auch Walter E., geb. am 28.8.1892 in Wien – gest. am 28.8.1976 in Vaxholm (Schweden); Schriftsteller, Feuilletonist, Essayist, Emigrant

E. wurde in eine wohlhabende jüd. Familie in Eisenstadt geboren u. besuchte in Wien das Gymnasium. Nach der Matura begann er ein Studium (Bauingenieurwesen) an der Technischen Hochschule in Wien, aber auch Gedichte u.a. m. zu schreiben. 1916 ist die erste Veröffentlichung, ein Sonett, in der NFP nachgewiesen, 1917 publizierte er in der Zs. Donauland, aber auch in der express. Zs. Die Aktion. Ebf. 1917 war sein erster dramat. Text, Hölderlin. Eine Szenenfolge, fertig u. erschien bei E. Reiß in Buchform; er wurde zuerst in Berlin, dann Ende März 1919 in den Kammerspielen des Deutschen Volkstheaters, uraufgeführt, erweckte Aufmerksamkeit bei M. Scheyer (NWTBl.) sowie in der Wiener Ztg. (O. Stoessl). Den Krieg selbst verbrachte E. vorwiegend als Wachsoldat. 1918 legte er den ersten Gedichtband mit dem Titel Der goldene Wind vor. Im selben Jahr kam es auch zu einem Treffen mit H. Bahr, der in ihm in einem NWJ-Feuilleton die Verkörperung einer neuen Dichtergeneration erblickte. 1919, nach dem Austritt aus der jüd. Glaubensgemeinschaft, folgte der Bd. lyrische Prosa Der junge Gina. Bereits 1920 wurde er (gem. mit E. Lothar u.a.) mit dem Bauernfeldpreis ausgezeichnet. Mit vier Gedichten war er auch in der Anthologie Die Botschaft (hg. E. A. Rheinhardt) vertreten. Das 1922 fertig gestellte Märchenstück Der Kaiser im Wald wurde im Okt. 1924 am Dt. Volkstheater aufgeführt. R. Auernheimer besprach es zurückhaltend, O. Koenig in der AZ ausführlich u. kritisch. 1924 folgte ein weiteres, zuerst bei E.P. Tal veröffentl. Moses-Drama Der Berg in der Wüste, dem E. Lissauer Anerkennung zollte und für den Eidlitz den Kunstpreis der Stadt Wien erhielt, sowie sein erster Roman Die Laufbahn der jungen Clothilde im P. Zsolnay-Verlag (und zwar gemeinsam mit A. Schnitzlers Fräulein Else angekündigt). Der ›Jüdische Almanach‹ (auf das Jahr 5686/1925, Besprechung durch O. Abeles in der Wr. Morgenzeitung, 18.8.1925) brachte von Eidlitz eine Novelle über Davids Kindheit, die 1926 in den dreiteiligen Novellenzyklus Die Gewaltigen einfloss, der sich mit dem Ringen, dem Abfall von und der Suche nach Gott von mythisch-historischen Figuren wie David, Alexander von Makedonien, aber auch Lenin auseinandersetzt, Novellen, die sowohl von O. Koenig als auch von R. Specht, von letzterem überaus, geschätzt wurden. Die Lenin-Novelle Der Gewaltige wurde sowohl in der Zs. Orplid (H.9/1926) separat abgedruckt als auch 1927 im Auszug in der AZ. Im April 1926 kam auch sein Schauspiel Die Herbstvögel (ED 1921) im Akademietheater zur österr. Uraufführung, ein „Frühlingserwachen anno 1926“ (Wr. Morgenzeitung), für andere eine Flucht in die Poesie, „wo die Klüfte und Abgründe der Mystik beginnen“ und Phantasmagorie und greller Realismus“ nebeneinander stünden (Wr. Zeitung). Am 29.10. 1928 wurde von Radio Graz sein Hölderlin-Schauspiel ausgestrahlt, im Dez. desselben Jahres erhielt er den Julius Reich-Preis. Anlässl. einer Eigenlesung in Radio Wien verf. P. Wertheimer eine Würdigung des Schaffens von Eidlitz in der Zs. ›Radio Wien‹; im Sept.Heft 1929 der Berliner Zs. ›Literatur‹ erschien dann die erste Einschätzung eines deutschen Kritikers (K. Martens). 1930 folgte mit Zodiak ein weiterer gut aufgenommener Roman von Eidlitz, der am Beispiel eines gigantischen russischen Flugzeugs das Thema der mögl. Unterjochung des Menschen durch die Technik gestaltet; R. Specht hat diesen Roman in der NFP als herausragende wie beklemmende Vision begrüßt; auch G. v. Urbanitzky zeigte sich vom ‚Satanischen‘ dieses Ringens zwischen Mensch und Maschine, erweitert um das Thema der ideologischen Konfrontation (Weltrevolutionspropaganda) beeindruckt, während D. J. Bach in der AZ sich zwar ebf. lobend, aber zugleich zurückhaltender äußerte. Im Okt. 1932 erschien in der NFP der erste Vorabdruck seines Amerika-Romans Das Licht der Welt, der im Febr. bzw. im März 1933 auch in den VHS Leopoldstadt u. Ottakring vorgestellt wird und im Zsolnay-Verlag erscheint. Im austrofasch. Ständestaat verringerte sich zwar seine Präsenz in der Öffentlichkeit, aber E. hatte weiterhin Lesungen in Radio Wien, war 1934 in der Anthologie Österreichische Lyrik der Gegenwart (Saturn Verlag, neben R. Henz, H. Leifhelm, E. Waldinger, G. Zernatto u.a.) vertreten, verfasste gelegentlich Buchbesprechungen u. Feuilletons, zeigte auch Sympathien für den Nationalsozialismus, sichtbar im Bd. Reise nach den vier Winden (1935). Nach dem Anschluss von 1938, als sich seine persönl. Situation trotz Konversion verschlechterte brach Eidlitz zu einer längeren Indienreise auf, wurde dort zwar interniert, wandte sich aber in den nachfolgenden Jahren intensiv der indischen hinduistischen Kultur u. Religion zu, nannte sich auch Vamandas u. kehrte nach dem Krieg zwar nach Europa, allerdings nicht mehr nach Österreich, sondern nach Schweden zurück.

Quellen und Dokumente

Literatur

(PHK)