Bd. 2), S. 428; o. A.: Bienenfeld, Franz Rudolf. In: Heuer, Renate (Hg.): Lexikon deutsch-jüdischer Autoren (Bd. 2), S. 428ff.

(MP)